Wienerberger Aktie: Schuldenabbau auf 2,4x bis 2027
Wienerberger verzeichnet sinkende operative Ergebnisse und einen Kurs nahe dem Jahrestief, hält aber an seinen Entschuldungszielen fest.

- Nettoverschuldung soll bis 2027 sinken
- Operatives EBITDA fällt um 15 Prozent
- Kostensenkungsprogramm soll 25 Millionen beitragen
- Aktie verliert 41 Prozent seit Jahresbeginn
Während die Aktie von Wienerberger nahe ihrem Jahrestief verharrt, rückt ein Detail aus der jüngsten Berichtssaison in den Fokus: der geplante Schuldenabbau. Der Baustoffkonzern erwartet für das laufende Jahr ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu operativem EBITDA von 2,8x. Bis Ende 2027 soll dieser Wert auf 2,4x sinken, langfristig strebt das Management 2,0x an.
Diese Zielmarken gewinnen an Bedeutung, weil das operative Geschäft zuletzt schwächelte. Die Halbjahreszahlen, die vor rund einem Monat veröffentlicht wurden, zeigten ein operatives EBITDA von 326 Millionen Euro – ein Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, bei einer Marge von 13,4 Prozent.
Der Umsatz legte zwar um 4 Prozent auf 2.434 Millionen Euro zu, doch das Ergebnis leidet unter der schwachen Baukonjunktur in den USA, Kanada und Großbritannien. Der Konzern hatte seine Jahresprognose für das operative EBITDA daraufhin auf rund 700 Millionen Euro gesenkt.
Fit-for-Growth soll Entlastung bringen
Um die Entschuldung trotz schwierigem Marktumfeld voranzutreiben, setzt Wienerberger auf zwei Hebel: Preiserhöhungen von bis zu 5 Prozent bis Jahresende sowie das Kostensenkungsprogramm „Fit-for-Growth“, das laut Unternehmensangaben im laufenden Jahr einen Beitrag von 25 Millionen Euro leisten soll.
Zusätzlich stützt sich die Strategie auf den Umbau des Portfolios: Infrastruktur- und Renovierungsgeschäfte machen inzwischen mehr als 60 Prozent der Konzernerlöse aus, verstärkt durch die kürzlich abgeschlossenen Übernahmen der italienischen Italcer-Gruppe und der schwedischen NEWS Group.
Belastend wirkte im ersten Halbjahr zudem eine Rückstellung von 47 Millionen Euro im Zusammenhang mit einem US-Kartellrechtsstreit. Zusammen mit dem operativen Gegenwind drückte dies das EBIT im ersten Halbjahr um 70 Prozent auf 60 Millionen Euro. Auch die Bruttomarge gab nach, von 36,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 34,5 Prozent.
Kurs spiegelt die Skepsis der Anleger
An der Börse hat sich die schwierige operative Lage längst niedergeschlagen. Die Aktie notiert aktuell bei 17,89 Euro und damit nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 17,75 Euro, das erst am 14. September markiert wurde.
Seit Jahresbeginn hat das Papier 41 Prozent an Wert verloren, allein in den vergangenen 30 Tagen ging es um 14 Prozent nach unten. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 24,87 Euro beträgt 28 Prozent – ein Zeichen dafür, wie weit sich der Kurs vom mittelfristigen Trend entfernt hat.
Ob die angekündigte Entschuldungsstrategie ausreicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Baukonjunktur in den kommenden Quartalen entwickelt.
Die Zielmarke von 2,4x Nettoverschuldung zu EBITDA bis Ende 2027 setzt voraus, dass sich sowohl die Margen als auch das Volumenwachstum stabilisieren. Bis dahin bleibt der Konzern auf die Wirkung seiner Preis- und Kostenmaßnahmen angewiesen, während das operative Umfeld in wichtigen Absatzmärkten angespannt bleibt.
Wienerberger-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Wienerberger-Analyse vom 14. September liefert die Antwort:
Die neusten Wienerberger-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Wienerberger-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Wienerberger: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




