Washingtons Öl-Poker, Bitcoins Stresstest und das Ende der Adobe-Ära
Die Lockerung von Russland-Sanktionen treibt Ölpreise über 100 Dollar, während Bitcoin als Fluchtanker und der Rücktritt des Adobe-CEOs die Märkte bewegen.

- USA lockern vorübergehend Ölsanktionen gegen Russland
- Brent-Ölpreis steigt wieder über 101 US-Dollar
- Bitcoin knackt 72.000 Dollar nach starken ETF-Zuflüssen
- Adobe-CEO tritt überraschend zurück, Aktie bricht ein
Liebe Leserinnen und Leser,
in der Geopolitik halten eiserne Prinzipien oft genau so lange, bis sie an der Zapfsäule zu teuer werden. Einen bemerkenswerten Beweis für diese These lieferte die US-Regierung in den vergangenen Stunden.
Während das Pentagon seine Angriffe im Iran auf das bisher höchste Niveau eskaliert und die Straße von Hormus blockiert bleibt, öffnet das Finanzministerium leise eine Hintertür auf einem ganz anderen Schauplatz: Die Öl-Sanktionen gegen Russland werden bis zum 11. April gelockert. Länder dürfen vorerst wieder russisches Öl kaufen, sofern es sich bereits auf Schiffen befindet. US-Finanzminister Scott Bessent bemühte sich rasch, dies als „eng gefasste“ Ausnahme zu deklarieren. Die Botschaft an die Märkte ist trotzdem eindeutig: Die Angst vor dem globalen Preisschock überwiegt derzeit alles andere.
Gestern schrieb ich Ihnen, die Anleiherenditen seien der Seismograph, der misst, was der dreistellige Ölpreis mit unserer Inflation anstellt. Die Nadel hat weiter ausgeschlagen – und zwar kräftig.
Das 100-Dollar-Dilemma und eine eisige Botschaft aus der Arktis
Washingtons Manöver zeigt nur mäßigen Erfolg. Zwar drückte Donald Trump den Brent-Preis mit Äußerungen über ein mögliches Kriegsende kurzzeitig auf 89,20 US-Dollar. Zum Wochenschluss holte die Realität die Börsen wieder ein: Brent kletterte zurück über 101 US-Dollar. Die G7-Staaten lehnen eine Freigabe ihrer strategischen Ölreserven vorerst ab – die IEA-Munition vom Dienstag ist verschossen.
Die europäische Reaktion auf den US-Alleingang fiel frostig aus. Bundeskanzler Friedrich Merz, derzeit in der norwegischen Arktis, wählte auf einer Pressekonferenz ungewohnt scharfe Worte Richtung Washington: „Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch.“
Im Iran selbst bleibt die Lage explosiv. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth meldete rund 15.000 getroffene Ziele; der neue Oberste Führer Modschtaba Chamenei sei verwundet. Teheran dementiert energisch US-Berichte über eine Zerstörung der eigenen Marine – mit dem zynischen, aber faktisch korrekten Verweis darauf, dass schließlich kein Tanker die Straße von Hormus passieren könne.
Die Rechnung an der Zapfsäule – und im Fed-Protokoll
Für die deutsche Wirtschaft übersetzt sich diese Weltlage in harte Zahlen. Erstmals seit Mai 2022 kostet ein Liter E10 wieder über 2 Euro (2,028 Euro), Diesel schlägt mit 2,171 Euro zu Buche. Seit Beginn des Iran-Krieges sind das Aufschläge von 25 beziehungsweise 42,5 Cent. Der Tankstellenverband bereitet Autofahrer bereits auf Preise von bis zu 2,50 Euro vor.
Das Ifo-Institut warnt vor den makroökonomischen Kettenreaktionen: Der Energiepreisschock könnte die hiesige Inflation auf knapp 2,5 Prozent treiben und das ohnehin fragile Wachstum um 0,2 Prozentpunkte dämpfen.
Auch jenseits des Atlantiks zeigt die Inflation wieder Zähne. Die am Freitag veröffentlichten PCE-Kerndaten – das bevorzugte Inflationsmaß der Fed – stiegen für den Januar auf 3,1 Prozent, den höchsten Wert seit fast zwei Jahren. Gepaart mit einem auf 0,7 Prozent nach unten revidierten US-Wirtschaftswachstum für das vierte Quartal und 92.000 verlorenen Jobs im Februar weht ein Hauch von Stagflation durch die Handelssäle. Die Konsequenz: Für das Gesamtjahr 2026 preist der Markt nur noch mickrige 20 Basispunkte an Zinssenkungen ein. Der Euro fiel unter diesem Zinsdruck zeitweise auf 1,1433 US-Dollar – den tiefsten Stand seit August 2025.
