Wolters Kluwer Aktie: Libra schreibt mit
Drafting bündelt juristische Recherche, Dokumentenbearbeitung und Kanzleivorlagen in einer Libra-Arbeitsumgebung.

- Neue Drafting-Funktion in Libra vorgestellt
- Dokumente direkt im Libra Editor bearbeiten
- Kanzleivorlagen automatisch auf Entwürfe übertragen
- Weitere Funktionen und Systemanbindungen angekündigt
Wolters Kluwer baut seine Rechtsplattform Libra weiter aus. Die Juristensparte hat heute „Drafting“ vorgestellt, eine Funktion, mit der Anwälte Word-Dokumente komplett im KI-Arbeitsbereich erstellen und bearbeiten können. Der Wechsel zwischen verschiedenen Programmen soll damit entfallen.
Zweiter Weg neben dem Word-Add-in
Libra bietet bereits ein Add-in für Microsoft Word, das viele Juristen nutzen. Drafting kommt nun als Alternative dazu. Nutzer können in Word bleiben oder den gesamten Prozess in der Libra-Umgebung abwickeln.
Kernstück ist der Libra Editor, eine Word-ähnliche Oberfläche. Darin lassen sich Dokumente verfassen und überarbeiten, Änderungen nachverfolgen, Kommentare setzen und rechtliche Recherchen durchführen. Auch die Zusammenarbeit mit Kollegen läuft direkt dort.
Kanzleivorlagen als Unterscheidungsmerkmal
Das Unternehmen hebt einen Punkt besonders hervor: den Umgang mit bestehenden Vorlagen. Kanzleien laden ihre Word-Templates hoch, Libra erkennt und speichert die Formatierung und wendet sie automatisch auf neue Entwürfe an. Manuelles Nachformatieren entfällt.
Im Dokument selbst kann die KI Klauseln überarbeiten, Formulierungen verbessern, Vorlagen befüllen oder Alternativen vorschlagen. Alle Änderungen bleiben sichtbar. Sie lassen sich sofort übernehmen oder als Vorschlag annehmen und ablehnen, ähnlich wie bei der Änderungsverfolgung in Word.
Hinzu kommt die Verknüpfung mit der juristischen Recherche. Anwälte können Rechtsfragen klären, Quellen einsehen und die Ergebnisse direkt auf einzelne Abschnitte anwenden. Libra-Chef Viktor von Essen spricht davon, Recherche, Prüfung und Dokumentenerstellung in einer Umgebung zu bündeln, bei voller Kontrolle der Nutzer über das Endergebnis.
Ausbau geplant
Der Konzern will Drafting weiterentwickeln. Angekündigt sind zusätzliche Funktionen für die Dokumentenerstellung, Workflow-Automatisierung und wissensgestützte Dokumentenverarbeitung. Dazu sollen Anbindungen an juristische Fachsysteme und Dokumentenmanagement kommen. Einen Zeitplan nennt das Unternehmen nicht.
Strategisch passt der Schritt zur Linie des Konzerns, KI tief in die Arbeitsabläufe seiner Kunden zu integrieren. Wolters Kluwer erzielte 2025 einen Umsatz von 6,1 Milliarden Euro, ein Teil davon stammt aus dem Segment Legal & Regulatory, dem Libra zugeordnet ist.
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