WisdomTree Silver 3x: 26,79% Monatsverlust nach Fed-Bericht

Der WisdomTree Silver 3x ETF verliert auf Wochensicht über zwölf Prozent. Auslöser ist ein Fed-Bericht mit Inflationswarnungen, der Zinserhöhungsängste schürt.

Die Kernpunkte:
  • Wöchentlicher Verlust von 12,66 Prozent
  • Fed-Bericht warnt vor Inflationsrisiken
  • Zinserhöhung im September wird wahrscheinlicher
  • Silber-Spotpreis fällt auf rund 59,57 Dollar

Ein dreifach gehebeltes Silber-Papier kann in schlechten Wochen dreifach schmerzhaft werden. Genau das erleben Anleger im WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged ETF gerade. Das Produkt schloss den Handelstag am Freitag mit einem Minus von 2,69 Prozent bei 7,46 US-Dollar.

Auf Wochensicht steht ein Verlust von 12,66 Prozent zu Buche. Über 30 Tage summiert sich der Rückgang sogar auf 26,79 Prozent. Auslöser ist keine Panik im Silbermarkt selbst, sondern ein Bericht der US-Notenbank.

Der Fed-Bericht als Wendepunkt

Am 10. Juli veröffentlichte die Federal Reserve ihren halbjährlichen Bericht zur Geldpolitik. Darin warnt die Notenbank vor anhaltenden Inflationsrisiken durch Zölle, den Iran-Konflikt und gigantische Investitionen in künstliche Intelligenz. Allein die KI-Ausgaben der großen Tech-Konzerne sollen 2026 die Marke von 800 Milliarden Dollar übersteigen, bis 2027 könnten es laut manchen Prognosen sogar 1,1 Billionen Dollar werden.

Die Marktreaktion folgte prompt. Laut CME FedWatch-Daten stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September auf rund 69 Prozent. Für Silber als zinslosen Vermögenswert ist das Gift: Steigende Zinsen machen verzinste Anlagen attraktiver und Edelmetalle entsprechend unattraktiver.

Die Folge: ein breiter Ausverkauf in der gesamten Edelmetallbranche.

Silber in der Korrekturphase

Der Spotpreis für Silber lag am Freitag bei etwa 59,57 Dollar je Feinunze. Die industrielle Nachfrage bleibt intakt, gerade KI-Hardware benötigt Silber in erheblichen Mengen. Trotzdem befindet sich das Metall nun klar in einer Korrektur.

Historisch betrachtet sind Rücksetzer dieser Größenordnung nach starken Kursanstiegen keine Seltenheit. Analysten verweisen auf vergangene Silber-Zyklen, in denen Korrekturen nach einem Ausbruch häufig zwischen 22 und 30 Prozent tief ausfielen. Der aktuelle Rückgang bewegt sich damit im historisch üblichen Rahmen.

Auch bei den Minenwerten zeigen sich erste Reaktionen. Die Investmentbank HC Wainwright bestätigte am Freitag zwar ihr „Buy“-Rating für First Majestic Silver, senkte aber das Kursziel von 30,75 auf 26,00 Dollar. Die Aktie notierte zu diesem Zeitpunkt bei rund 17,14 Dollar, leicht im Minus.

Technisches Bild zeigt Erschöpfung

Der 14-Tage-RSI des gehebelten ETFs steht aktuell bei 35,8. Das Papier nähert sich damit der überverkauften Zone – ein Signal, dass der Abwärtsdruck der vergangenen Woche allmählich nachlassen könnte.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 157,47 Prozent. Diese Zahl zeigt, wie stark ein dreifach gehebeltes Produkt Kursbewegungen verstärkt – nach oben wie nach unten.

Für die kommende Woche richtet sich der Blick auf neue US-Inflationsdaten sowie weitere Aussagen von Fed-Vertretern zur Preisstabilität. Beide Faktoren dürften direkten Einfluss auf die Zinserwartungen und damit auf den weiteren Kursverlauf von Silber und dem gehebelten ETF haben.

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