Warum der DAX trotz 110-Dollar-Öl nicht einbricht

Der deutsche Leitindex verliert moderat, obwohl der Ölpreis über 110 Dollar steigt. Diplomatische Gespräche und robuste US-Arbeitsmarktdaten wirken als Stütze.

Die Kernpunkte:
  • Diplomatische Verhandlungen über Straße von Hormus
  • Überraschend starke US-Arbeitsmarktzahlen
  • Tesla verfehlt Auslieferungsziele, SpaceX plant Börsengang
  • PayPal verliert Marktanteile an Stablecoins

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern schrieb ich, die Friedensdividende hänge an einem gewaltigen „Sollte“. Heute kennen wir die Antwort: Das Sollte hat nicht gehalten. Donald Trump verschärfte den Ton gegen den Iran erneut, kündigte an, das Land in den nächsten zwei bis drei Wochen „extrem hart“ zu treffen – und die Ölmärkte explodierten. WTI schoss zeitweise auf fast 114 US-Dollar pro Barrel, Brent notierte am Abend bei rund 108 Dollar. Die Straße von Hormus bleibt geschlossen.

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Und der DAX? Fiel anfänglich um fast 3 Prozent, kämpfte sich dann zurück und schloss bei 22.975 Punkten – minus 1,39 Prozent. Eine bemerkenswerte Widerstandskraft, die Erklärung verdient.

Die zwei Stützen unter dem freien Fall

Zwei Faktoren verhinderten den Absturz. Erstens: Im Hintergrund verhandelt der Iran mit dem Oman über ein Protokoll zur Überwachung des Schiffsverkehrs in der Meerenge. Keine Öffnung, aber ein Gesprächsfaden – und Märkte lieben Gesprächsfäden. Zweitens lieferte der US-Arbeitsmarkt ein überraschend robustes Signal. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf 202.000, den niedrigsten Stand seit zwei Monaten.

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Erinnern Sie sich an die Goldman-Sachs-Szenarien vom Montag? 160 Euro pro Megawattstunde Gas bei sechsmonatiger Blockade, Spitzen bis 240 Euro. Diese Zahlen sind nicht vom Tisch. Aber der Markt wettet darauf, dass die Diplomatie schneller arbeitet als die Eskalation. Eine Wette, die über die Osterfeiertage auf eine harte Probe gestellt wird.

Lieferketten: Das Ende von Just-in-Time

Während Händler auf Ölpreise und Makrodaten starren, vollzieht sich in der Realökonomie ein Umbau, der die Unternehmenslandschaft dauerhaft verändern wird. Der asiatisch-pazifische Frachtbericht von Dimerco für April spricht eine unmissverständliche Sprache: Luftfrachtkapazitäten in Asien verknappen sich massiv, aus Taiwan werden Preiserhöhungen von 20 bis 30 Prozent gemeldet. Dimerco nennt es einen rein „kostengetriebenen Markt“.

Die Konzerne reagieren mit Dezentralisierung. Ein Beispiel: Der Logistikriese GXO eröffnete für den Schmuckhersteller Pandora – immerhin 4,4 Milliarden Euro Jahresumsatz – ein hochmodernes Distributionszentrum im kanadischen Mississauga. Beleuchtete Pickingsysteme, Videoerfassung, Omnichannel-Absicherung für den gesamten nordamerikanischen Markt. Wer heute als Unternehmen seine Lieferketten nicht härtet, spielt Roulette mit der eigenen Existenz.

Das Musk-Paradoxon: Stotternde Autos, galaktischer Börsengang

Tesla meldete für das erste Quartal 358.023 ausgelieferte Fahrzeuge. Klingt nach Wachstum – plus 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Reichte aber nicht. Analysten hatten mit rund 364.600 Einheiten gerechnet. Die Aktie rutschte unter die charttechnisch wichtige Nackenlinie von 373 Dollar und zog als schwächster Wert der „Magnificent Seven“ den gesamten Tech-Sektor nach unten.

Gleichzeitig bestätigte sich, was ich gestern als historisches Einzelereignis angekündigt hatte: SpaceX hat die Unterlagen für seinen Börsengang bei der SEC eingereicht. Die angestrebte Bewertung von 1,75 Billionen Dollar und eine geplante Kapitalaufnahme von 75 Milliarden würden den Alibaba-Rekord von 2014 um mehr als das Dreifache übertreffen. Flankiert von Plänen für eine 200 bis 250 Milliarden Dollar teure „TERAFAB“-Chipfabrik in Texas, wird deutlich: Musk baut längst kein Autounternehmen mehr. Er errichtet die physische Infrastruktur für das, was er eine „galaktische Zivilisation“ nennt. Ob die Märkte diesen Größenwahn mit einer entsprechenden Bewertung honorieren, wird die Kapitalmarkt-Debatte des Jahres.

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PayPals schleichender Machtverlust

Im Schatten der großen Schlagzeilen vollzieht sich im Zahlungsverkehr eine Verschiebung, die Anleger nicht ignorieren sollten. PayPals Marktanteil im US-Online-Zahlungsverkehr ist von knapp 55 Prozent im Jahr 2020 auf gut 40 Prozent geschrumpft. Der Angreifer kommt nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus der Blockchain: Stablecoins wie USDC kooperieren direkt mit E-Commerce-Giganten wie Amazon und Shopify und untergraben das klassische Gebührenmodell. PayPals eigener Stablecoin PYUSD? Dümpelt bei 0,5 Prozent Marktanteil.

Wie ernst die Krypto-Branche ihren Mainstream-Anspruch mittlerweile nimmt, zeigte die Prognose-Plattform Polymarket – inzwischen vollständig von der US-Aufsicht CFTC reguliert. Vom 20. bis 22. März eröffnete sie einen physischen „Situation Room“ in Washington, D.C.: eine Art hochmoderne Sportsbar für Echtzeit-Wetten auf globale Ereignisse. Die Grenze zwischen Wall Street und Krypto verschwimmt schneller, als die Regulierer Regeln schreiben können.

Was über Ostern zählt

Die Märkte verabschieden sich mit einem Paradox in die Feiertage. Die Angst vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten ist greifbar – selbst Gold gab nach, minus 2 Prozent auf 4.656 Dollar, weil Investoren angesichts schwindender Zinssenkungshoffnungen Kasse machten. Gleichzeitig zeigen Unternehmen eine fundamentale Anpassungsfähigkeit, die einen Boden unter die Kurse zieht.

Am Karfreitag ruht der Handel in Europa und den USA. Am Montag wird sich zeigen, ob die diplomatischen Bemühungen um die Straße von Hormus über das Wochenende Substanz gewonnen haben – oder ob die Ölpreise den nächsten Sprung nach oben machen.

Ich wünsche Ihnen erholsame und friedliche Osterfeiertage.

Herzlichst, Ihr

Felix Baarz

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