Xiaomi: 79,8 Millionen Aktien zurückgekauft
Xiaomi setzt Aktienrückkäufe fort und stemmt sich gegen Kursverluste. Das E-Auto-Geschäft wächst, bleibt aber defizitär. Quartalszahlen Ende August erwartet.

- Rückkauf von 79,8 Millionen Aktien seit Juni
- E-Auto-Sparte liefert 80.856 Fahrzeuge aus
- Operativer Verlust von 3,1 Milliarden Yuan
- Quartalszahlen am 26. August 2026
Xiaomi setzt sein Rückkaufprogramm konsequent fort und stemmt sich damit gegen den anhaltenden Kursdruck der vergangenen Monate. Am Freitag schloss die Aktie bei 3,03 Euro und gab um 1,43 Prozent nach, auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 12,45 Prozent zu Buche. Der chinesische Technologiekonzern nutzt die aktuelle Bewertung offenbar gezielt, um eigene Anteile vom Markt zu nehmen.
Rückkaufprogramm läuft in engem Takt weiter
Seit dem 3. Juni 2026 hat Xiaomi in 14 Tranchen rund 79,8 Millionen Aktien zurückgekauft, das entspricht etwa 0,31 Prozent des Kapitals. Die jüngste Tranche datiert vom 15. Juli 2026: Damals erwarb das Unternehmen rund 3,9 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 25,82 Hongkong-Dollar. Grundlage ist ein am 2. Juni 2026 beschlossenes Rückkaufmandat. Parallel dazu hat Xiaomi im Zeitraum vom 2. bis zum 15. Juli 2026 rund 824.000 neue Aktien aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen ausgegeben. Beide Bewegungen laufen gegenläufig: Der Konzern zieht Kapital über Rückkäufe ab, gibt gleichzeitig aber neue Anteile im Rahmen der Belegschaftsprogramme aus.
Elektroauto-Sparte wächst, bleibt aber defizitär
Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete Xiaomi einen Konzernumsatz von 99,1 Milliarden Yuan. Die Sparte Xiaomi Auto lieferte im selben Zeitraum 80.856 Elektrofahrzeuge aus und zeigt damit spürbare Fortschritte beim Absatz. Der bereinigte Nettogewinn des Konzerns lag bei 6,1 Milliarden Yuan, während die Auto-Sparte einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan verbuchte. Der Spagat zwischen wachsendem Fahrzeugabsatz und roten Zahlen im E-Auto-Geschäft bleibt damit die zentrale Herausforderung für das Management.
Ein Hinweis auf die Weiterentwicklung des Fahrzeugportfolios kam Mitte Juli aus Deutschland: Auf dem Nürburgring wurde eine neue „Extreme“-Variante der Sportlimousine SU7 Ultra bei Hochgeschwindigkeitstests gesichtet. Das Modell fällt durch einen vergrößerten Heckflügel und einen modifizierten Diffusor auf, die den Abtrieb optimieren sollen. Konkrete Markteinführungstermine oder technische Daten zu dieser Variante liegen bislang nicht vor.
Blick auf die kommenden Quartalszahlen
Anleger richten den Fokus nun auf den 26. August 2026. An diesem Tag will Xiaomi die ungeprüften Konzernergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorlegen. Die Zahlen dürften zeigen, ob sich der Trend aus dem Vorquartal fortsetzt: steigende Fahrzeugauslieferungen bei gleichzeitig anhaltendem Margendruck in der Auto-Sparte.
Das Rückkaufprogramm dürfte bis zu diesem Termin weiterlaufen und signalisiert, dass das Management trotz der schwierigen Kursentwicklung Vertrauen in die eigene Bewertung zeigt. Die Aktie notiert derzeit rund 29,60 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom 26. Juni 2026, hat sich also von den Jahrestiefständen bereits etwas gelöst. Ob die Kombination aus Rückkäufen, wachsendem Fahrzeugabsatz und dem für Ende August erwarteten Zahlenwerk reicht, um das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückzugewinnen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
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