Xiaomi Aktie: 150.317 Fahrzeuge vs. 550.000er Ziel
Xiaomi-Aktie nahe 52-Wochen-Tief: Elektroauto-Sparte schreibt wieder Verluste, steigende Speicherchipkosten drücken Smartphone-Margen.

- Aktie verliert über 40 Prozent seit Jahresbeginn
- EV-Sparte mit operativem Verlust von 3,1 Milliarden Yuan
- Smartphone-Margen durch Speicherchipkosten unter Druck
- Neue E-Auto-Marke Skynomad in schwierigem Marktumfeld
Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Realität und Börsenstimmung weit auseinander. Die Aktie notiert bei 2,66 Euro, nur knapp über dem frischen 52-Wochen-Tief von 2,60 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als 40 Prozent verloren. Zwei Probleme drücken gleichzeitig: Das Elektroauto-Geschäft verbrennt Kapital, und das Kerngeschäft mit Smartphones gerät unter Margendruck.
Elektroauto-Ziel kaum noch erreichbar
In den ersten fünf Monaten 2026 lieferte Xiaomi kumuliert 150.317 Fahrzeuge aus. Das Jahresziel liegt bei 550.000 Einheiten. Die Lücke ist gewaltig.
Im Mai allein gingen nur 32.759 Fahrzeuge an Kunden — ein Rückgang von 11 Prozent gegenüber April. Um das Jahresziel noch zu erreichen, müsste Xiaomi von Juni bis Dezember monatlich rund 57.500 Autos ausliefern. Das wäre knapp 15 Prozent über dem bisherigen Monatsrekord von 50.000 Einheiten. Jefferies hat die eigene Schätzung bereits auf 495.000 Einheiten gesenkt.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Die EV-Sparte erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 19,9 Milliarden Yuan — und schrieb dabei einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Das entspricht rund 5.600 US-Dollar Verlust pro verkauftem Fahrzeug. Dabei hatte die Sparte im dritten Quartal 2025 erstmals schwarze Zahlen geschrieben und für das Gesamtjahr 2025 sogar einen operativen Jahresgewinn ausgewiesen. Dieser Rückfall belastet die Stimmung erheblich.
Speicherchips fressen Smartphone-Margen
Das Kerngeschäft steht unter einem anderen Druck. CEO Lei Jun spricht von explodierten Speicherchippreisen: fünffach beim Smartphone-Speicher, zehnfach beim TV-Speicher. Der Konzern erwartet, dass dieser Kostendruck noch zwei weitere Jahre anhält.
Jefferies weist darauf hin, dass 62 Prozent der Smartphone-Verkäufe unterhalb der 200-Dollar-Marke liegen. Günstige Geräte lassen wenig Spielraum für steigende Einsatzkosten. Das Analysehaus prognostiziert einen Rückgang der Smartphone-Margen um fünf Prozentpunkte im Jahr 2026.
Das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm — bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar — hat die Talfahrt bisher nicht gestoppt. Seit Programmstart am 2. Juni hat Xiaomi 30,1 Millionen Aktien zurückgekauft. Die Aktie verlor trotzdem rund 19 Prozent in den vergangenen 30 Tagen.
Skynomad: Neue Marke, ungünstiges Timing
Xiaomi treibt die Expansion im Automobilbereich weiter voran. Das chinesische Industrieministerium hat die Genehmigung erteilt, Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerer zu bauen. Unter der neuen Marke Skynomad — offiziell noch nicht bestätigt — plant Xiaomi einen Vollformat-SUV namens Kunlun N3. Das Fahrzeug soll mehr als 5,3 Meter lang sein, einen Akku über 70 kWh bieten und 400 bis 500 Kilometer rein elektrisch fahren. Der Zielpreis liegt bei rund 200.000 Yuan — deutlich unter den Einstiegspreisen von Li Auto und Aito, die bei etwa 250.000 Yuan beginnen.
Das Timing ist allerdings schwierig. Die Großhandelsverkäufe im EREV-Segment brachen im Mai um fast 25 Prozent ein — der stärkste monatliche Rückgang seit fünf Jahren. Selbst Segmentführer Li Auto verzeichnete beim Flaggschiff L9 in den ersten vier Monaten 2026 einen Auslieferungseinbruch von 74 Prozent im Jahresvergleich.
Der offizielle Launch des Kunlun N3 ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Am 26. August legt Xiaomi die Zahlen für das zweite Quartal vor — dann zeigt sich, ob sich die EV-Verluste stabilisiert haben und ob der Kostendruck im Smartphone-Geschäft nachlässt.
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