WisdomTree Natural Gas 3x: 11-Prozent-Sturz am Freitag

Höhere US-Gasvorräte und schwächere Nachfrage belasten den Markt; der gehebelte WisdomTree-ETP verliert am Freitag 11 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • ETP fällt am Freitag um 11 Prozent
  • Jahresminus weitet sich auf 81 Prozent aus
  • US-Gasspeicher legen um 53 Bcf zu
  • Pipeline-Störung senkt Transportkapazität zeitweise

Am heutigen Freitag verzeichnet der WisdomTree Natural Gas 3x Daily Leveraged einen deutlichen Kursrückgang von -11 %, womit sich der Verlust seit Jahresanfang auf insgesamt -81 % ausweitet.

Nachdem die Notierungen für US-Erdgas am Vortag noch kräftig zugelegt hatten, sorgen aktuelle Lagerdaten der staatlichen US-Energiebehörde EIA und Gewinnmitnahmen für einen Rücksetzer. Der aktuelle Kurs notiert bei 0,5182 GBP und spiegelt damit die hohe Volatilität des zugrunde liegenden Terminmarktes wider, die durch den dreifachen Hebel des Produkts verstärkt wird.

EIA-Bericht meldet Zunahme der Vorräte

Die Energy Information Administration (EIA) veröffentlichte am gestrigen Donnerstag ihren wöchentlichen Lagerbericht, der einen Aufbau der US-Erdgasbestände um 53 Milliarden Kubikfuß (Bcf) für die Woche bis zum 18. September ausweist.

Dieser Wert lag leicht über den Erwartungen von Analysten, die im Mittel mit einem Zuwachs von 50 bis 51 Bcf gerechnet hatten. Damit stiegen die gesamten Arbeitsgasbestände in den unterirdischen Speichern der USA auf 3.351 Bcf.

Trotz des Aufbaus liegen die Vorräte weiterhin rund 4,2 % unter dem Niveau des Vorjahres, während sie den fünfjährigen Durchschnitt um etwa 2,9 % übertreffen. Medienberichten zufolge schrumpft dieser Überschuss gegenüber dem langfristigen Mittel jedoch seit sechs Wochen kontinuierlich, da die Einspeisungen saisonal untypisch niedrig ausfielen.

Dennoch belasten die stabilen Lagerbestände in Kombination mit einer im Jahresvergleich um 5,9 % gesunkenen Nachfrage in den unteren 48 US-Bundesstaaten das kurzfristige Preispotenzial am Henry Hub.

Infrastruktur-Probleme in West Virginia

Für kurzzeitige Turbulenzen sorgte eine Meldung des Energieunternehmens TC Energy. Das Unternehmen rief für das Pipeline-System Mountaineer XPress in West Virginia einen Fall von höherer Gewalt (Force Majeure) aus.

Aufgrund mechanischer Probleme an einer Verdichterstation musste der Druck in einer wichtigen Leitung reduziert werden, was die Transportkapazität um geschätzt 1,8 Milliarden Kubikfuß pro Tag verringerte. Dies entspricht etwa 1,6 % des gesamten US-Angebots.

Diese Nachricht löste am Donnerstag zunächst eine Rallye bei den Gas-Futures aus, bei der die Preise zeitweise um über 9 % sprangen. Händler nutzten den Durchbruch technischer Widerstände für Eindeckungskäufe leer verkaufter Positionen.

Am heutigen Freitag beruhigte sich die Lage am Terminmarkt jedoch wieder, da keine weiteren Versorgungsausfälle für Endverbraucher oder Kraftwerke gemeldet wurden. Die Marktteilnehmer richten ihren Fokus nun wieder verstärkt auf die fundamentale Angebotsseite, die trotz der Pipeline-Störung durch eine hohe Produktion von rund 111,6 Bcf pro Tag geprägt bleibt.

Super El Niño dämpft langfristige Nachfrageerwartung

Übergeordnet wird die Stimmung am Gasmarkt durch klimatische Prognosen beeinflusst. Die US-Wetterbehörde NOAA und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnen vor einem „Super El Niño“, der im kommenden Winter seine maximale Intensität erreichen könnte. Aktuelle Messungen im äquatorialen Pazifik zeigen eine Anomalie der Oberflächentemperaturen von 3,05 °C über dem Normalwert – dies ist der höchste jemals im September gemessene Wert.

Ein starkes El-Niño-Ereignis korreliert historisch oft mit einem milderen Winter in großen Teilen Nordamerikas. Sollten sich diese Vorhersagen bewahrheiten, könnte die Heiznachfrage in den kommenden Monaten deutlich unter den Erwartungen bleiben.

Während geopolitische Faktoren, wie die Eskalation zwischen den USA und dem Iran vor rund zwei Wochen, die Preise seither um etwa 3,9 % stützten, überwiegen derzeit die Sorgen vor einem überversorgten Markt bei gleichzeitig nachlassenden winterlichen Nachfrageimpulsen.

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