Xiaomi Aktie: 18-Prozent-Minus seit Juni trotz 30.000er-Lieferungen
Trotz vierter Monate mit über 30.000 Auslieferungen verfehlt Xiaomi sein Jahresziel deutlich. Der Aktienkurs fiel, während Analysten auf die Quartalszahlen am 18. August blicken.

- Vier Monate über 30.000 Auslieferungen
- Jahresziel nur zu 34 Prozent erreicht
- Aktie fällt trotz solider Zahlen
- Quartalsbericht am 18. August erwartet
Xiaomi EV hat im Juli erneut mehr als 30.000 Fahrzeuge ausgeliefert – der vierte Monat in Folge über dieser Marke, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte. Die Zahl klingt nach Fortschritt, verdeckt aber ein größeres Problem: Im ersten Halbjahr erreichte Xiaomi damit erst rund 34 Prozent seines Jahresziels von 550.000 Einheiten. Die Aktie reagierte prompt und fiel im Hongkonger Handel um 2,85 Prozent auf 27,96 Hongkong-Dollar.
Kursverfall trotz starker Lieferzahlen
Der Ausverkauf setzte sich in den folgenden Tagen fort. Bis zum 7. August rutschte der Kurs in Hongkong auf 26,40 Hongkong-Dollar ab, ein Minus von 18 Prozent gegenüber dem Hoch aus dem Juni – obwohl die operativen Zahlen bei den Fahrzeugen solide ausfielen. Charttechnisch bildete sich zudem ein sogenanntes Mini-Death-Cross, bei dem sich der 50- und der 100-Tage-Durchschnitt kreuzten; als nächste Unterstützung gilt die Marke von 21,4 Hongkong-Dollar. Im deutschen Handel schloss die Aktie am Freitag bei 3,04 Euro, ein Tagesplus von 2,13 Prozent. Auf Jahressicht bleibt jedoch ein Verlust von 29,83 Prozent stehen, und zum 52-Wochen-Hoch trennen das Papier weiterhin 53,57 Prozent. Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und Kursentwicklung prägt damit das Bild der vergangenen Wochen.
Quartalszahlen am 18. August im Fokus
Anleger richten den Blick nun auf den 18. August, wenn Xiaomi die Zahlen für das zum 30. Juni abgelaufene Quartal vorlegt. Im Schnitt erwarten elf Analysten einen Quartalsgewinn je Aktie von 0,225 Yuan bei einem Umsatz von rund 116,84 Milliarden Yuan. Die China International Capital Corporation bestätigte am 3. August ihr „Outperform“-Rating und rechnet für das zweite Quartal mit einem Umsatzrückgang von 7,6 Prozent auf 107,14 Milliarden Yuan sowie einem Einbruch des bereinigten Nettogewinns um knapp 43,6 Prozent auf 6,114 Milliarden Yuan. Hintergrund ist laut CICC eine bewusste Reduzierung älterer Smartphone-Modelle und günstiger Einsteigergeräte, wodurch der durchschnittliche Verkaufspreis auf ein Rekordhoch von 1.340 Yuan steigen soll. Morgan Stanley äußerte sich am 31. Juli optimistischer und bestätigte das „Overweight“-Rating mit der Erwartung eines starken Smartphone-Absatzvolumens und einer robusten Bruttomarge; der Gesamtumsatz solle die Marke von 100 Milliarden Yuan übersteigen.
SkyNomad soll Wachstum absichern
Um das ambitionierte Jahresziel bei den Fahrzeugauslieferungen doch noch zu erreichen, setzt Xiaomi auf seine zweite Fahrzeugserie. Am 30. Juli stellte der Konzern in Peking die SkyNomad-Baureihe vor, zwei große SUV-Modelle, die seither vorbestellbar sind. Nach Schätzungen chinesischer Medien liegen bereits über 100.000 Reservierungen vor. Der siebensitzige SkyNomad N90 Max startet bei 299.900 Yuan, umgerechnet rund 39.200 Euro, der fünfsitzige N70 Max bei 259.900 Yuan beziehungsweise rund 34.000 Euro. Damit unterbietet Xiaomi den Preis von Teslas sechssitzigem Model Y L, das in China 339.900 Yuan kostet. Deutsche Bank bezeichnete diese Preisgestaltung als aggressiv und führte sie direkt auf den Volumendruck zurück, unter dem Xiaomi steht. Ein erster größerer öffentlicher Auftritt der Baureihe ist für den 21. August auf der Chengdu Auto Show geplant – dort dürfte sich zeigen, ob SkyNomad das nötige Zusatzvolumen liefern kann. Langfristig plant Xiaomi zudem den Sprung nach Europa: Die Übersee-Verkäufe sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2027 zunächst in Deutschland beginnen, unterstützt durch ein 2025 eröffnetes Münchner Entwicklungszentrum mit Ingenieuren von BMW, Porsche, Mercedes-Benz und Lamborghini.
Parallel zur operativen Entwicklung stützt Xiaomi den Kurs mit eigenen Käufen. Zwischen dem 3. Juni und dem 15. Juli erwarb der Konzern in vierzehn Tranchen eigene Aktien für insgesamt rund 100,7 Millionen Hongkong-Dollar, zuletzt zu Kursen um 25,82 Hongkong-Dollar. Damit kaufte Xiaomi bislang rund 79,8 Millionen Aktien zurück, unter einem im Juni beschlossenen Mandat, das den Erwerb von bis zu 2,58 Milliarden Aktien erlaubt. Eine Sperrfrist für neue Aktienausgaben nach diesen Käufen läuft noch bis zum 14. August – nur wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Quartalsvorlage.
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