Wirecard: Schnäppchenjagd nach Kurs-Blutbad?

Als Anbieter von Dienstleistungen rund um den Zahlungsverkehr sitzt Wirecard an einer neuralgischen Stelle der aktuellen und zukünftigen Zahlungstechniken. Das untermauert das Unternehmen auch regelmäßig mit guten bis sehr guten Zahlen. Umso überraschender der jüngste Kurssturz, der offensichtlich auf das Konto von besonders dreisten Shortsellern ging.

Wirecard-Neu1 Mrd. Euro Marktkapitalisierung einfach so ausradiert. Das ist das Ergebnis des gestrigen Börsenhandels von Wirecard. Die Aktie brach um zeitweise ein Viertel ein, nachdem eine neue Studie die Runde machte, die mit altbekannten Vorwürfen spielte und dem Unternehmen Betrug vorwarf. Als Ergebnis schossen die Handelsumsätze um den Faktor 15 in die Höhe und der Aktienkurs ging in die Knie.

Dabei hätte ein näherer Blick auf den Auslöser schnell klar gemacht, dass es sich hierbei selbst um eine mehr als dubiose und unseriöse Quelle handelt. Denn die Studie, die auf gut 100 Seiten dem Unternehmen Betrügereien vorwarf und ein Kursziel von Null Euro ausgab, entbehrt nicht nur jedem Standard von Analysten-Research. Die ausgebende Firma selbst – Zatarra Research & Investigations – scheint vor dem 17. Februar selbst überhaupt nicht existiert zu haben.

Wirecard als Opfer gut ausgewählt

Was entsprechend bei den institutionellen Anlegern schnell ad acta gelegt wurde, schaffte es aber in die sozialen Netzwerke mit den bekannten Auswirkungen. Ein weiteres Mal ein Parade-Beispiel dafür, wie Anleger ungeprüfte „Informationen“ zur Anlageentscheidung, und dann noch in Panik, nutzen. Wobei:

Wirecard war beileibe kein Zufallsopfer. Denn schon in den vergangenen Jahren waren immer wieder Vorwürfe laut geworden, die Firma würde sich an illegalen Geldgeschäften und Bilanzfälschungen beteiligen. Bewiesen konnte bislang nie etwas, doch blieb – wie in solchen Fällen üblich – dennoch etwas hängen. Zumal auch einige seriöse Medien die Studie mit zustimmenden Kommentaren begleiteten. Die Shortseller, die hinter dem Research–Machwerk stecken, hatten also mehr als leichtes Spiel.

Wirecard ist eine absolute Kaufgelegenheit

Wie ist jetzt mit Wirecard zu verfahren? Tatsache ist, dass das Unternehmen weiterhin über beste geschäftliche Aussichten verfügt. Wir würden auch darauf setzen, dass angesichts der inzwischen immer deutlicher durchscheinenden unberechtigten Shortselling-Attacke im operativen Geschäft nichts hängen bleibt. Insofern:

Wirecard-25-02-16

Das aktuelle Kursniveau ist absolutes Schnäppchenniveau. Ob es hier zu einer V-Formation, also schnellen Rebound, kommt oder sich die Aktie erst einmal stabilisieren und dann langsam wieder nach oben arbeiten wird, ist dabei nebensächlich. Aktuell ist Wirecard für uns eine erstklassige Kaufgelegenheit.

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