Neue Sparrunde bei Credit Suisse eingeläutet

Die maue Entwicklung des Marktes zwingt die zweitgrößte Schweizer Bank dazu, Abstriche beim Wachstum zu machen und sich von den Gewinnzielen zu verabschieden. “Da von den Märkten weiter keine Unterstützung kommt, müssen wir uns beim Erreichen der Renditeziele noch stärker auf die Kosten konzentrieren”, erklärte die Führungsspitze der Credit Suisse.

© ake1150 / Fotolia.com
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Daher musste Konzernchef Tidjane Thiam dieser Tage seine Umbaupläne nachbessern. Vor etwas über einem Jahr hatte man ihn als Hoffnungsträger an die Konzernspitze geholt. Schon zu Beginn setzte er die Messlatte sehr hoch an. Allerdings machte ihm die Marktentwicklung einen Strich durch die Rechnung. Viele Anleger, vor allem aus den Boom-Regionen Asiens, hielten und halten sich weiterhin zurück, sodass die Banken weniger Gebühren einstreichen konnte. Nun peilt die Credit Suisse bis 2018 in den drei Vermögensverwaltungs-Divisionen nur noch einen Vorsteuergewinn von insgesamt 5,7 Mrd. statt wie bisher 6,5 Mrd. Franken an.

Credit Suisse-Vorstand dreht an der Kostenschraube

Um diese Gewinnprognosen nicht noch weiter senken zu müssen, dreht der frühere McKinsey-Berater nun erneut an der Kostenschraube. Bis 2018 will das Institut die Ausgaben um eine weitere Milliarde auf unter 17 Mrd. Franken drücken.

Leidtragende sind vor allem die Mitarbeiter. Im laufenden Jahr hat die Bank bereits 6.050 Stellen gestrichen. Wie viele weitere Arbeitsplätze den neuen Einschnitten zum Opfer fallen, ließ die Credit Suisse offen. “Das wird nicht aufhören”, betonte Thiam, der von seiner Strategie weiterhin absolut überzeugt ist. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 48.000 Angestellte.

Maschinen sollen den Menschen ablösen

Doch in Zukunft sollen Maschinen zunehmend den Menschen ablösen. Bisher durchleuchten Mitarbeiter mögliche Kunden, die ihr Geld der Bank anvertrauten wollten. Zukünftig soll vermehrt die Technologie Alarm schlagen, wenn Mittel unversteuert sind oder aus illegalen Geschäften stammen. Außerdem setzt die Konzernleitung auf einen Ausbau des Geschäfts mit der Vermögensverwaltung. Das stark von den Finanzmärkten abhängige Investmentbanking wurde bereits zurückgefahren.

Situation ähnlich schwierig wie bei deutschen Banken

Die Credit Suisse befindet sich in einer ähnlich schwierigen Lage wie die Deutsche Bank. Nach der Finanzkrise hatte der Konzern lange an einem breiten Investmentbanking festgehalten im Vertrauen darauf, dass sich das Kapitalmarktgeschäft nach dem Lehman-Schock wieder erholt. Doch diese Besserung ließ bislang auf sich warten. Erst in den vergangenen Monaten zeichnete sich etwa eine Renaissance des Anleihen-Geschäfts ab.

Die Deutsche Bank oder die Commerzbank wollen ebenfalls Tausende Arbeitsplätze abbauen. Anders als die Credit Suisse hat die Deutsche Bank bisher aber kein konkretes Gewinnziel enthüllt, weil sie noch mitten im Umbau steckt. Vorstandschef John Cryan brütet weiterhin über der Frage, wie die “Strategie 2020” geschärft werden kann, damit Deutschlands größtes Geldhaus die Verlustzone dauerhaft verlassen kann.

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