Wolters Kluwer Aktie: Unüberwindbare Hürden?
Der Informationsdienstleister Wolters Kluwer kämpft mit einem langwierigen Medizin-Journal-Skandal und sieht sich durch neue KI-Tools im Kerngeschäft herausgefordert. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief.

- Langwierige Untersuchung zu 126 Artikeln abgeschlossen
- Neue KI-Tools setzen Geschäftsmodelle unter Druck
- Eigene abgesicherte KI-Lösung 'Libra' wird ausgebaut
- Aktienkurs fiel zeitweise um bis zu 13 Prozent
Wolters Kluwer muss gleich an zwei Fronten liefern: In der Medizinsparte geht es um die Aufarbeitung von Unregelmäßigkeiten, im Kerngeschäft nimmt der technologische Gegenwind durch neue KI-Tools spürbar zu. Beides trifft einen Markt, der Informationsdienstleister zuletzt nervös neu bewertet hat. Was steckt hinter den aktuellen Themen – und wie reagiert der Konzern operativ?
Medizin-Journal: Untersuchung endet nach 3,5 Jahren
Am 20. Februar veröffentlichte der Verlag eine offizielle „Expression of Concern“ zu 126 Artikeln in der Fachzeitschrift Medicine. Damit endet eine interne Untersuchung, die sich über dreieinhalb Jahre zog.
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Auslöser war 2022 ein Hinweis eines Gutachters auf 127 auffällige Protokollstudien von Forschern aus China. Die Untersuchung ergab unter anderem, dass 117 der markierten Arbeiten im Jahr 2020 eingereicht worden waren. Besonders heikel: Laut interner Prüfung wurden mehrere Manuskripte teils innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen nach Einreichung zur Veröffentlichung angenommen – ein deutliches Warnsignal für mögliche Verfahrensmängel.
KI sorgt für Neubewertung im Sektor
Parallel zu diesem operativen Thema steht der gesamte Markt für Legal-Tech und Informationsservices unter Druck. Anfang Februar kam es zu einer spürbaren Neubewertung, nachdem Anthropic den „Claude Cowork“-Agenten vorgestellt hatte. Spezifische Plug-ins, die juristische Aufgaben automatisieren sollen – etwa Vertragsprüfung, Vorsortierung von NDAs oder Compliance-Tracking – lösten einen breiten Abverkauf bei Datenanalyse- und Softwarewerten aus.
In der ersten Marktreaktion rutschten die Wolters-Kluwer-Papiere zeitweise um bis zu 13% ab. Vergleichbare Kursreaktionen gab es auch bei Wettbewerbern wie Thomson Reuters und RELX. Analysten, unter anderem von Schroders, warnten in diesem Zusammenhang, dass leistungsfähigere KI-Tools klassische nutzerbasierte Geschäftsmodelle in Rechts- und Informationsmärkten unter Druck setzen könnten.
Ein zusätzlicher Aspekt kommt aus den USA: Jüngste Urteile von Bundesgerichten verdeutlichten, dass Rechtsrecherche über Consumer-Chatbots wegen Datenweitergabe-Regeln möglicherweise nicht vom Anwaltsgeheimnis (Attorney-Client Privilege) geschützt ist. Das erhöht die Hürden für „offene“ KI im Kanzlei-Alltag – und stärkt den Bedarf an abgesicherten Enterprise-Lösungen.
Libra: Expansion als Antwort
Genau hier setzt Wolters Kluwer mit eigenen Produkten an. Der Konzern treibt den europaweiten Ausbau seines Legal-AI-Workspaces „Libra“ voran, der generative KI direkt mit lokalen Gesetzestexten, Rechtsprechung und Fachkommentaren aus dem eigenen Bestand verknüpfen soll.
Am 18. Februar wurde „Libra“ in Italien gestartet, nachdem zuvor bereits der Rollout in Polen erfolgt war. Kernpunkt ist ein abgeschirmtes Umfeld: Die KI-Verarbeitung soll innerhalb einer sicheren Umgebung stattfinden, um Vertraulichkeitsanforderungen von Rechtsabteilungen und Kanzleien besser zu erfüllen und die eigene Position in diesem Kundenkreis zu verteidigen.
Zumindest an der Börse ist die Nervosität noch nicht verschwunden: Mit 62,58 € liegt die Aktie nahe dem jüngsten 52-Wochen-Tief – ein Hinweis darauf, wie stark die Kombination aus Sektor-Druck und operativen Schlagzeilen derzeit auf der Bewertung lastet.
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