WisdomTree Silver 3x: 44-Prozent-Sturz in Monat, dann 15,88% Rebound

Der WisdomTree Silver 3x ETC erholt sich nach 44% Verlust. Schwache US-Daten und Zinssenkungshoffnungen treiben die Rally.

Die Kernpunkte:
  • Wöchentliches Plus von 15,88 Prozent
  • Schwache US-Arbeitsmarktdaten als Auslöser
  • Analystenziele zwischen 44 und 309 Dollar
  • Angebotsdefizit stützt langfristige Preise

Der WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged ETC erlebte einen massiven Ausverkauf. Innerhalb eines Monats verlor das Hebelprodukt 44,42 Prozent an Wert. Dann folgte die Wende. Der Kurs schoss auf Wochensicht um 15,88 Prozent nach oben. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 8,54 US-Dollar.

Makrodaten befeuern die Rally

Schwächere US-Arbeitsmarktdaten lieferten den entscheidenden Impuls für die scharfe Erholung. Am Freitag legte der ETC um weitere 4,85 Prozent zu. Investoren rechnen nun verstärkt mit sinkenden Zinsen. Niedrigere Zinsen senken die Opportunitätskosten für Edelmetalle. Parallel dazu stützen Berichte über eine mögliche Waffenruhe zwischen den USA und Iran den Silberpreis. Auch das schrumpfende Gold-Silber-Verhältnis verleiht der Aufwärtsbewegung neue Kraft.

Extreme Schwankungen

Der synthetische ETC bildet die tägliche Preisentwicklung von Silber-Futures dreifach ab. Diese Struktur erklärt die massiven Ausschläge. Eine annualisierte Volatilität von 149,68 Prozent unterstreicht das enorme Risiko. Der herbe Verlust der Vormonate resultiert direkt aus diesem Zinseszinseffekt. Trotz der jüngsten Kursgewinne bleibt der ETC technisch angeschlagen. Mit einem RSI-Wert von 36,0 gilt das Produkt weiterhin als überverkauft.

Analysten drastisch gespalten

Experten bewerten den weiteren Preisverlauf für das laufende Jahr völlig unterschiedlich. Die großen Investmentbanken rufen drastisch abweichende durchschnittliche Kursziele aus:

  • J.P. Morgan: 81 US-Dollar
  • Bank of America: 85,93 US-Dollar (zuvor 65 US-Dollar)
  • Commerzbank: 90 US-Dollar (95 US-Dollar im Folgejahr)

Einige Marktakteure skizzieren noch extremere Szenarien. TD Securities rechnet mit einem Absturz auf 44 US-Dollar je Unze. Auf der anderen Seite erwarten optimistische LBMA-Umfrageteilnehmer Preise von über 165 US-Dollar.

Die Bank of America entwirft obendrein ein aggressives Bullenszenario. Fällt das Gold-Silber-Verhältnis auf historische Tiefstände, halten die Strategen Kurse von 135 bis 309 US-Dollar für machbar. Dies formuliert die Bank explizit als Best-Case-Szenario.

Gegenwind bei der Nachfrage

Die fundamentalen Daten senden gemischte Signale. Das Silver Institute erwartet im sechsten Jahr in Folge ein Angebotsdefizit. Das stützt die Preise auf lange Sicht. Indes schwächelt die industrielle Nachfrage. Der weltweite Silberverbrauch in der Produktion soll um zwei Prozent fallen. Hersteller verbauen aus Kostengründen immer weniger Silber in modernen Solarmodulen.

Für den dreifach gehebelten ETC bleiben die kommenden Wochen hochvolatil. Ändert die US-Notenbank unerwartet ihren Kurs, radiert das die jüngsten Gewinne sofort aus. Das Gleiche gilt für einen plötzlichen Anstieg des US-Dollars. Neue US-Arbeitsmarktdaten liefern den nächsten harten Impuls. Fallen diese schwach aus, erhält die Erholung weiteres Futter. Überrascht der Arbeitsmarkt jedoch mit Stärke, droht dem Hebelprodukt der nächste abrupte Absturz.

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