Xerox will HP Inc. schnappen

Aufregung im Druckermarkt. Wie zuerst das Wall Street Journal berichtete und inzwischen auch von den beteiligten Unternehmen bestätigt wurde, sprechen HP Inc. und Xerox über einen Kauf. Dabei würde Xerox als Käufer auftreten.

Beide Firmen stehen schon seit längerem unter Druck. Denn der Markt für Dokumentendruck ist in den Zeiten der Digitalisierung deutlich am schrumpfen. Entsprechend haben beide Unternehmen in letzter Zeit auch versucht, sich neu aufzustellen und vor allem Kosten zu sparen. Allerdings zeigte sich, dass jeweils alleine die möglichen Potenziale eher überschaubar bleiben. 

Hinzu kommt, dass insbesondere das Marktsegment für A3- bzw. A4-Druck durchaus eine deutliche Konsolidierung vertragen könnte. HP ist bei A4-Drucker mit einem Marktanteil von über 40% sehr stark aufgestellt. Im Gegenzug gehört Xerox mit einem Marktanteil von 15 % im A3-Markt zu den Top-3-Firmen. Gemeinsam könnte man also durchaus den Wettbewerb unter Druck bringen. Indes:

Kann sich Xerox die Übernahme überhaupt leisten?

Eine Übernahme von HP durch Xerox scheint besonders aus finanzieller Sicht durchaus problematisch zu sein. Mit einer Marktkapitalisierung von über 27 Mrd. USD ist HP mehr als dreimal so groß wie Xerox. Xerox selbst, die wohl ein Kaufangebot mit Cash und Aktien machen möchten, verfügt derzeit eher über überschaubare finanzielle Ressourcen. Nur rund 900 Mio. USD liegen in der Kasse. Immerhin bekommt das Unternehmen demnächst wohl eine dicke Überweisung von rund 2,3 Mrd. USD aus dem Verkauf seiner Beteiligung am Joint Venture Fuji Xerox. Aber es ist abzusehen, dass hier Xerox dennoch signifikant Fremdkapital aufnehmen muss. Und das bei einem Schuldenstand von derzeit schon 4,8 Mrd. USD. 

Fazit: An der Börse stossen die Pläne durchaus auf ein positives Echo. Denn natütlich würde sich bei der Hebung entsprechender Synergieeffekte auch Spielraum in den Aktienbewertungen ergeben. Da aber noch nichts in trockenen Tüchern ist und insbesondere Xerox vor einem finanziellen Kraftakt stünde, raten wir zur Vorsicht.

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