WisdomTree Cocoa 2x: 3. Juli bei 5.017 Dollar

Wetterextreme und El Niño bedrohen Kakaoplantagen in Westafrika. Ein gehebeltes Zertifikat verzeichnet überproportionale Gewinne.

Die Kernpunkte:
  • Ernteprognosen für Elfenbeinküste sinken drastisch
  • El Niño-Risiko verschärft Versorgungssorgen
  • Kakao-Futures steigen auf über 5.000 Dollar
  • Gehebelter ETP profitiert von Kursanstiegen

Die bestehenden Kakaoplantagen in Westafrika kämpfen gegen das Wetter. Auf den folgenden Monat gerechnet sind die Preise für den Rohstoff um rund 26 Prozent gestiegen. Investoren richten den Blick nun verstärkt auf die drohende Verknappung des Rohstoffs.

Ernteprognosen brechen ein

Die Elfenbeinküste ist der weltweit wichtigste Kakao-Produzent. Für die kommende Saison 2026/27 erwarten Analysten dort nur noch 1,7 bis 1,8 Millionen Tonnen. Das wäre ein deutlicher Rückgang – in der aktuellen Saison waren es noch rund 2,2 Millionen Tonnen.

Hauptgrund sind extreme Wetterbedingungen. Starke Regenfälle führen zu Überschwemmungen auf den Plantagen. Die aktuelle Ernte wird behindert, der Transport der Bohnen zu den Häfen stockt. Obendrein breiten sich Pilzkrankheiten und Schädlinge aus. Das schädigt die Kakaoschoten massiv.

El Niño verschärft die Lage

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) rechnet mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für ein Erstarken des El Niño-Phänomens. Konkret liegt die Wahrscheinlichkeit zwischen Juni und August 2026 bei etwa 80 Prozent. Für Westafrika bedeutet das ein erhöhtes Risiko für heiße, trockene Winde. Diese setzen die Pflanzen unter erheblichen Wasserstress.

Die Kakao-Futures haben diese Risiken bereits eingepreist. Am 3. Juli notierte die Tonne bei rund 5.017 US-Dollar. Das Niveau wird durch die Erwartung eines globalen Versorgungsdefizits gestützt – trotz kurzfristiger Schwankungen.

Hebelprodukt profitiert überproportional

Der WisdomTree Cocoa 2x Daily Leveraged EUR bildet die zweifach gehebelte tägliche Entwicklung des Bloomberg Cocoa Sub Index ab. Die jüngsten Preissteigerungen wirken sich daher überproportional auf die Performance des ETP aus.

Der Markt bleibt im Vorjahresvergleich auf niedrigerem Niveau. Die Angebotsrisiken verschieben jedoch den Fokus: weg von den hohen Lagerbeständen, hin zu drohenden Produktionsausfällen.

Entscheidende Wochen stehen bevor

Für die kommenden Wochen sind die Feldberichte aus Ghana und der Elfenbeinküste entscheidend. Erste Zählungen von Blüten und jungen Schoten deuten darauf hin, dass die Entwicklung hinter den Vorjahreswerten zurückbleibt. In Ghana erschweren zudem Überschwemmungen den Zugang der Farmer zu den Anbaugebieten.

Die Kombination aus unmittelbaren Ernteschäden durch Nässe und der drohenden Trockenheit durch El Niño schafft ein volatiles Umfeld für das Hebelprodukt. Fundamentale Angebotsdaten geben dabei die Richtung vor – und sie sprechen derzeit eine klare Sprache.

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