Wienerberger Aktie: Berenberg kappt Ziel auf 19 Euro

Wiener Privatbank und Berenberg reduzieren ihre Kursziele; Wienerberger will am 12. November über Quartalsergebnisse und Sparmaßnahmen informieren.

Die Kernpunkte:
  • Wiener Privatbank senkt fairen Wert
  • Berenberg bestätigt Kaufempfehlung trotz Kurszielkürzung
  • Jahresprognose für EBITDA nach unten angepasst
  • Strategie-Update folgt am 12. November

Die anhaltende Flaute im europäischen und nordamerikanischen Wohnungsbau zwingt den Baustoffkonzern Wienerberger zu Einschnitten. Nachdem das Unternehmen vor gut einer Woche seine Prognose für das operative EBITDA im Gesamtjahr 2026 auf 640 bis 650 Millionen Euro gesenkt hatte, reagieren nun Analysehäuser mit deutlichen Zielanpassungen auf das eingetrübte Umfeld.

Wiener Privatbank kappt fairen Wert

Am Montag hat die Wiener Privatbank den fairen Wert für die Wienerberger-Aktie von 23,10 Euro auf 16,40 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Halten“ belassen. Analyst Nicolas Kneip begründete diesen Schritt mit einem kurz- bis mittelfristig herausfordernden Marktumfeld.

Eine rasche Belebung im Neubausegment sei derzeit nicht absehbar. Zudem dürften nach seiner Einschätzung auch die Bereiche Renovierung und Infrastruktur unter der anhaltenden Inflation leiden.

Um auf die schwache Nachfrage zu reagieren, rechnet der Analyst mit operativen Gegenmaßnahmen des Konzerns. Dazu zählen voraussichtlich Kapazitätsanpassungen sowie temporäre Produktionsstilllegungen. Wienerberger selbst hatte bereits beschleunigte Kostensenkungen und eine strategische Überprüfung angekündigt, nachdem vor allem der Wohnungsneubau in Großbritannien und Nordamerika sowie eine beschleunigte Kosteninflation das Ergebnis belasteten.

Berenberg bleibt mittelfristig optimistisch

Bereits am Freitag hatte das Bankhaus Berenberg sein Kursziel für den Titel von 25,00 Euro auf 19,00 Euro zurückgenommen, die Kaufempfehlung mit dem Votum „Buy“ jedoch bestätigt. Analyst Harry Goad verwies auf das schwierige operative Umfeld, in dem kurzfristig keine deutliche Besserung zu erwarten sei. Auf mittlere Sicht biete das Papier jedoch Potenzial, sobald sich die Wohnungsbaunachfrage erhole und der Kostendruck nachlasse.

An der Börse notiert die Aktie heute mit einem leichten Plus von 1,6 Prozent bei 15,55 Euro, steht seit Jahresanfang jedoch mit einem Minus von 49 Prozent stark unter Druck.

Strategische Weichenstellung im November

Für das dritte Quartal 2026 stellte das Management zuletzt einen Umsatz von rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro sowie ein operatives EBITDA von etwa 170 bis 180 Millionen Euro in Aussicht.

Klarheit über die weitere operative Entwicklung soll der 12. November 2026 bringen: An diesem Tag veröffentlicht Wienerberger die Ergebnisse für die ersten drei Quartale und will zugleich über den Fortschritt der strategischen Überprüfung sowie der eingeleiteten Sparmaßnahmen berichten.

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