Warum ein abgesagter Börsengang SK Hynix 4,7 Prozent Plus bringt

Der Verzicht auf neue Solidigm-Aktien stützt SK Hynix; bei Bloom Energy belasten negativer Cashflow und hohe Bewertung den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Solidigm-Börsengang vorerst gestoppt
  • SK-Hynix-Aktie gewinnt 4,7 Prozent
  • Bloom Energy meldet negativen Quartals-Cashflow
  • BYD-Neuzulassungen in Europa deutlich gestiegen

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

ein abgesagter Börsengang ist heute die beste Nachricht für Chip-Anleger. SK Hynix stoppt den geplanten US-Börsengang seiner Tochter Solidigm, und die Aktie steigt in Seoul. Dahinter steht eine Frage, die sich durch diese ganze Ausgabe zieht: Wer verdient Geld und darf es auch behalten?

Bei Speicherchips, bei Energie-Infrastruktur und bei Elektroautos fällt die Antwort der Börse gerade sehr unterschiedlich aus. Und die kommende Woche bringt mit Fed, EZB und einer Flut von Quartalszahlen viele Gelegenheiten, sie zu überprüfen.

SK Hynix: Lieber Kredite als neue Aktien

SK Hynix verzichtet vorerst auf frisches Geld von der Börse. Solidigm sollte laut Wall Street Journal und Reuters 10 bis 15 Milliarden Dollar einspielen. SK Hynix nennt die Volatilität an den Märkten als Grund, also die starken Kursschwankungen der letzten Wochen.

Warum freut das die Anleger? Der Markt liest die Absage als Signal, dass nach dem Oktober-Ausverkauf kein zusätzliches Angebot an Chip-Papieren mehr auf ihn zukommt. Die Aktie legte um 4,7 Prozent zu, notiert aber weiterhin weit unter ihrem Hoch von Ende Juni. Die geplante US-Fabrik will Solidigm trotzdem bauen, finanziert aus eigenen Einnahmen und Krediten.

Das schont die Anteile der Aktionäre, belastet aber die Bilanz. Parallel laufen nämlich milliardenschwere Werke für Speicherchips in Korea. KeyBanc erwartet für das erste Quartal 2027 Preisanstiege bei HBM-Speicher von 80 bis 100 Prozent. Hält die Erholung? Das zeigt sich am Mittwoch, 28. Oktober, mit den Quartalszahlen. Die Analysten haben ihre Erwartung an den operativen Gewinn bereits gesenkt, die Latte liegt also tiefer.

Siemens Energy und Bloom: Wachstum allein reicht nicht mehr

Siemens Energy hat gestern 8,6 Prozent verloren und ist auf das Kursniveau von Dezember 2025 zurückgefallen. Heute ging es im Verlauf weiter abwärts. JPMorgan und RBC bleiben optimistisch, räumen aber Zweifel an der hohen Bewertung ein. Am 11. November folgen Geschäftszahlen und der Ausblick auf 2027.

Bloom Energy zeigt noch deutlicher, was der Markt gerade bestraft. Der US-Brennstoffzellenhersteller steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 138 Prozent und schlug die Erwartungen klar. Trotzdem verliert die Aktie im laufenden Handel rund 12 Prozent.

Warum fällt die Aktie trotz solcher Zahlen? Der Grund ist ein negativer freier Cashflow von etwa 181 Millionen Dollar im Quartal. Es floss also mehr Geld hinaus, als das Geschäft einbrachte. Dazu kommt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 315, eine sehr hohe Bewertung. Mizuho hält an seinem Kursziel fest, BMO bleibt bei Halten.

Für das Depot heißt das: Bei Energie-Infrastruktur verschiebt sich der Maßstab von Auftragsbüchern zu freiem Cashflow. Wer hoch bewertet ist, braucht am Berichtstag mehr als nur Wachstum.

