Warum die Börsen steigen, obwohl die Mehrheit Stagflation erwartet
Aktienindizes legen zu, obwohl Fondsmanager Stagflation erwarten. Das Kapital fließt selektiv in Unternehmen mit Preissetzungsmacht und strukturellem Wachstum.

- Mehrheit der Fondsmanager erwartet Stagflation
- Kapital strömt in Unternehmen mit Preissetzungsmacht
- IWF senkt globale Wachstumsprognose für 2026
- Stablecoins werden von etablierten Banken emittiert
Liebe Leserinnen und Leser,
gestern schloss ich mit der Frage, ob der Tech-Sektor dem Pragmatismus der Banken folgen kann – oder ob die Realwirtschaft stärker unter der Krise leidet, als die Finanzmärkte wahrhaben wollen. Die Antwort, die dieser Dienstag liefert, ist komplexer als erwartet. Sie lautet: beides gleichzeitig.
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51 Prozent der globalen Fondsmanager rechnen laut der jüngsten Umfrage der Bank of America mit Stagflation – jenem Zustand, in dem die Wirtschaft kaum wächst, während die Preise weiter steigen. Im Februar waren es noch 42 Prozent. 210 Manager, die zusammen 589 Milliarden Dollar verwalten, haben ihre Aktienquoten massiv gesenkt. Die professionelle Geldverwaltung bereitet sich auf das Schlimmste vor.
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Und die Börsen? Sie steigen. Der DAX legte am Dienstag 1,3 Prozent zu und überwand die 24.000-Punkte-Marke. Der S&P 500 nähert sich seinem Allzeithoch. Was wie Realitätsverweigerung aussieht, folgt einer Logik, die man verstehen muss.
Der IWF bestätigt die Sorgen – die Märkte ignorieren ihn
Der Internationale Währungsfonds lieferte am Dienstag die offizielle Bestätigung für das Stagflations-Szenario: Die globale Wachstumsprognose für 2026 wurde auf 3,1 Prozent gesenkt, die erwartete Inflation auf 4,4 Prozent angehoben. Für Deutschland revidierte der IWF das Wachstum auf magere 0,8 Prozent.
Warum reagieren die Märkte nicht? Die Erklärung liegt in einem einzigen Datenpunkt: Die US-Erzeugerpreise für März stiegen um 4,0 Prozent – deutlich weniger als die befürchteten 4,6 Prozent. Dazu kamen vage Signale neuer US-Iran-Gespräche in Islamabad und ein Brent-Ölpreis, der zuletzt auf rund 97 Dollar zurückgefallen ist. Für Märkte, deren Erwartungen am Boden lagen, reichte das. Die Messlatte war so niedrig, dass selbst mäßig gute Nachrichten genügten, um darüber zu springen.
Preissetzungsmacht als härteste Währung
Die eigentliche Botschaft dieses Dienstags steckt allerdings nicht in den Indizes, sondern in den Kapitalströmen dahinter. Während US-Großbanken wie JPMorgan und Wells Fargo trotz solider Quartalszahlen verhalten aufgenommen wurden – das klassische Zinsgeschäft stößt an seine Grenzen –, fließt das Kapital in Unternehmen, die ihre eigene Konjunktur schreiben.
Johnson & Johnson übertraf mit einem Quartalsumsatz von gut 24 Milliarden Dollar die Erwartungen. Das Geschäft mit Krebsmedikamenten kompensierte Einbußen bei älteren Präparaten mühelos. Die Konsequenz: eine angehobene Jahresprognose und die 64. Dividendenerhöhung in Folge. Wer seit 64 Jahren ununterbrochen mehr ausschüttet, der hat Preissetzungsmacht – und genau das ist in einem Stagflations-Umfeld die Eigenschaft, für die Investoren jeden Aufpreis zahlen.
Auch im Technologiesektor zeigt sich diese Dynamik. Oracle setzte seine Rallye fort, getrieben von einem Deal mit Bloom Energy über bis zu 2,8 Gigawatt Brennstoffzellen-Kapazität für KI-Rechenzentren. Und Lucid Motors weitete seine Robotaxi-Partnerschaft mit Uber auf 35.000 Fahrzeuge aus – finanziert durch frische 500 Millionen Dollar aus Saudi-Arabien und von Uber selbst, mit geplantem Start in San Francisco noch in diesem Jahr. Wer Infrastruktur für die nächste Dekade baut, lässt sich vom aktuellen Ölpreis nicht beirren.
Berlin subventioniert, die Industrie schrumpft
Wie groß der Abstand zwischen dieser amerikanischen Unternehmensstärke und der europäischen Realität geworden ist, zeigte sich am Dienstag in Berlin und Rüsselsheim.
Die Bundesregierung schnürte ein 1,6 Milliarden Euro schweres Stützungspaket gegen die Energiekrise: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel wird für zwei Monate um 17 Cent gesenkt, flankiert von einer steuerfreien 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer. Ökonom Marcel Fratzscher kritisierte die Maßnahme als Gießkannen-Subvention. Auch aus der Wirtschaft kam scharfer Widerspruch: Der vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt lehnte die Prämie ab, weil sie die Arbeitskosten weiter treibe. Die Industrie fordert stattdessen die Aussetzung des nationalen CO2-Preises.
Derweil meldet Stellantis, dass das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim radikal gestrafft wird – mehr als ein Drittel der Entwicklerstellen fällt weg. Und Heidelberger Druckmaschinen gab bekannt, über ein Joint Venture in Brandenburg in die Produktion von Drohnenabwehrsystemen einzusteigen. Ein Druckmaschinenhersteller, der Luftabwehr baut: Es gibt derzeit kein schärferes Bild für den industriellen Umbruch in diesem Land.
Digitales Geld wird erwachsen
Abseits der großen Indizes vollzieht sich ein Umbau der finanziellen Infrastruktur, der bislang wenig Beachtung findet. Die Währungsbehörde von Hongkong vergab am Dienstag ihre ersten Stablecoin-Lizenzen – nicht an Krypto-Startups, sondern an HSBC und Anchorpoint, ein Joint Venture unter Beteiligung von Standard Chartered. Wenn Traditionsbanken Stablecoins emittieren, ist das kein Experiment mehr, sondern Industriepolitik.
Parallel tätigte der legendäre Tech-Inkubator Y Combinator sein erstes Startup-Investment vollständig in der Digitalwährung USDC über die Solana-Blockchain. Das Krypto-Ökosystem – Bitcoin testete zuletzt die 75.000-Dollar-Marke – löst sich zunehmend von der reinen Spekulation und wird zur programmierbaren B2B-Zahlungsinfrastruktur. In einer Welt gestörter Handelsrouten und blockierter Meerengen ist eine Zahlungsschiene, die keine Häfen braucht, mehr wert als je zuvor.
Was das für Sie bedeutet
Die Mehrheit der professionellen Geldverwalter erwartet Stagflation. Gleichzeitig steigen die Kurse. Dieser Widerspruch löst sich auf, wenn man genauer hinsieht: Die Indizes steigen nicht breit, sie steigen selektiv. Kapital fließt in Unternehmen mit Preissetzungsmacht, verlässlichen Dividenden und strukturellem Wachstum – in KI-Infrastruktur, in Gesundheit, in digitale Zahlungssysteme. Konjunktursensible und strukturschwache Bereiche verlieren gleichzeitig an Substanz. Der breite Index verdeckt eine massive Umschichtung, die in den Portfolios längst stattfindet. Wer nur auf den DAX-Stand schaut, sieht die halbe Wahrheit.
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Herzlichst, Ihr Felix Baarz
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