Xiaomi Aktie: 12 Prozent über 52-Wochen-Tief
Xiaomi-Aktie erholt sich dank Rekordexporten und Adyen-Partnerschaft, doch anhaltende Chip-Engpässe belasten die Margen im Smartphone-Geschäft.

- Aktie erholt sich von 52-Wochen-Tief
- Rekordexporte und stabile E-Auto-Auslieferungen
- Neue Zahlungspartnerschaft mit Adyen
- Chip-Knappheit belastet Smartphone-Margen
Xiaomi kämpft sich zurück. Nach wochenlangem Verkaufsdruck stabilisiert sich die Aktie des chinesischen Technologiekonzerns. Rekordexporte und eine neue Zahlungspartnerschaft geben dem Kurs Auftrieb – die Chip-Knappheit bleibt aber ein ungelöstes Problem.
Am Montag schloss die Aktie bei 2,62 Euro. Damit liegt sie rund zwölf Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 2,34 Euro, markiert am 26. Juni 2026. Zwei Nachrichten treiben die Erholung: starke Exportzahlen und eine neue Kooperation im Zahlungsverkehr.
Rekordexporte und stabile E-Auto-Auslieferungen
Xiaomi meldete für Juni neue Rekordwerte bei den Exporten. Das geht aus Daten hervor, die am Wochenende und zu Wochenbeginn veröffentlicht wurden. Der positive Trend in der E-Auto-Sparte setzt sich damit fort.
Besonders bemerkenswert: Die Auslieferungszahlen bleiben stabil. Xiaomi lieferte im Juni zum dritten Mal in Folge mehr als 30.000 Elektroautos aus. Der Markt wertet diese Beständigkeit als wichtiges Signal. Die Produktion braucht Skalierung, um das Automobilgeschäft langfristig profitabel zu machen.
Adyen-Kooperation stärkt globale Ambitionen
Xiaomi baut parallel seine internationale Infrastruktur aus. Der Konzern hat laut einem Bericht von Investing.com eine weitreichende Kooperation mit dem Zahlungsdienstleister Adyen geschlossen. Künftig nutzt Xiaomi dessen Zahlungslösungen, um die Abwicklung in globalen Märkten zu vereinheitlichen.
Die Nachricht sorgte für positive Kursimpulse. Analysten sehen darin einen wichtigen Schritt für das margenstarke Internetdienstleistungs-Geschäft. Effizientere Zahlungsströme könnten hier zusätzliche Erträge sichern.
Chip-Knappheit belastet weiterhin die Margen
Die Erholung hat einen Haken. Ende Juni berichtete Investing.com über anhaltende Engpässe bei Speicherchips. Mehrere große Smartphone-Hersteller mussten deshalb ihre Lieferziele für 2026 nach unten korrigieren – Xiaomi eingeschlossen.
Branchenberichten zufolge liegt die Korrektur bei bis zu 30 Prozent. Die steigenden Komponentenkosten drücken zusätzlich auf die Bruttomargen im Smartphone-Kerngeschäft. Erste Spuren davon zeigten sich bereits in den Zahlen des ersten Quartals.
Der Markt richtet den Blick nun auf August. Dann veröffentlicht Xiaomi die nächsten Quartalszahlen. Die entscheidende Frage: Können die starken EV-Absätze die Kostensteigerungen im Smartphone-Geschäft ausgleichen?
Charttechnik zeigt vorsichtige Stabilisierung
Der RSI auf 14-Tage-Basis notiert bei 39,0. Das deutet auf nachlassenden Verkaufsdruck hin, nachdem der vorherige Abwärtstrend an Schwung verloren hat. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 3,95 Euro bleibt der Abstand mit -33,62 Prozent aber beträchtlich.
Die Marke von 2,60 Euro gilt aktuell als wichtige Unterstützung. Verteidigt der Kurs dieses Niveau in den kommenden Tagen, könnte sich der begonnene Bodenbildungsversuch fortsetzen. Die Quartalszahlen im August dürften dann zeigen, ob die operative Stärke im EV-Geschäft ausreicht, um die Belastungen aus der Chip-Knappheit im Smartphone-Segment aufzufangen.
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