Wienerberger Aktie: 26,44 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Die Wienerberger-Aktie bleibt unter Druck, belastet von schwachem Wohnungsbau und geopolitischen Risiken. Der Kurs fällt weiter.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von 0,54 Prozent
  • Schwacher Wohnungsneubau belastet
  • Verlustzone im ersten Quartal
  • CFO warnt vor geopolitischen Folgen

Während sich der ATX am Donnerstag freundlich zeigt, fällt die Wienerberger-Aktie zurück. Der Kurs notiert bei 22,26 Euro, ein Minus von 0,54 Prozent. Auf Jahressicht hat der Baustoffkonzern bereits 26,44 Prozent eingebüßt.

Dabei ist die Aktie derzeit der meistgehandelte Wert an der Wiener Börse. Über 316.000 Papiere wechselten heute die Hand. Volatilität und Volumen deuten auf eine grundlegende Neubewertung hin. Das 52-Wochen-Tief von 20,88 Euro ist nur noch 6,6 Prozent entfernt.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs liegt sowohl unter dem 50-Tage-Durchschnitt (23,62 Euro) als auch deutlich unter der 200-Tage-Linie (26,40 Euro). Der RSI von 38,3 signalisiert noch kein klares Kaufsignal.

Die Baubranche lahmt

Hauptbelastungsfaktor ist der schwache Wohnungsneubau in Deutschland. Der Branchenverband GdW rechnet für 2026 mit nur 200.000 Fertigstellungen. Weit weniger als benötigt. Für Wienerberger, das im Neubau die höchsten Margen erzielt, trifft das ins Mark.

Hinzu kommen die Nachwehen des ersten Quartals. Der Konzern rutschte in die Verlustzone und wies ein negatives Ergebnis nach Steuern von 30 Millionen Euro aus. Das operative EBITDA fiel um 26 Prozent. Die Unternehmensführung verwies auf extreme Wetterbedingungen zu Jahresbeginn.

CFO warnt vor geopolitischen Risiken

Finanzvorständin Dagmar Steinert rechnet erst im zweiten Halbjahr mit spürbaren Folgen des Nahost-Konflikts. Lieferketten und Energiekosten könnten dann zusätzlich belasten. Die Hoffnung auf schnelle Margenerholung schwindet.

Die Prognose für 2026 hält Wienerberger dennoch. Der Konzern setzt auf Zukäufe – etwa die schwedische NEWS Group und die serbische Univerzum Group. Ziel: Position in Wachstumsregionen und Spezialsegmenten stärken.

Ob das reicht, den Abwärtstrend zu stoppen, ist offen. Dafür braucht es vor allem eines: eine Belebung des Wohnungsbaus.

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