Xiaomi Aktie: 18 Fold für 1.500 Euro
Xiaomi bringt sein bislang kostspieligstes Faltmodell in China heraus und setzt auf Premiumtechnik, während Europa zunächst außen vor bleibt.

- Faltmodell kostet rund 1.500 Euro
- Xring-O3-Chip erreicht über 5,2 Millionen Punkte
- Europa-Start vorerst nicht vorgesehen
- Aktie bleibt 52 Prozent unter Jahreshoch
Xiaomi läutet heute in China den Verkaufsstart seines neuen Falt-Flaggschiffs ein: Das Xiaomi 18 Fold debütiert am heutigen Montag im Heimatmarkt und markiert den bislang ambitioniertesten Vorstoß des Konzerns ins margenstarke Premiumsegment der Smartphones.
Teuerstes Xiaomi-Modell aller Zeiten
Das Klapphandy im „Passformat“ mit 7,58-Zoll-Innendisplay und 5,38-Zoll-Außendisplay kostet umgerechnet rund 1.500 Euro und ist damit das teuerste Gerät, das Xiaomi je auf den Markt gebracht hat. Technisch setzt der Konzern auf den selbst entwickelten Xring-O3-Chip in 3-Nanometer-Fertigung, der in Benchmarks Werte von mehr als 5,2 Millionen Punkten erreicht.
Dazu kommt eine gemeinsam mit Leica entwickelte Kamera-Ausstattung mit einem 200-Megapixel-Hauptsensor sowie einem Periskop- und einem Ultraweitwinkel-Objektiv mit je 50 Megapixel. Der 6000-mAh-Akku lädt kabelgebunden mit 67 Watt und kabellos mit 50 Watt. In Europa wird das Gerät vorerst nicht angeboten, ein globaler Marktstart wird für später erwartet.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Konkurrent Huawei bringt mit dem Mate XT 2, einem dreifach faltbaren Gerät, praktisch zeitgleich ein Konkurrenzmodell auf den chinesischen Markt. Beide Hersteller ringen damit um die Technologieführerschaft im Faltbereich – einem Segment, das für Hardware-Hersteller überdurchschnittliche Margen verspricht und zunehmend zum Prestigeprojekt wird.
Strategischer Doppelschlag: Smartphones und Autos
Die Produktoffensive fällt in eine Phase, in der Xiaomi ohnehin im Rampenlicht steht. Erst am Wochenende hatte der Konzern auf der IFA in Berlin seinen Einstieg in den europäischen Elektroauto-Markt für 2027 angekündigt, flankiert von Investitionszusagen über 24 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung bis 2030. Das teure Klapphandy zeigt nun, dass Xiaomi parallel auch im Kerngeschäft Smartphones nicht auf Wachstum um jeden Preis, sondern auf höhere Margen im Premiumbereich setzt.
Diese Doppelstrategie – Expansion im Auto-Geschäft bei gleichzeitiger Aufwertung des Smartphone-Portfolios – dürfte für Anleger die zentrale Frage der kommenden Quartale sein: Kann Xiaomi beide kapitalintensiven Wachstumsfelder gleichzeitig stemmen, ohne die Profitabilität zu belasten?
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt stabilisiert, aber weit von früherer Stärke entfernt. Am Freitag legte die Aktie um 2,4 Prozent auf 3,11 Euro zu, nachdem sie in den vergangenen sieben Handelstagen bereits um 2,8 Prozent gestiegen war.
Von den Höchstständen des vergangenen Jahres bleibt Xiaomi jedoch weit entfernt: Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro, das im September 2025 markiert wurde, beträgt noch immer rund 52 Prozent. Die jüngste Erholung reicht damit bei Weitem nicht aus, um den Kursverfall der vergangenen zwölf Monate auszugleichen.
Für Investoren bleibt die Gemengelage komplex: Auf der Produktseite demonstriert Xiaomi mit dem 18 Fold technologisches Selbstbewusstsein und den Willen, im Premiumsegment stärker mitzumischen. Ob sich dieser strategische Anspruch in den kommenden Quartalen auch in Marge und Kurs niederschlägt, wird sich erst zeigen, wenn belastbare Verkaufszahlen aus China und später aus dem internationalen Rollout vorliegen.
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