Workday Aktie: KI-Agenten als Autopilot
Workday führt Sana als neue KI-Oberfläche ein und vereinbart den Kauf von C1.ai; mehrere Agenten starten zunächst bei frühen Kunden.

- Talent-Agent koordiniert Bewerberauswahl und Termine
- Sana wird zur neuen Workday-Oberfläche
- Sana ist in Drittplattformen nutzbar
- Übernahmevereinbarung für C1.ai unterzeichnet
Workday will seine Software vom Werkzeug zum Mitarbeiter umbauen. Auf der Hausmesse Workday Rising in Las Vegas stellte der Konzern heute gleich mehrere KI-Neuheiten vor, dazu eine Übernahme. Der rote Faden: Agenten, die Arbeit selbstständig erledigen, statt nur Fragen zu beantworten.
Autopilot statt Copilot
Im Zentrum stehen neue Agenten für Personal, Finanzen und IT. Der Talent Acquisition Agent überwacht offene Stellen, sucht passende Kandidaten und koordiniert Interviewtermine. Ansprachen an Bewerber gehen erst nach Freigabe durch den Recruiter raus. Frühe Kunden können die Funktion ab sofort nutzen, die allgemeine Verfügbarkeit ist für Anfang 2027 geplant.
Auch der Payroll Agent, der Accounting Agent und der Deployment Agent sollen Autopilot-Fähigkeiten erhalten. Der Payroll Agent soll fehlende Gehaltsdaten vor dem Abrechnungslauf erkennen. Der Accounting Agent soll Finanzdaten fortlaufend prüfen, damit Wirtschaftsprüfungen weniger zum Kraftakt werden. Für diese drei Agenten ist der Start bei frühen Kunden Anfang 2027 geplant.
Der Deployment Agent hat bereits eine gewisse Basis: Seit seiner Vorstellung im September 2025 haben ihn nach Unternehmensangaben knapp 5.000 Kunden aktiviert.
Sana wird zur Oberfläche
Orchestriert werden die Agenten von Sana. Die KI-Engine ersetzt künftig als neues Workday Home die klassische Benutzeroberfläche. Mitarbeiter fordern Aufgaben in natürlicher Sprache an, etwa Spesen freigeben, Urlaub beantragen oder Passwörter zurücksetzen. Die Oberfläche erzeugt dafür in Echtzeit Formulare und Kalender, angetrieben vom Modell Jev von TypeSafe AI. Die Funktion ist ab sofort verfügbar.
Hinzu kommt Sana Concierge, ein Service-Agent für HR- und IT-Anfragen, der Fälle lösen soll, bevor Tickets entstehen. Er läuft bei frühen Kunden und soll im ersten Quartal 2027 allgemein erhältlich sein.
Zudem öffnet Workday Sana für Drittplattformen. Die Nutzung ist bereits in Googles Gemini Enterprise, Microsoft Copilot, Teams und Slack möglich, in Claude Cowork läuft sie im Early Access. Die Drittanbieter erhalten keinen direkten Zugriff auf Workday-Daten, Sana vermittelt und prüft Berechtigungen.
Zukauf für die Zugriffskontrolle
Obendrein kündigte Workday die Übernahme von C1.ai an, einer Plattform für Identitäts- und Zugriffsverwaltung von Menschen und KI-Agenten. Die Vereinbarung ist unterzeichnet. Ziel ist, Workday zur zentralen Kontrollinstanz dafür zu machen, wer und was auf welche Systeme zugreifen darf. Den Kaufpreis nannte das Unternehmen nicht.
Der Abschluss wird im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet, das am 31. Januar 2027 endet. Er steht unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen. Bis dahin dürfte sich zeigen, wie viele Kunden die Autopilot-Funktionen in der Praxis tatsächlich freischalten.
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