WisdomTree Coffee 3x: 9,1 Prozent Sprung auf 11,20 Euro

Sorgen um Frost in Brasilien und Erdbebenfolgen in Kolumbien treiben den Kaffeepreis. Das Hebel-Zertifikat von WisdomTree legt deutlich zu.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung von 9,1 Prozent
  • Frostwarnung für Brasiliens Kaffeeanbau
  • Erdbeben stört kolumbianische Exportlogistik
  • Lagerbestände auf 2,75-Jahres-Tief

Der WisdomTree Coffee 3x Daily Leveraged verzeichnete heute einen Kurssprung von 9,1 %. Ausschlaggebend für die deutliche Aufwärtsbewegung auf 11,20 € sind akute Sorgen um das Angebot in den wichtigsten Anbauregionen Südamerikas. Neben einer drohenden Frostperiode in Brasilien belasten Ernteverzögerungen und die Folgen eines Erdbebens in Kolumbien den globalen Kaffeemarkt.

Frostgefahr in Brasilien löst Alarmbereitschaft aus

Das nationale Meteorologische Institut Brasiliens (Inmet) prognostiziert den Einbruch einer polaren Kaltluftmasse in den südlichen und zentral-südlichen Landesteilen. Davon ist insbesondere der Bundesstaat Minas Gerais betroffen, die wichtigste Anbauregion für Arabica-Kaffee. Für das kommende Wochenende besteht ein hohes Frostrisiko, das die Bestände unmittelbar bedrohen könnte.

Bereits Anfang August gab es erste Warnungen vor einem Kälteeinbruch auf der Südhalbkugel. Die aktuelle Wetterlage trifft auf einen Markt, der ohnehin mit einem knappen Angebot kämpft. Experten der Rabobank wiesen zudem darauf hin, dass heftige Regenfälle in den vergangenen Wochen dazu führten, dass Kaffeekirschen vorzeitig abgefallen sind. Dies dürfte die Verfügbarkeit von Premium-Qualitäten für die laufende Saison einschränken.

Verzögerte Ernte und logistische Engpässe

Zusätzlicher Preisdruck entsteht durch das schleppende Tempo der brasilianischen Ernte. Laut Safras & Mercado war die Arabica-Ernte zum 12. August erst zu 86 % abgeschlossen. Im Vorjahr lag dieser Wert zum gleichen Zeitpunkt bei 95 %, während der Fünfjahresdurchschnitt bei 94 % liegt. Parallel dazu erschweren die Folgen eines Erdbebens vom 10. August in Kolumbien die Situation. Medienberichten zufolge kam es in dem weltweit zweitgrößten Arabica-Produzentenland zu anhaltenden Störungen der Exportlogistik.

An der New Yorker Börse erreichten die Kaffeepreise daraufhin ein Sechseinhalb-Monats-Hoch. Gestützt wird dieser Trend durch sinkende Lagerbestände. Die ICE Futures US meldete einen Rückgang der zertifizierten Bestände auf ein 2,75-Jahres-Tief von 229.214 Säcken. Mit dem heutigen Anstieg notiert das Hebel-Zertifikat nun etwa 11 % über dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,09 €.

Uneinigkeit über künftige Erntemengen

Trotz der kurzfristigen Verknappung gehen die Prognosen für die langfristige Versorgung auseinander. Während das Analysehaus Marex Group eine Rekordernte von 75,9 Millionen Säcken für die Saison 2026/27 erwartet, kalkuliert die Coffee Trading Academy vorsichtiger mit 71,4 Millionen Säcken. Diese unterschiedlichen Einschätzungen spiegeln die hohe Volatilität am Markt wider.

Technische Käufe nach einem Anstieg der Arabica-Futures am Dienstag trugen ebenfalls zur Dynamik bei, während Investoren die Wettermodelle für Brasilien nun genau beobachten. Die Kombination aus klimatischen Risiken und logistischen Hürden in Kolumbien sorgt dafür, dass die Versorgungslage kurzfristig angespannt bleibt, was die Hebelwirkung des ETC verstärkt zur Geltung bringt.

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