Anzeige

Wie sich Substanz von bloßem Hype unterscheidet, wird im Brennstoffzellen-Sektor gerade besonders greifbar. Ein Sonderreport nimmt die aussichtsreichsten Aktien der Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche unter die Lupe und leitet daraus konkrete Kaufempfehlungen ab. Brennstoffzellen-Report jetzt kostenlos sichern

BYD: Erfolg in Europa, Druck an der Börse

BYD wächst, die Aktie nicht. Die EU-Neuzulassungen von BYD sind von Januar bis September um 150 Prozent gestiegen. Die Aktie dagegen markierte gestern ein Tief und steht seit Jahresbeginn 24 Prozent im Minus.

Was belastet den Kurs? Mögliche EU-Importquoten für Hybride, gekürzte chinesische Steuererstattungen für Exporte und der schwächere Heimatmarkt. Macquarie stuft BYD dennoch auf Outperform, traut der Aktie also mehr zu als dem Markt, mit Kursziel 102 Hongkong-Dollar. Die Quartalszahlen folgen am Donnerstag, 29. Oktober.

Die Kehrseite zeigt Volvo Cars. Der Umsatz in China brach um fast 50 Prozent ein, die Aktie verlor heute 26 Prozent. Auch Mercedes und BMW haben ihre China-Jahresziele gesenkt, Mercedes-Benz berichtet nächste Woche. Chinas Preiskampf exportiert sich nach Europa, und BYD ist dabei zugleich Treiber und Betroffener.

Zinswoche: Pause im Oktober, Erhöhung im Dezember

Die Fed entscheidet am Mittwoch, die EZB am Donnerstag, für beide erwarten die Märkte keine Änderung. An den Terminmärkten, wo Händler auf künftige Zinsen setzen, liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Pause bei rund 90 Prozent. Für eine Erhöhung im Dezember sind es dagegen 83 Prozent.

Hintergrund ist die Inflation: Die US-Verbraucherpreise stiegen im September um 3,7 Prozent zum Vorjahr. Auch für die EZB erwarten die Commerzbank-Ökonomen im Dezember eine Anhebung des Einlagensatzes.

Gold steuert nahe 4.000 Dollar auf einen Wochenverlust zu. Die US-Bitcoin-ETFs, also börsengehandelte Fonds auf Bitcoin, verzeichneten gestern Abflüsse von 635 Millionen Dollar, die größten seit Juni. Wovon hängt Bitcoin gerade ab? Vor allem von den Zinserwartungen, die den Kurs derzeit stärker bestimmen als alles, was in der Kryptowelt selbst passiert.

Der globale Kompass

Die kommende Woche bündelt alles: Fed und EZB, das US-Wachstum fürs dritte Quartal, dazu Zahlen von Alphabet, Microsoft, Amazon, BASF, Deutsche Bank, Mercedes-Benz und Volkswagen. Der erste Prüfstein ist der Mittwoch, wenn SK Hynix zeigt, ob der Speicherzyklus die höhere Finanzierungslast trägt.

Anzeige

Welche fünf Unternehmen vom Aufbau humanoider Roboter profitieren könnten, zeigt Carsten Müller im Live-Webinar „Der Robo-Boom“. Die ersten humanoiden Roboter laufen bereits in Serie vom Band, und Großbanken haben ihre Prognosen für den Markt zuletzt deutlich angehoben. Ähnlich wie bei Chips und Energie-Infrastruktur geht es dabei um die Frage, wer von diesem Wachstum tatsächlich profitiert. Am Sonntag, 25.10.2026, um 18 Uhr zeigt Müller live eine dreistufige Triage, mit der sich jede Roboter-Aktie selbst einordnen lässt. Jetzt kostenlos zum Webinar anmelden

Wer in Energie-Infrastruktur oder Chips investiert ist, sollte weniger auf Umsatzrekorde achten als darauf, wer das Geld behalten darf. Bloom und Siemens Energy haben diese Woche gezeigt, wie streng die Börse das gerade prüft. Sammeln Sie am Wochenende Ruhe, die nächsten fünf Handelstage werden sie brauchen.

Anzeige

Stand heute, 23. Oktober: SK Hynix – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in SK Hynix investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 23. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

SK Hynix: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu SK Hynix