Wienerberger Aktie: Kostenoffensive greift?
Wienerberger senkt die EBITDA-Zielspanne für das Gesamtjahr und beschleunigt Sparmaßnahmen angesichts höherer Kosten und schwacher Baumärkte.
- UBS erhöht Position vorwiegend über Finanzinstrumente
- EBITDA-Zielspanne auf 640 bis 650 Millionen Euro angepasst
- Kostenoptimierungen sollen schneller umgesetzt werden
- Neunmonatszahlen für den 12. November geplant
Bei Wienerberger zeichnet sich Bewegung im Aktionariat ab. Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Position an dem Baustoffkonzern ausgebaut. Der Zuwachs vollzog sich dabei überwiegend abseits direkter Aktienkäufe. Das Engagement stützt sich zum weitaus größten Teil auf Finanzinstrumente, während unmittelbare Aktienbestände nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Solche Konstellationen resultieren im Bankensektor häufig aus Transaktionen im Kundenauftrag oder der Absicherung von Derivaten. Sie spiegeln jedoch auch ein gestiegenes Handelsinteresse an dem österreichischen Bauzulieferer wider.
Operativer Gegenwind und gedämpfte Erwartungen
Die Bewegung bei den Stimmrechten fällt in eine anspruchsvolle Phase für Wienerberger. Das Marktumfeld hat sich spürbar eingetrübt, da vor allem der Wohnungsneubau in Großbritannien und Nordamerika lahmt. Parallel dazu belasten spürbare Kostensteigerungen in den Bereichen Logistik, Rohstoffe und Energie die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens.
Angesichts dieser Bremsspuren passte das Management die Zielmarken für das Gesamtjahr an. Wienerberger peilt für das laufende Geschäftsjahr ein operatives EBITDA in einer Spanne von 640 bis 650 Millionen Euro an.
Als Konsequenz aus dem Margendruck hat das Unternehmen ein Bündel an Gegenmaßnahmen geschnürt. Laufende Kostenoptimierungen sollen beschleunigt umgesetzt werden, um die Belastungen abzufedern. Zudem unterzieht die Führung die bestehenden Geschäftsbereiche einer strategischen Überprüfung, um das Portfolio krisenfester aufzustellen.
Analysteneinstufung und Ausblick auf November
Auf die gedämpften Geschäftsaussichten reagierten auch Branchenbeobachter. Analyst Harry Goad von Berenberg hielt an der Kaufempfehlung für die Wienerberger-Aktie fest. Am Markt stabilisierte sich der Titel vor dem Wochenende leicht: Am Freitag schloss das Papier bei 15,60 Euro.
Wesentliche Aufschlüsse über den Geschäftsverlauf und die Sanierungsschritte stehen im kommenden Monat bevor. Wienerberger plant am 12. November die Veröffentlichung der Zahlen für die ersten neun Monate. Marktteilnehmer warten dabei insbesondere auf konkrete Zwischenberichte zu den eingeleiteten Einsparungen sowie auf Neuigkeiten zur strategischen Portfolioprüfung.
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