Wienerberger: Peter Steiner kauft weitere Aktien
Wienerberger steht unter Kursdruck: Ein Aufsichtsrat kauft Aktien, während Moody’s den Ausblick senkt und Analysten das Kursziel reduzieren.

- Aufsichtsrat stockt Wienerberger-Beteiligung auf
- Aktie nahe dem 52-Wochen-Tief
- Fidelity hält 946.000 Wienerberger-Aktien
- Analysten senken Kursziel auf 23,73 Euro
Während die Ratingagentur Moody’s dem Baustoffkonzern Wienerberger vor zwei Tagen einen negativeren Ausblick verpasste, setzt ein Mitglied des eigenen Aufsichtsrats ein gegenteiliges Signal. Peter Steiner erwarb laut einer Pflichtmitteilung Ende der vergangenen Woche über die Wiener Börse weitere Aktien des Unternehmens. Solche Insiderkäufe gelten am Markt traditionell als Vertrauensbeweis in die eigene Aktie.
Der Kauf fällt in eine Phase, in der die Wienerberger-Aktie bereits deutlich unter Druck steht. Der Kurs schloss am Freitag bei 19,84 Euro und liegt damit rund 37 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von Anfang Januar. Zum 52-Wochen-Tief von 19,00 Euro, das erst am 19. August markiert wurde, beträgt der Abstand nur noch 4,4 Prozent – die Aktie bewegt sich also nahe an ihrem Jahrestief.
Institutionelle Anleger bleiben investiert
Nicht nur der Aufsichtsrat zeigt sich unbeeindruckt von der schwierigen Kursentwicklung. Der Fidelity International Small Cap Fund meldete am Freitag einen unveränderten Bestand von 946.000 Wienerberger-Aktien, was einem Anteil von 0,87 Prozent am Unternehmen entspricht.
Der Fonds hat seine Position damit trotz der Turbulenzen der vergangenen Wochen nicht angetastet – ein Hinweis darauf, dass zumindest ein Teil der institutionellen Anlegerschaft an der langfristigen Substanz des Konzerns festhält.
Diese Zurückhaltung bei den Verkäufen kontrastiert mit der skeptischeren Haltung der Ratingagentur. Moody’s bestätigte zwar das bestehende Kreditrating von Wienerberger, senkte aber den Ausblick von „Stabil“ auf „Negativ“. Als Begründung nannte die Agentur schwächere Erträge des Unternehmens. Für Anleger, die Fremdkapitalkosten und Bonität im Blick haben, ist das ein Warnsignal, auch wenn es die eigentliche Bonitätsnote nicht verändert.
Kursziel gesenkt, Gewinnschätzung für 2027 angehoben
Ein uneinheitliches Bild zeichnet sich auch bei den Analysten ab. Mitte August senkte der Analystenkonsens das durchschnittliche Kursziel für Wienerberger um 17 Prozent auf 23,73 Euro – eine deutliche Anpassung nach unten, die die zuletzt enttäuschenden operativen Kennzahlen widerspiegelt.
Gleichzeitig hoben dieselben Analysten ihre Schätzungen für den Gewinn pro Aktie für 2027 leicht an. Diese Diskrepanz zwischen kurzfristiger Skepsis und langfristig optimistischerer Gewinnerwartung dürfte die Stimmung an den Zahlen zum dritten Quartal messen, deren Veröffentlichung für den 5. November angesetzt ist.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite mahnt die Ratingagentur zur Vorsicht, auf der anderen Seite kaufen Insider und halten institutionelle Investoren ihre Positionen. Ob sich diese Zuversicht bewahrheitet, dürfte sich erst mit den nächsten Quartalszahlen zeigen.
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