Wienerberger Aktie: Übernahme in Serbien vollzogen

Der Konzern integriert Univerzum Export-Import, erwartet für 2026 ein niedrigeres operatives EBITDA und kündigt beschleunigte Einsparungen an.

Die Kernpunkte:
  • Serbische Übernahme am 1. Oktober vollzogen
  • Rund 200 Beschäftigte an zwei Standorten
  • 2026-EBITDA-Prognose auf 640 bis 650 Millionen Euro gesenkt
  • Schnellere Kostensenkungen angekündigt

Wienerberger hat die im Mai angekündigte Übernahme des serbischen Baustoffherstellers Univerzum Export-Import vollzogen. Der Vollzug der Transaktion erfolgte am 1. Oktober, und die Integration des Betriebs wurde eingeleitet.

Das Unternehmen aus Aranđelovac betreibt unter anderem ein Ziegelwerk in Inđija und beschäftigt an seinen beiden Standorten rund 200 Personen. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern bei dem Ziegelblockproduzenten mit einem Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro.

Gegenwind auf wichtigen Kernmärkten

Mit diesem Schritt baut Wienerberger seine Präsenz in Südosteuropa weiter aus. Die regionale Erweiterung fällt in eine Phase, in der das Marktumfeld in mehreren traditionellen Kernmärkten von Zurückhaltung geprägt bleibt. Insbesondere im Wohnungsneubau spürt die europäische und nordamerikanische Baubranche eine verhaltene Investitionstätigkeit privater und gewerblicher Auftraggeber, was die Nachfrage nach Baustoffen spürbar dämpft.

Vor diesem Hintergrund passte Wienerberger die eigene Jahresprognose an. Für das operative EBITDA des Gesamtjahres 2026 rechnet das Management mit 640 bis 650 Millionen Euro, nachdem zuvor ein höherer Betrag veranschlagt war.

Für das dritte Quartal stellt der Baustoffkonzern einen Umsatz zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro sowie ein operatives EBITDA von 170 bis 180 Millionen Euro in Aussicht.

Kostensenkungen und Neunmonatszahlen

Verantwortlich für die vorsichtigere Einschätzung ist vor allem die schwache Wohnungsneubau-Nachfrage in Großbritannien sowie in den USA und Kanada. Zudem fiel der erhoffte Aufschwung nach der sommerlichen Baupause im September schwächer aus als angenommen. Zugleich belasten gestiegene Ausgaben für Rohstoffe, Energie und Logistik die operative Marge des Unternehmens.

Um dem Margendruck entgegenzuwirken, hat Wienerberger eine strategische Überprüfung gestartet und beschleunigte Kostensenkungen angekündigt. Ein ausführliches Update zum Stand der eingeleiteten Maßnahmen sowie die Neunmonatsergebnisse will das Unternehmen am 12. November 2026 vorlegen.

Zurückhaltung im europäischen Bausektor

Das gedämpfte Umfeld zeigt sich auch über die Unternehmensgrenzen hinaus. Nach Berechnungen von ING Research dürfte die gesamte Bauleistung in der Europäischen Union im laufenden Jahr lediglich um 0,5 Prozent zulegen. An der Wiener Börse spiegelte sich der anhaltende Druck im Sektor wider: Die Aktie von Wienerberger verlor gestern 3,9 Prozent und ging bei 16,14 Euro aus dem Handel.

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