WiseTech Global: Fast 13 Prozent Erholung
WiseTech-Aktie erholt sich um fast 13 Prozent, nachdem Medienberichte über Ermittlungen gegen den Gründer den Kurs auf ein Jahrestief gedrückt hatten.

- Kurserholung um fast 13 Prozent
- Ermittlungen gegen Executive Chairman
- Operatives Geschäft bleibt stabil
- Umbau mit KI-Investitionen geplant
Der Logistiksoftware-Spezialist WiseTech Global legt am Mittwoch eine kräftige Kurserholung hin. Die Aktie steigt um fast 13 Prozent auf 20,05 Euro – und macht damit einen Teil der schweren Verluste der vergangenen Tage wett.
Noch am Dienstag war der Titel auf ein 52-Wochen-Tief von 17,58 Euro gefallen. Auslöser waren Medienberichte über Ermittlungen der australischen Bundespolizei gegen Executive Chairman Richard White. Dabei geht es den Berichten zufolge um angebliche Falschangaben in einem Visumsantrag. Zudem soll White den Aufenthaltsstatus einer Frau ausgenutzt haben. Der Unternehmensgründer bestreitet die Vorwürfe. WiseTech erklärte, die Berichte beträfen eine private Angelegenheit – dem Unternehmen sei keine offizielle Untersuchung bekannt.
Ermittlungen gegen den Gründer
Die Vorwürfe hatten die Aktie innerhalb weniger Tage massiv unter Druck gesetzt. Vor dem Hintergrund der negativen Berichterstattung war das Vertrauen vieler Anleger deutlich gesunken. Der Rücksetzer auf das tiefste Niveau seit August 2021 (in Australischen Dollar) zeigte das Ausmaß der Verunsicherung.
Die heutige Erholung deutet darauf hin, dass einige Marktteilnehmer den jüngsten Ausverkauf für übertrieben halten und auf günstige Einstiegskurse spekulieren. Dennoch ist die Stimmung fragil. Die Governance-Probleme rund um den charismatischen Gründer bleiben ein Risikofaktor.
Auf Jahressicht notiert die WiseTech-Aktie mit minus 48,7 Prozent tief im roten Bereich. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 48,40 Euro beträgt 58,6 Prozent. Der RSI von 39,2 signalisiert zwar keine Überverkauftheit mehr, aber weiterhin eine angespannte Lage.
Geschäft läuft – Belastung durch Governance-Debatte
Das operative Geschäft zeigt sich von den Turbulenzen bislang unbeeindruckt. WiseTech ist mit der Plattform CargoWise tief in den globalen Logistikabläufen verankert. Die hohe Integration bei Spediteuren und Zollagenten sorgt für stabile Umsätze.
Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026. Der Umsatz soll zwischen 1,39 und 1,44 Milliarden US-Dollar liegen – ein kräftiger Sprung, der vor allem den erstmaligen Volljahresbeitrag der übernommenen US-Firma e2open spiegelt. Das EBITDA wird auf 550 bis 585 Millionen US-Dollar taxiert.
Parallel treibt WiseTech den Umbau voran. Rund 2.000 Stellen sollen innerhalb von zwei Jahren wegfallen. Die eingesparten Mittel fließen in den Ausbau der Künstlichen Intelligenz. Allein im ersten Halbjahr 2026 investierte der Konzern 175,3 Millionen US-Dollar in Forschung und Entwicklung.
Die operative Stärke steht jedoch im Schatten der Governance-Krise. Solange die Ermittlungen nicht aufgeklärt sind, bleibt der Druck auf die Aktie erhalten. Der heutige Rebound ist ein positives Zeichen – ob er nachhaltig ist, hängt davon ab, ob White die Vorwürfe substanziell entkräften kann.
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