Walmart Aktie: Bewertung bremst Kurspotenzial
Erste Group stuft Walmart auf Halten herab, da die hohe Bewertung das moderate Gewinnwachstum nicht mehr widerspiegelt.

- Herabstufung wegen hoher Bewertung
- KI-Ausbau treibt Effizienz
- Subway-Lieferung via Walmart-App
- Uneinigkeit der Analysten über Potenzial
Walmart macht strategisch vieles richtig — doch genau das könnte zum Problem werden. Erste Group hat die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ heruntergestuft, weil die Bewertung das erwartete Gewinnwachstum schlicht nicht mehr rechtfertigt.
Zu teuer für das Wachstumstempo
Analyst Hans Engel von Erste Group rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2026 mit einem Umsatzwachstum von rund 4 Prozent und einem Anstieg des operativen Gewinns von etwa 8,5 Prozent. Das Management selbst peilt einen Gewinn je Aktie zwischen 2,75 und 2,85 Dollar an. Solide Zahlen — aber das KGV von rund 41 und ein PEG-Ratio von 1,93 spiegeln eine Prämie wider, die im Branchenvergleich schwer zu rechtfertigen ist. Engel sieht das Aufwärtspotenzial damit begrenzt.
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Tigress Financial Partners sieht das anders: Die Investmentbank erhöhte ihr Kursziel auf 155 Dollar und hält an ihrer Kaufempfehlung fest. Die Begründung: Walmarts KI-getriebene Plattformstrategie erschließe hochmargige Wachstumsquellen mit langfristiger Wirkung.
KI-Ausbau treibt Effizienz — und Debatten
Walmart investiert massiv in Automatisierung. Mehr als 60 Prozent der Filialen werden inzwischen von automatisierten Verteilzentren beliefert, über die Hälfte des E-Commerce-Volumens läuft automatisiert ab. Der Schnelllieferdienst wuchs im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um mehr als 50 Prozent im Jahresvergleich. CFO John David Rainey berichtete zudem von einem Anstieg der am gleichen oder nächsten Tag gelieferten Einheiten um 150 Prozent.
Auf der Hauptversammlung lehnten Aktionäre allerdings einen Antrag ab, der einen Bericht über die Auswirkungen von KI auf die Mitarbeiterschaft gefordert hatte. Beschäftigte hatten Bedenken geäußert: Zu knappe Zeitfenster, zu hoher Druck, zu wenig Kontrolle über die eingesetzten Systeme. Das Unternehmen betonte, auf „verantwortungsvollen Einsatz und menschliches Urteilsvermögen“ zu setzen.
Subway-Lieferung als nächster Schritt
Parallel dazu treibt Walmart die Integration des Alltags in seine Plattform voran. Kunden können Subway-Bestellungen seit diesem Monat über die Walmart-App in 30 Minuten oder weniger geliefert bekommen — zunächst in sechs Bundesstaaten, bis Ende des Sommers geplant an rund 1.400 Standorten. Preise entsprechen dem Restaurantniveau. Es ist die erste Restaurantintegration in Walmarts Express-Delivery-Angebot, wobei die Partnerschaft mit Subway bereits seit 2004 besteht.
Das zeigt das Dilemma, in dem die Aktie steckt: Die operative Transformation ist real und beeindruckend — doch das hat der Kurs längst eingepreist. Ob Tigress mit 155 Dollar oder Erste Group mit ihrer Zurückhaltung recht behält, entscheidet sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen, die Anfang August erwartet werden.
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