Wird Teva Pharmaceutical zur Comeback-Story?

Der weltgrößte Hersteller von Generika Teva Pharmaceutical konnte zuletzt bei der Vorlage seines Quartalsergebnisse einen Achtungserfolg verbuchen. Denn dank der absolvierten Übernahme von Actavis im vergangenen Jahr konnte der Umsatz um ein Drittel auf 6,5 Milliarden Dollar gesteigert werden.

© Teva Pharma

Allerdings verhinderte dies nicht, dass unter dem Strich ein Verlust von knapp über 1 Milliarde Dollar anfiel, nachdem das Unternehmen im Vorjahreszeitrum noch einen Gewinn von 485 Millionen Dollar ausweisen konnte. Hauptursachen für diesen deutlichen Rückfall waren Sonderbelastungen aus dem derzeitigen Firmen-Umbau sowie hohe Rückstellungen aus laufenden Verfahren, bei denen Teva sich dem Vorwurf von Preisabsprachen erwehren muss.

Teva Pharma: Kein glückliches Händchen bei Übernahmen

Insgesamt hat Teva schon eine harte Durststrecke hinter sich. Kostete die Aktie im Sommer 2015 noch über 70 Dollar, fiel sie in der Folge bis auf 32 Dollar zurück. Das war Ergebnis einer Reihe von Ereignissen, die das Vertrauen des Kapitalmarktes deutlich störten.

Zu nennen wäre der gescheiterte Übernahmeversuch von Mylan, was Teva unter dem Strich 900 Millionen Dollar kostete. Auch bei der Übernahme der mexikanischen Rimsa für 2,3 Milliarden Dollar zeigte Teva kein glückliches Händchen. Zuletzt sorgte die Übernahme der Generika-Tochter von Allergan, Actavis, für fast 40 Milliarden Dollar in bar und Teva-Aktien für deutliches Grummeln am Markt.

Was zum einen daran lag, dass Teva Pharmaceuticals diesmal die Aktienkomponente mit 14 % extrem niedrig halten musste (frühere Akquisitionen wurden mit einem Aktienteil von 50 % gestemmt). Zum anderen finanzierte Teva die Übernahme von Actavis mit einer massiven Aufnahme von Fremdkapital. Das führte unter dem Strich dazu, dass die Firma derzeit auf einem Schuldenberg von fast 36 Milliarden Dollar sitzt, was in etwa der gesamten Marktkapitalisierung entspricht.

Kommt eine neue Strategie?

Aus Sicht des Marktes ist nun ein Neuanfang gefragt. Dieser muss sich zum einen auf das bestehende Produktportfolio beziehen, da bisherige Blockbuster-Medikamente deutlich an Dynamik verloren haben. Zum andern muss Teva zusehen, seinen Cashflow zu stabilisieren bzw. deutlich auszuweiten, um die Sorgen an der Börse hinsichtlich der hohen Verschuldung zu verringern. Und letztlich geht es auch darum, bei den sicher noch kommenden Akquisitionen deutlich umsichtiger vorzugehen.

Dass der Markt durchaus bereit ist, Teva wieder aufzufangen, sah man schon an der positiven Reaktion vor einigen Tagen. Auslöser war die Ankündigung, dass der bisherige CEO Erez Vigodman, der drei Jahre lang das Ruder in den Händen hielt, seinen Posten abgeben wird. Nachfolger ist der frühere CEO von Cellgene Sol Barer. Dieser Wechsel an der Spitze wird vom Markt als wichtiges Signal für eine neue Firmenstrategie gesehen. Ob man damit Recht hat, wird sich erst noch zeigen müssen. Aber:

Für Investoren, die etwas Zeit mitbringen, könnte sich aus der aktuellen Situation heraus eine sehr attraktive Turnaround-Spekulation ergeben.

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