Wienerberger Aktie: EBITDA-Prognose erneut gesenkt

Schwache Nachfrage und höhere Kosten drücken Wienerbergers Jahresziel; die Aktie verliert 3,3 Prozent und erreicht das 52-Wochen-Tief.

Die Kernpunkte:
  • Jahresprognose auf 640 bis 650 Millionen Euro reduziert
  • Energie-, Rohstoff- und Logistikkosten gestiegen
  • Aktie verliert 3,3 Prozent auf 16,24 Euro
  • Quartalsausblick: EBITDA von 170 bis 180 Millionen Euro

Der Baustoffkonzern Wienerberger hat seine Prognose für das operative EBITDA des Gesamtjahres 2026 auf 640 bis 650 Millionen Euro gesenkt. Als Ursache nannte das Unternehmen eine anhaltend schwache Nachfrage sowie deutlich gestiegene Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik. An der Börse sorgte die Mitteilung für deutliche Abgaben: Die Aktie verlor heute 3,3 % und fiel auf 16,24 Euro zurück.

Erneute Korrektur der Jahresziele

Die Ankündigung unterstreicht die anhaltend schwierige Lage im europäischen Bausektor. Vor allem die schwache Konjunktur und die Zurückhaltung der Auftraggeber im Wohnungsneubau belasten das operative Geschäft spürbar. Wienerberger reagiert auf den Margendruck mit einer Beschleunigung interner Kostensenkungsprogramme und hat zudem eine strategische Überprüfung eingeleitet.

Der Schritt markiert nicht die erste Anpassung im laufenden Turnus. Wie Reuters berichtete, hatte Wienerberger die Prognose bereits im Juli auf rund 700 Millionen Euro reduziert, nachdem ursprünglich ein operatives EBITDA von über 800 Millionen Euro im Raum gestanden hatte. Die erneute Zielsenkung belegt, wie schleppend sich die Lage am Bau darstellt.

Gegenmaßnahmen und Quartalsausblick

Auch in den Sommermonaten blieb eine spürbare Belebung der Nachfrage aus. Das Management sieht sich daher gezwungen, das Ausgabenmanagement weiter zu straffen und Strukturen auf den Prüfstand zu stellen, um die Profitabilität gegen die Teuerung abzusichern.

Für das dritte Quartal 2026 stellt Wienerberger einen Umsatz von circa 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro in Aussicht. Das operative EBITDA soll voraussichtlich in einer Spanne von 170 bis 180 Millionen Euro liegen. Die vollständigen Geschäftszahlen für die ersten neun Monate sowie Details zur strategischen Überprüfung und den beschleunigten Sparmaßnahmen sollen am 12. November 2026 folgen.

Gedämpfte Stimmung im Bausektor

An den Finanzmärkten stößt die operative Entwicklung auf Zurückhaltung. Das schwache Neubaugeschäft dämpft die Zuversicht vieler Marktteilnehmer. Ohne verlässliche Anzeichen für eine Erholung der Baukonjunktur halten sich viele Investoren bedeckt.

Im heutigen Handel geriet der Kurs weiter unter Druck und berührte bei 15,82 Euro das 52-Wochen-Tief. Bis zur Veröffentlichung des Neunmonatsberichts im November dürfte die Unsicherheit über die weitere Nachfrageentwicklung das Geschehen dominieren.

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