Western Digital Aktie: 12-Prozent-Crash nach Gewinnsprung
Western Digital übertrifft Erwartungen mit Rekordgewinn dank KI-Boom, doch der Aktienkurs fällt um 12 Prozent. Anleger nehmen Gewinne mit.

- Umsatz steigt um 44 Prozent
- Cloud-Segment treibt Wachstum
- Optimistischer Ausblick für Q1
- Aktie fällt trotz Rekordzahlen
Der US-Speicherspezialist Western Digital hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal 2026 vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten übertroffen. Trotz eines massiven Gewinnsprungs und einer optimistischen Prognose reagierten Anleger heute mit deutlichen Verkäufen. Der Kurs notiert aktuell bei 396,05 Euro, was einem Rückgang von 12,15 Prozent entspricht.
Rekordgewinn durch Cloud-Wachstum und KI-Nachfrage
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 3. Juli endete, steigerte Western Digital den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 3,75 Milliarden US-Dollar. Damit lag das Unternehmen über den Konsensschätzungen, die laut Medienberichten von rund 3,69 Milliarden US-Dollar ausgegangen waren. Besonders beeindruckend entwickelte sich das Nettoergebnis: Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) kletterte auf 3,56 US-Dollar, nach 1,70 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das GAAP-Nettoergebnis belief sich auf 3,195 Milliarden US-Dollar, was einer Verzwölffachung gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Cloud-Segment. Mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden US-Dollar steuerte dieser Bereich rund 89 Prozent zum Gesamtergebnis bei und wuchs im Jahresvergleich um 43 Prozent. Das Unternehmen profitierte dabei massiv von der anhaltenden Nachfrage nach Speicherkapazitäten für Rechenzentren im Zuge des KI-Booms. Die bereinigte Bruttomarge verbesserte sich deutlich auf 54,4 Prozent. Western Digital gab zudem bekannt, eine Dividende in Höhe von 0,15 US-Dollar pro Aktie auszuschütten, die am 17. September ausgezahlt werden soll.
Optimistischer Ausblick und neue Speicherlösungen
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 gibt sich die Unternehmensführung weiterhin zuversichtlich. Western Digital prognostiziert einen Umsatz in einer Spanne von 4,0 bis 4,2 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll sich zwischen 3,85 und 4,15 US-Dollar bewegen, was über den Markterwartungen von durchschnittlich 3,80 US-Dollar liegt. Die Bruttomarge wird im kommenden Quartal zwischen 55 und 56 Prozent erwartet.
Technologisch setzt das Unternehmen auf die Ausweitung seiner Kapazitäten. CEO Irving Tan verwies auf die starke Nachfrage durch Cloud-Anbieter. In der ersten Hälfte des Kalenderjahres 2027 plant Western Digital den Marktstart von 44-Terabyte-HAMR-Laufwerken (Heat-Assisted Magnetic Recording). Parallel dazu befindet sich eine 40-Terabyte-Plattform auf ePMR-Basis bereits in der Volumenproduktion bei zwei großen Kunden. Insgesamt verschiffte das Unternehmen im abgelaufenen Quartal eine Speicherkapazität von 231 Exabyte, was einer Steigerung von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Hohe Erwartungen führen zu Gewinnmitnahmen
Die heftige Kursreaktion am heutigen Donnerstag führen Marktbeobachter vor allem auf die sehr hohe Messlatte zurück, die sich das Papier durch seine vorangegangene Performance selbst gelegt hatte. Trotz des heutigen Rücksetzers weist der Wert seit Jahresbeginn noch immer ein Plus von 157,41 Prozent auf. Die Aktie hatte sich im bisherigen Jahresverlauf zeitweise verdreifacht, was Investoren nun verstärkt zu Gewinnmitnahmen veranlasste.
Analysten bewerten die operative Lage dennoch weitgehend positiv. Goldman Sachs beurteilt die Aktie weiterhin mit „Neutral“ und verweist auf ein Kursziel von 650 US-Dollar. Die Experten konstatieren eine starke operative Ausführung, merken jedoch an, dass die Markterwartungen nach der Rallye im Juni extrem hoch gewesen seien. In der Spitze notierte der Wert in diesem Jahr bereits deutlich höher; aktuell trennt die Aktie ein Abstand von 43,12 Prozent von ihrem 52-Wochen-Hoch. Während die Erlöse im Cloud-Bereich überzeugten, lag das Wachstum bei den ausgelieferten Speicherkapazitäten mit 22 Prozent etwas unter den Zuwachsraten der vorangegangenen Quartale, die teilweise über 30 Prozent gelegen hatten.
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