Wienerberger Aktie: Kapazitätsabbau angekündigt!
UBS hält weniger Wienerberger-Stimmrechte; zugleich drücken schwacher Wohnungsbau und höhere Kosten auf die Geschäftsaussichten.

- UBS-Anteil sinkt auf 3,96 Prozent
- Jahresprognose auf 640 bis 650 Millionen Euro gesenkt
- Schwacher Neubau belastet das Geschäft
- Strategievorstellung für den 12. November geplant
Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Beteiligung am österreichischen Baustoffkonzern Wienerberger wieder zurückgefahren. Wie aus einer Pflichtmitteilung von gestern hervorgeht, sank die Gesamtposition des Finanzinstituts auf 3,96 Prozent der Stimmrechte, nachdem sie zuvor bei 4,09 Prozent gelegen hatte.
Die meldepflichtige Schwelle war am 8. Oktober berührt worden. Noch wenige Tage zuvor hatte die Bank ihre Position kurzzeitig aufgestockt, bevor sie das Engagement nun reduzierte.
Am Markt spiegelt sich die anhaltende Verunsicherung der Investoren deutlich wider. Am gestrigen Montag ging die Aktie mit einem Abschlag von 1,4 Prozent bei 15,38 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Notierung auf glatt 50 Prozent.
Gedämpfte Aussichten im europäischen Wohnungsbau
Hinter den jüngsten Umschichtungen institutioneller Adressen steht ein spürbar eingetrübtes operatives Umfeld. Das Unternehmen hatte vor einer Woche seine Erwartungen für das operative EBITDA im Gesamtjahr 2026 auf 640 bis 650 Millionen Euro nach unten korrigiert.
Für das dritte Quartal rechnet der Konzern mit Erlösen zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro sowie einem operativen EBITDA von rund 170 bis 180 Millionen Euro.
Als wesentliche Gründe für den anhaltenden Gegenwind nannte der Vorstand eine schwache Neubautätigkeit, die insbesondere in Großbritannien sowie Nordamerika das Geschäft dämpft. Parallel dazu belasten spürbar gestiegene Ausgaben für Energie, Logistik und Vorprodukte das Margenprofil.
Medienberichten zufolge reagierte die Wiener Privatbank gestern auf diese Rahmenbedingungen und passte ihr Kursziel für den Titel deutlich von 23,10 auf 16,40 Euro an, beließ die Einstufung jedoch auf „Halten“.
Als Begründung führten die Analysten an, dass eine kurzfristige Belebung im Wohnungsneubau unwahrscheinlich bleibe. Stattdessen seien temporäre Produktionsstilllegungen und weitreichende Kapazitätsanpassungen zu erwarten, um den Überhängen am Markt zu begegnen.
Strategische Weichenstellung im November
Der Konzern kündigte als Antwort auf die anhaltende Schwächephase bereits beschleunigte Einsparmaßnahmen und eine umfassende strategische Überprüfung seiner Geschäftsbereiche an.
Wie die einzelnen Sparten künftig ausgerichtet werden und in welchem Umfang Einschnitte erfolgen sollen, will das Management im Detail darlegen: Für den 12. November ist die Veröffentlichung der Zahlen zu den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres angesetzt. Anleger dürften an diesem Termin vor allem darauf achten, ob die geplanten Sparschritte ausreichen, um den Margenverfall nachhaltig abzufedern.
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