Wirecard unter Druck: Worauf Investoren jetzt achten sollten

Für die Aktionäre des Zahlungsdienstleisters Wirecard waren die letzten beiden Börsentage wieder extrem unruhig. Denn ein neuer Bericht im Manager-Magazin schürte Zweifel an der Bilanzqualität des Unternehmens. Ein Thema, was schon in der Vergangenheit immer wieder für kurzfristige Ausverkäufe sorgte.

In Kürze zusammengefasst geht es darum, dass der in der Bilanz ausgewiesene Forderungsbestand hinterfragt wird. So wird im Artikel vermutet, dass sich die ausgewiesenen Forderungen über rund 250 Millionen Euro zu einem signifikanten Teil aus ungewöhnlich hohen Sicherheiten ergeben, die Wirecard bei Drittbanken hinterlegt hat. Verschlimmert wird die Sache auch noch dadurch, dass diese Forderungen bei Töchtern in Dubai und Irland angesiedelt sind, von denen kaum etwas bekannt ist.

Was ist mit dem Forderungsbestand?

Das Grundproblem dabei, so zumindest unsere Interpretation nach Lektüre des Artikels, ist weniger der Forderungsbestand an sich, sondern vielmehr der Vorwurf, hier mit unklaren Formulierungen zu arbeiten, was im Endeffekt den unausgesprochenen Vorwurf von Verschleierung in sich trägt.

Wirecard selbst hat gegenüber dem Manager-Magazin die Kritiken zwar versucht auszuräumen. Dies war aber dem Grundtenor des Beitrages nach nicht ausreichend. Wobei uns insgesamt die Tonlage des Beitrages nicht gefallen hat, da zwar durchaus zu Recht die Ungereimtheiten benannt wurden, der unternehmerische Rahmen allerdings schon in die Nähe einer gewissen Anrüchigkeit gerückt wurde. Aber das könnte natürlich auch nur ein subjektiver Eindruck sein.

Wirecard sollte mehr Transparenz zeigen

Als Resultat dieser neuen Berichte muss man sicherlich zwei Schlussfolgerungen ziehen: Wirecard wäre zum einen sehr gut beraten, in der Bilanzierung seiner Geschäfte eine höchstmögliche Transparenz zu zeigen, um die immer wiederkehrenden Vorwürfe von vornherein ins Leere laufen zu lassen. Denn wenn man es nicht tut, nicht tun will oder nicht tun kann, dürfte der aktuelle Vorwurf nicht der letzte gewesen sein.

Zum anderen stehen die Chancen nicht schlecht, dass Wirecard auch diese Affäre technisch wegstecken kann. Auffällig hier sicherlich die Charttechnik, wo die Unterstützungszone bei 43 Euro gehalten hat. D.h. natürlich nicht, dass hier das Rückschlagsrisiko geringer geworden ist. Aber es spricht doch vieles dafür, dass die Investoren bereit sind, der grundsätzlichen Wachstumsstory von Wirecard weiterhin zu glauben.

Fazit: Wer investiert ist, sollte es sicherlich vorerst bleiben. Allerdings bleibt das Risiko von Rückschlägen hoch, eben weil Wirecard in der öffentlichen Wahrnehmung als eine – auch im Artikel so benannte – Blackbox gilt.

%d Bloggern gefällt das: