Xiaomi Aktie: 20-Milliarden-Rückkauf läuft weiter

Umsatz- und Gewinneinbruch bei Xiaomi im ersten Quartal 2026. Trotz schwacher Zahlen setzt der Konzern auf milliardenschwere Rückkäufe und hohe Ausgaben für E-Autos und KI.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz sinkt um 10,9 Prozent
  • Smartphone-Absatz bricht deutlich ein
  • Aktienrückkäufe im Wert von Milliarden
  • E-Auto-Sparte und KI als Wachstumstreiber

Gleichzeitig hält der chinesische Technologiekonzern an einem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm fest und investiert massiv in künstliche Intelligenz und die eigene Elektroauto-Sparte. Die Kombination aus schwächeren Kernzahlen und aggressiven Kapitalmaßnahmen prägt derzeit das Bild des Unternehmens.

Schwaches Auftaktquartal

Im ersten Quartal 2026 erzielte Xiaomi einen Umsatz von 99,142 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Nettogewinn brach mit 6,072 Milliarden Yuan sogar um 43,1 Prozent ein. Damit endete eine Serie von fünf aufeinanderfolgenden Quartalen mit einem Umsatz von jeweils über 100 Milliarden Yuan.

Hauptbelastung war das Smartphone-Geschäft: Der Umsatz mit Mobiltelefonen sank auf 44,3 Milliarden Yuan, ein Minus von 12,5 Prozent, während die Auslieferungen um 19,2 Prozent auf 33,8 Millionen Geräte zurückgingen. Die Bruttomarge im Smartphone-Segment fiel von 12,4 auf 10,1 Prozent. Als Belastungsfaktor gilt der Preisanstieg bei Speicherchips, der im ersten Quartal zwischen 60 und 70 Prozent gegenüber dem Vorquartal betrug und die Herstellungskosten deutlich nach oben trieb. Immerhin erreichte der durchschnittliche Verkaufspreis pro Smartphone mit 1.310 Yuan einen neuen Höchststand, und im Preissegment über 3.000 Yuan kam Xiaomi auf einen Marktanteil von 23,5 Prozent. Auch das IoT-Geschäft schwächelte mit einem Umsatzrückgang von 23,7 Prozent auf 24,7 Milliarden Yuan.

Forschung und Entwicklung liefen dagegen gegen den Trend: Die entsprechenden Ausgaben stiegen um 33,4 Prozent auf 9 Milliarden Yuan, die Zahl der F&E-Mitarbeiter kletterte auf 26.048. Xiaomi verweist zudem auf Barreserven von über 220 Milliarden Yuan als finanziellen Puffer.

Rückkäufe laufen trotz schwacher Zahlen weiter

Trotz der enttäuschenden Quartalsbilanz setzt Xiaomi sein Rückkaufprogramm unvermindert fort. Am 17. Juli 2026 erwarb der Konzern 3,8 Millionen eigene Aktien zu einem Gesamtpreis von rund 102 Millionen Hongkong-Dollar, zu Kursen zwischen 26,88 und 27,00 Hongkong-Dollar je Aktie. Einen Tag später, am 18. Juli, folgten weitere 2,8 Millionen Aktien für etwa 24,436 Millionen Hongkong-Dollar. Insgesamt hat Xiaomi im laufenden Jahr bereits 58 Rückkauftransaktionen durchgeführt und dabei mehr als 8,1 Milliarden Hongkong-Dollar aufgewendet.

Die Basis dafür bildet ein im Juni 2026 gestartetes Rückkaufprogramm mit einem Volumen von 20 Milliarden Hongkong-Dollar, das über ein Jahr laufen soll und seit dem 2. Juni 2026 in Kraft ist. Nach Vorlage der Quartalszahlen war die Aktie in Hongkong zunächst unter Druck geraten und fiel um 4,57 Prozent auf 28,4 Hongkong-Dollar. Zeitweise flossen auch über die südliche Handelsverbindung Kapitalströme aus Hongkong ab, während Xiaomi zu den wenigen Titeln zählte, die an einem Handelstag Nettomittelzuflüsse verzeichneten.

Elektroautos und KI als Wachstumshoffnung

Während das Smartphone-Geschäft schwächelt, entwickelt sich die Auto-Sparte zum Lichtblick. Im ersten Quartal erzielte der Bereich Smart EV & AI einen Umsatz von 19,9 Milliarden Yuan, ein Plus von 6,9 Prozent, bei 80.856 ausgelieferten Fahrzeugen. Das operative Kernergebnis des Konzerns habe sich im Quartalsvergleich nahezu verdoppelt, wie aus den Unternehmensangaben hervorgeht.

Im Elektroauto-Segment kündigt Xiaomi Expansion an: Die Behörden erteilten dem Konzern am 10. Juni 2026 die Zulassung für ein erstes Modell mit Reichweitenverlängerung (EREV), intern unter dem Codenamen „Kunlun N3″ bekannt. Das großformatige SUV mit einer Länge von über 5,3 Metern und einem Radstand von rund 3,1 Metern soll unter der neuen Submarke SkyNomad vermarktet werden, ausgestattet mit einem 1,5-Liter-Reichweitenverlängerer und Allradantrieb über zwei Elektromotoren. Die rein elektrische Reichweite soll zwischen 400 und 500 Kilometer liegen, die Gesamtreichweite über 1.500 Kilometer. Der Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, der Preis dürfte zwischen 20.000 und 45.000 Yuan liegen.

Parallel treibt Xiaomi seine KI-Ambitionen voran: Für 2026 sind Investitionen von mindestens 16 Milliarden Yuan in künstliche Intelligenz vorgesehen, über drei Jahre gerechnet sollen es mehr als 60 Milliarden Yuan werden. Das quelloffene Sprachmodell MiMo-V2.5-Pro erreichte laut Unternehmensangaben im globalen Vergleich unter Open-Source-Modellen einen geteilten ersten Platz. Für den Herbst 2026 kündigte Xiaomi zudem neue Smartphones mit dem Snapdragon-8-Elite-Gen-6-Chipsatz an, dessen Fertigung im 2-Nanometer-Verfahren allerdings mit steigenden Kosten verbunden ist.

Kursbild bleibt angespannt

Der Kurs der Xiaomi-Aktie notierte zuletzt bei 3,03 Euro und gab am Freitag um 1,43 Prozent nach. Auf Monatssicht steht dagegen ein Plus von 8,57 Prozent, was auf eine gewisse Stabilisierung nach den schwachen Vorjahresmonaten hindeutet. Zum 200-Tage-Durchschnitt besteht weiterhin ein Abstand von 20,66 Prozent nach unten, ein Zeichen dafür, dass der mittelfristige Abwärtstrend trotz der jüngsten Erholung noch nicht überwunden ist. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Spannungsfeld zwischen operativem Gegenwind im Kerngeschäft und strategischen Wachstumswetten auf Elektroautos und künstliche Intelligenz.

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