Bitcoins geopolitischer Stresstest
Während der S&P 500 am Freitag seine Gewinne abgab und im Minus schloss, entkoppelt sich eine Anlageklasse frappierend vom Rest. Bitcoin durchbrach die Marke von 72.000 US-Dollar, kletterte in der Spitze auf fast 73.900 US-Dollar und legte auf Wochensicht rund 10 Prozent zu.
Die institutionelle Flankierung ist bemerkenswert: Allein in dieser Woche flossen 568 Millionen US-Dollar in US-Spot-ETFs. Das gesamte Open Interest bei Krypto-Futures erreichte 107,6 Milliarden US-Dollar. Bitcoin fungiert derzeit weniger als riskantes Tech-Play, sondern zunehmend als digitaler Fluchtweg abseits traditioneller Liquiditätsengpässe. Analysten sprechen von einem bestandenen „geopolitischen Stresstest“ – eine Reifeprüfung, die der Anlageklasse vor zwei Jahren niemand zugetraut hätte.
Die jüngsten Marktbewegungen – von Bitcoins Kurssprung über explodierende Ölpreise bis hin zu Rüstungsaktien wie Rheinmetall – zeigen eindrucksvoll, dass in volatilen Zeiten die größten Gewinne entstehen, wenn man weiß, wo man suchen muss. Das kostenlose Live-Webinar „Die Cash-Rallye: 20 Cash-Trades in den nächsten 10 Wochen“ stellt ein Trading-System vor, das genau solche Marktimpulse systematisch identifiziert – ob in Aktien, Rohstoffen oder Kryptowährungen. Das Konzept kombiniert technische Ausbruchssignale, Volumenanalyse und fundamentale Auslöser, um Chancen mit hohem Gewinnpotenzial herauszufiltern; bisherige Beispieltrades zeigten Renditen von +96,9 % bei Siemens Energy oder +136,5 % bei Rheinmetall. Zweimal pro Woche sollen konkrete Handelssignale per E-Mail geliefert werden – ohne Vorwissen oder Spezialsoftware. Wer sich heute kostenlos registriert, erhält den ersten Trade-Vorschlag sowie einen Sektor-Report zu vier Märkten mit besonderem Kurspotenzial gratis dazu. Details zur Cash-Rallye und zum kostenlosen ersten Trade-Signal
Tech-Beben und Konsum-Frust
Gestern kündigte ich Adobes Quartalsbericht als „Urteil“ an. Das Urteil fiel gemischt aus – und die Strafe folgte trotzdem. Der Software-Gigant lieferte starke Q1-Zahlen: Umsatz plus 12 Prozent auf 6,4 Milliarden US-Dollar, bereinigter Gewinn plus 20 Prozent. Doch eine Personalie überschattete alles. CEO Shantanu Narayen tritt mit 62 Jahren zurück. Die Aktie brach vor- und nachbörslich um rund 8 Prozent ein. Investoren fürchten einen strategischen Bruch in einer Phase, in der massive KI-Investitionen fehlerfrei orchestriert werden müssen.
Noch härter traf es den US-Kosmetikhändler Ulta Beauty, dessen Papiere ebenfalls um rund 8 Prozent abstürzten. Der CEO warnte vor globaler Unsicherheit, die Prognose für 2026 enttäuschte auf ganzer Linie. Es ist ein Symptom eines breiteren Trends: Das erwartete Gewinnwachstum der US-Verbrauchsgüterbranche für das erste Quartal ist von 6,6 auf magere 1,9 Prozent kollabiert.
Auch bei Personalturbulenzen: Auch bei Elon Musks KI-Unternehmen xAI rollen Köpfe. Laut Financial Times drängte Musk weitere Mitgründer aus dem Unternehmen – unzufrieden mit den Leistungen der Coding-Abteilung. Ein resolutes Durchgreifen vor einem möglichen Mega-IPO.
Was nächste Woche wichtig wird
Alle Augen richten sich auf Mittwoch. Die US-Notenbank wird ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Eine Senkung gilt als nahezu ausgeschlossen; die Zinsen dürften bei 3,50 bis 3,75 Prozent verharren. Die entscheidende Frage wird sein, wie Fed-Chef Powell das toxische Gemisch aus 100-Dollar-Öl, hartnäckiger Kerninflation und einem schwächelnden Arbeitsmarkt in seiner Prognose moderiert. Selten war eine Pressekonferenz so wichtig wie die Zahlen selbst.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende – tanken Sie Resilienz für die kommenden Handelstage.
Herzlichst, Ihr
Felix Baarz
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