Xiaomi Aktie: 110-Millionen-Ziel erhöht
Xiaomi korrigiert seine Jahresprognose für Smartphone-Verkäufe nach oben. Grund sind fallende Chip-Preise und eine verbesserte Teileversorgung.

- Absatzziel auf 110 Millionen Einheiten angehoben
- Entspannung bei Speicherchip-Preisen als Grund
- Q1-Gewinn zeigt anhaltenden Margendruck
- Aktienrückkauf und neue Modelle angekündigt
Xiaomi korrigiert seine Wachstumspläne für das laufende Jahr deutlich nach oben. Der chinesische Elektronikkonzern erhöhte am Freitag sein Absatzziel für Smartphones von zuvor 90 Millionen auf nun 110 Millionen Einheiten für das Gesamtjahr 2026. Grund für den überraschenden Schritt ist eine Stabilisierung der Preise für Speicherchips wie DRAM und NAND sowie eine Normalisierung der zuvor angespannten Komponentenversorgung.
Die Anhebung fällt in eine Phase, in der die gesamte Branche mit Lieferkettenproblemen zu kämpfen hatte. Nikkei Asia berichtete Mitte Juli noch über drastische Produktionskürzungen von bis zu 30 Prozent bei chinesischen Herstellern wie Oppo, Vivo und eben Xiaomi – ausgelöst durch Engpässe bei Speicherbauteilen. Xiaomis Zielanhebung nur wenige Tage später relativiert diesen pessimistischen Ausblick zumindest teilweise und signalisiert, dass sich die Lage für den Konzern schneller entspannt hat als für Teile des Wettbewerbs.
Q1-Zahlen zeigen Gewinndruck trotz Umsatzrückgang
Der Optimismus für das Gesamtjahr steht im Kontrast zu den zuletzt vorgelegten Quartalszahlen. Für das erste Quartal 2026 meldete Xiaomi einen Umsatz von 99,14 Milliarden Renminbi, ein Rückgang um 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn nach allgemein anerkannten Rechnungslegungsstandards lag bei 4,72 Milliarden Renminbi, während der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn 6,07 Milliarden Renminbi erreichte. Beide Kennziffern markieren einen spürbaren Rückgang gegenüber dem Vorjahr und verdeutlichen, dass der Konzern trotz operativer Fortschritte im Smartphone-Geschäft weiterhin unter Margendruck steht.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich die angehobene Absatzprognose bereits in den Zahlen niederschlägt: Am 18. August will Xiaomi seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorlegen.
Rückkäufe, neue Modelle und Investitionen in Europa
Parallel zur strategischen Neuausrichtung hält Xiaomi an seinem Aktienrückkaufprogramm fest. Am 22. Juli erwarb der Konzern 1,875 Millionen eigene Class-B-Aktien zu Kursen zwischen 26,60 und 26,76 Hongkong-Dollar, das Transaktionsvolumen belief sich auf rund 49,995 Millionen Hongkong-Dollar. Am selben Tag startete zudem der Rollout eines Sicherheitsupdates für 58 Gerätetypen der Marken Xiaomi, Redmi und POCO, darunter das Flaggschiff Xiaomi 14 Ultra sowie die neue 17T-Serie.
Auf der Produktseite deuten Zertifizierungen in Thailand und Taiwan auf den bevorstehenden globalen Marktstart der Redmi-Note-17-Serie hin, die mit größeren Akkukapazitäten und Speichererweiterung per microSD bis zu 2 Terabyte aufwarten soll. Im KI-Bereich meldete Xiaomi zudem, dass sein Sprachmodell MiMo-V2-Pro mit einer Architektur von einer Billion Parametern Platz 5 im Text-Arena-Benchmark der leistungsfähigsten Sprachmodelle belegt. Strategisch untermauert wird das KI-Engagement durch die Ende Juni angekündigte Investition von 7,4 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung im europäischen Raum für die Jahre 2026 bis 2028, verbunden mit der ersten offiziellen Teilnahme des Konzerns an der IFA in Berlin im September, wo Xiaomi sein „Human x Car x Home“-Ökosystem präsentieren will.
Analysten uneinig über weiteren Kurs
Beim Analystenhaus Smartkarma gehen die Einschätzungen zur Aktie derzeit auseinander. Analyst Henry Soediarko äußerte sich am Donnerstag vorsichtig und verwies auf die hohen Investitionsausgaben in den Bereichen Elektrofahrzeuge und Künstliche Intelligenz, die auf der Profitabilität lasten. Sein Kollege Ming Lu sieht dagegen Aufwärtspotenzial, gestützt auf eine erwartete Erholung im Smartphone-Sektor.
Am Kapitalmarkt hat sich die Aktie zuletzt stabilisiert: Am Freitag schloss das Papier bei 3,00 Euro, ein Plus von 0,17 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht ein Anstieg von 16,82 Prozent zu Buche, was die jüngste Erholung von den Jahrestiefs unterstreicht. Zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt die Aktie mit 20,51 Prozent im Rückstand, was zeigt, dass der längerfristige Abwärtstrend trotz der jüngsten Erholung noch nicht überwunden ist.
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