Xiaomi Aktie: 20 Mrd. HK-Dollar Rückkauf verpufft
Trotz eines 20-Milliarden-Rückkaufprogramms fällt die Xiaomi-Aktie weiter. Leerverkäufer und operative Verluste in der E-Auto-Sparte belasten den Kurs.

- Aktienrückkauf von 20 Milliarden Hongkong-Dollar
- Kursverlust von 22 Prozent seit Programmstart
- Operative Verluste in der E-Auto-Sparte
- Smartphone-Margen durch Chipkosten unter Druck
Milliardenschwere Aktienrückkäufe, die den Kurs nicht stützen — das ist Xiaomis Lage im Juli 2026. Seit dem Start des Programms Anfang Juni verlor die Aktie rund 22 Prozent. Seit Jahresbeginn sind es fast 45 Prozent.
Rückkauf ohne Wirkung
Xiaomi hat das größte Rückkaufprogramm seiner Geschichte aufgelegt: bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar über zwölf Monate. Seit dem 2. Juni kaufte das Unternehmen 30,1 Millionen eigene Aktien zurück. Der Kurs fiel trotzdem.
Leerverkäufer haben Positionen aufgebaut, die rund neun Prozent des Streubesitzes entsprechen. Der Verkaufsdruck überwiegt den Rückkauf klar. Mit einem RSI von 20,2 zeigt die Aktie zwar technisch überverkaufte Werte — ein Kaufsignal ist das allein nicht.
Seit dem 19. Juni läuft eine automatische Teiltranche von bis zu 4 Milliarden Hongkong-Dollar. Xiaomi hat dafür einen unabhängigen Broker beauftragt und eine Ausnahmegenehmigung von Hongkonger Börsenregeln erhalten. Das erlaubt Käufe auch in den gesperrten Perioden vor Ergebnisankündigungen.
Smartphones und E-Autos unter Druck
Das Kernproblem liegt im operativen Geschäft. Speicherchippreise für Smartphones stiegen auf das Fünffache, TV-Chips sogar auf das Zehnfache. Das belastet die Marge — besonders weil 62 Prozent der Geräte unter 200 US-Dollar kosten.
Die E-Auto-Sparte macht es nicht besser. Im ersten Quartal erzielte Xiaomi 19,9 Milliarden Yuan Umsatz, verbuchte aber 3,1 Milliarden Yuan operativen Verlust. Das entspricht rund 5.600 US-Dollar Verlust pro ausgeliefertem Fahrzeug.
Die Absatzzahlen bereiten zusätzliche Sorgen. Beim SUV YU7 brachen die Auslieferungen von fast 38.000 Einheiten im Januar auf unter 10.000 im April ein. Bis Ende Mai lieferte Xiaomi insgesamt gut 150.000 Fahrzeuge aus — das Jahresziel liegt bei 550.000. Von Juni bis Dezember müsste das Unternehmen monatlich 57.500 Einheiten liefern. Das wäre 15 Prozent mehr als der bisherige Rekord von 50.000.
Neue Produkte als Hoffnungsträger
Xiaomi setzt auf ein volles Produkt-Halbjahr. HyperOS 4 soll im Juli oder August in China starten, der weltweite Rollout folgt wenige Wochen später. Das Flaggschiff Xiaomi 18 Pro ist für September in China geplant, international könnte es sich bis ins erste Quartal 2027 verzögern.
Als Einzelhandels-Signal eröffnete Xiaomi in Singapur seinen bislang größten Store — 221 Quadratmeter in der VivoCity Mall, die 18. Filiale auf der Insel. Bis Ende 2026 sollen es mehr als 20 werden.
Der entscheidende Datenpunkt kommt am 26. August: Xiaomi legt dann die Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten haben ihre Schätzungen bereits gesenkt. Die Hürde für eine positive Überraschung ist niedrig — aber die operativen Belastungen sind es nicht.
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