Western Digital Aktie: Bernstein hält Verkaufswelle für unbegründet

Bernstein und Morgan Stanley rechnen trotz Toshibas Ausbauplänen mit anhaltender Knappheit bei Speicherlaufwerken für Rechenzentren und KI.

Die Kernpunkte:
  • Western Digital steigt um 7,7 Prozent
  • Bernstein bestätigt Einstufung „Outperform“
  • Toshiba plant höhere Produktionskapazitäten
  • Western Digital hat 2026 ausverkauft

Führende Wall-Street-Häuser bewerten die Furcht vor einer bevorstehenden Angebotsschwemme bei Festplatten als unbegründet. Nachdem Berichte über Ausbaupläne des Wettbewerbers Toshiba am Freitag zu deutlichen Kursverlusten im Speichersektor geführt hatten, traten Analysten den Marktsorgen am heutigen Montag entschieden entgegen.

Die bestehende Knappheit bei Speicherkapazitäten für Rechenzentren und künstliche Intelligenz dürfte nach Einschätzung von Branchenexperten auch in den kommenden Jahren anhalten. An der Börse erholte sich die Aktie von Western Digital heute mit einem Kursplus von 7,7 % auf 396,50 Euro.

Strukturelle Angebotslücke bleibt bestehen

Hintergrund der Beruhigung an den Märkten ist die Einschätzung, dass der Markt für Festplatten (HDD) weiterhin von einer starken Nachfrage getrieben wird. Das Analysehaus Bernstein bezeichnete die vorangegangene Verkaufswelle als Sturm im Wasserglas und bestätigte seine Einstufung für Western Digital mit „Outperform“.

Selbst wenn Toshiba seine Auslieferungen verdoppeln sollte, während Western Digital und Seagate ihre Volumina um ein Viertel steigern, würde sich der globale Marktanteil der Japaner nach Modellrechnungen von Bernstein lediglich von 11,2 % auf 16,8 % erhöhen. Western Digital und Seagate kontrollieren zusammen weiterhin mehr als 80 % der weltweiten Lieferungen nach Speicherkapazität.

Auch Morgan Stanley argumentiert, dass das Defizit zwischen Angebot und Nachfrage bis zum Kalenderjahr 2028 größer bleiben werde als das zusätzliche Volumen aus den von Toshiba geplanten Investitionen auf den Philippinen. Das japanische Unternehmen beabsichtigt, rund 60 Milliarden Yen in neue Produktionslinien zu investieren, um seine Fertigung bis zum Geschäftsjahr 2027 zu verdoppeln.

Die Analysten verweisen darauf, dass ein solcher Hochlauf mehrere Jahre in Anspruch nimmt und die ungedeckte Nachfrage nach Datenspeichern für KI-Anwendungen vorerst nicht schließen kann.

Hohe Auslastung und langfristige Kundenverträge

Die operative Ausgangslage für Western Digital bleibt nach vorliegenden Daten eng getaktet. Der Konzern ist für das laufende Jahr bis Ende 2026 ausverkauft. Zudem hat das Unternehmen den Großteil seiner geplanten Kapazitäten für das Kalenderjahr 2027 bereits über langfristige Liefervereinbarungen an Kunden vergeben. Erste Kontrakte binden Kapazitäten sogar bis in die Jahre 2028 und 2029 hinein.

Durch die vertragliche Vorabvergabe der Fertigungsmengen ist ein erheblicher Teil der Einnahmen für die kommenden Jahre bereits abgesichert, was das Risiko kurzfristiger Verdrängungseffekte minimiert.

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