Worthington Steel Aktie: Beherrschungsvertrag mit Klöckner unterzeichnet

Worthington Steel hat den Beherrschungsvertrag mit Klöckner unterzeichnet. Aktionäre stimmen am 23. Oktober über die endgültige Wirksamkeit ab.

Die Kernpunkte:
  • Vertrag mit Klöckner & Co unterzeichnet
  • Aktionärsvotum für 23. Oktober angesetzt
  • 11 Euro je Aktie als Abfindung
  • Jährlicher Ausgleich von 0,67 Euro

Worthington Steel hat gestern einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Klöckner & Co SE unterzeichnet. Dieser Schritt markiert eine entscheidende Phase in der vollständigen Integration des Unternehmens in den US-Konzern. Damit festigt das an der New Yorker Börse (NYSE: WS) gelistete Unternehmen seine operative und finanzielle Führung.

Der Vertrag ermöglicht es Worthington Steel, künftig direkte Weisungen an den Vorstand der Tochtergesellschaft zu erteilen und die Ergebnisse des Unternehmens vollständig zu verrechnen.

Details zum Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag

Für die endgültige Wirksamkeit der Vereinbarung ist die formale Zustimmung der Aktionäre erforderlich. Dazu wurde eine außerordentliche Hauptversammlung für den 23. Oktober einberufen. Damit der Vertrag rechtskräftig wird, müssen mindestens 75 Prozent des bei der Abstimmung vertretenen Grundkapitals dem Vorhaben zustimmen. Medienberichten zufolge wird mit einer Umsetzung des Abkommens frühestens zum 1. Januar 2027 gerechnet.

Durch den Vertrag geht die operative Leitung noch enger an die Muttergesellschaft über. Die Vereinbarung stellt sicher, dass Gewinne und Verluste zwischen den Gesellschaften direkt transferiert werden können. Dies ist ein Standardverfahren im deutschen Aktienrecht, um eine Tochtergesellschaft vollständig in die Konzernstrukturen einzubinden und steuerliche sowie organisatorische Vorteile zu nutzen.

Abfindung für verbliebene Minderheitsaktionäre

Im Rahmen des Abkommens unterbreitet Worthington Steel den verbliebenen Minderheitsaktionären von Klöckner ein strukturiertes Abfindungsangebot. Den Anteilseignern stehen dabei zwei verschiedene Optionen zur Wahl. Sie können ihre Papiere gegen eine Barabfindung in Höhe von 11,00 Euro je Aktie eintauschen. Dieser Betrag dient als Entschädigung für das Ausscheiden aus der Gesellschaft.

Alternativ besteht für die Aktionäre die Möglichkeit, weiterhin im Unternehmen investiert zu bleiben. In diesem Fall erhalten sie eine garantierte jährliche Ausgleichszahlung. Diese wurde auf brutto 0,67 Euro pro Aktie festgesetzt. Mit diesem zweigleisigen Angebot reagiert das Unternehmen auf die gesetzlichen Anforderungen zum Schutz von Minderheitsaktionären bei derartigen Beherrschungsverträgen.

Einbindung in den Konzernverbund ab 2027

Die gestrige Unterzeichnung ist die konsequente Fortsetzung eines Prozesses, der bereits Anfang des Jahres eingeleitet wurde. Das vorangegangene Übernahmeangebot wurde am 3. Juni abgeschlossen. Daraufhin folgte am 12. August das Delisting der Klöckner-Aktie von der Börse. Mit dem nun geschlossenen Vertrag wird die Lücke zwischen der reinen Kapitalbeteiligung und der vollständigen organisatorischen Eingliederung geschlossen.

Klöckner & Co SE gilt als strategisch bedeutende Erweiterung für das Portfolio von Worthington Steel. Die Gesellschaft erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 6,4 Milliarden Euro.

Mit einem Netzwerk von etwa 110 Standorten verfügt das Unternehmen über eine weitreichende Infrastruktur. Durch die engere Verzahnung ab dem kommenden Jahr sollen Synergieeffekte im internationalen Stahlsektor gehoben und die Marktposition beider Partner gestärkt werden.

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