Xiaomi Aktie: 24 Milliarden Euro für Chip und Elektroautos

Xiaomi bereitet den deutschen Elektroauto-Vertrieb vor und investiert über 24 Milliarden Euro in Technologie, Chips und neue Geschäftsfelder.

Die Kernpunkte:
  • Absichtserklärungen mit acht Händlergruppen
  • Europa-Start der Elektroautos 2027 geplant
  • Neue Geschäftsfelder bleiben defizitär
  • Aktie seit Jahresbeginn 33 Prozent tiefer

Xiaomi setzt seine strategische Expansion fort: Auf der IFA in Berlin unterzeichnete der chinesische Technologiekonzern am 3. September Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohändlergruppen, darunter Emil Frey Germany, Ernst Dello Group und die LUEG Mobility Group. Die Vereinbarungen bereiten den Boden für den Verkauf von Xiaomi-Elektrofahrzeugen in Deutschland, die das Unternehmen 2027 in Europa einführen will.

Parallel dazu kündigte Xiaomi Investitionen von über 24 Milliarden Euro zwischen 2026 und 2030 an. Das Geld soll in Forschung und Entwicklung fließen, mit Schwerpunkten auf künstlicher Intelligenz, Betriebssystemen, Halbleitern, intelligenten Fahrzeugen, Robotik und Fertigungstechnik. Die Summe unterstreicht den Anspruch des Konzerns, sich technologisch unabhängiger von externen Zulieferern zu machen.

Elektroauto-Sparte wächst, bleibt aber defizitär

Die Zahlen aus dem zweiten Quartal 2026 zeigen, wohin die Reise geht. Das Segment für Elektrofahrzeuge, KI und andere neue Initiativen steigerte seinen Umsatz um 17,1 Prozent auf rund 3,7 Milliarden Dollar, wovon etwa 3,5 Milliarden Dollar auf die Fahrzeugsparte entfielen.

Der operative Verlust dieses Bereichs lag jedoch weiterhin bei rund 385 Millionen Dollar. Xiaomi investiert also kräftig in ein Wachstumsfeld, das noch tief in den roten Zahlen steckt.

Auf Konzernebene fiel der Umsatz im zweiten Quartal um 6,1 Prozent auf 16,0 Milliarden Dollar, lag damit aber leicht über den Erwartungen der Analysten. Der Reingewinn brach um 20,3 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Dollar ein, bereinigt sogar um 42,6 Prozent auf etwa 920 Millionen Dollar.

Steigende Speicherkosten belasten die Margen zusätzlich: Xiaomi-Präsident Lu Weibing bezifferte die Speicherkosten im ersten Quartal 2026 auf nahezu das Vierfache des Vorjahreswerts. Als Reaktion darauf erhöhten Xiaomi, Huawei und Honor Anfang September die Preise mehrerer Modelle, bei Spitzenmodellen um bis zu 1.000 Yuan.

Chip-Souveränität als strategisches Ziel

Die Investitionsoffensive zielt auch auf mehr technologische Unabhängigkeit ab. Der jüngst vorgestellte Xring O3-Chip, gefertigt im 3-nm-Verfahren, entstand komplett in Eigenentwicklung und treibt inzwischen sowohl das Flaggschiff-Foldable als auch das neue Tablet Pad 9 Pro Max an.

Die Kombination aus Chip-Entwicklung, Fahrzeugbau und Software-Ökosystem soll Xiaomi langfristig von einem reinen Smartphone-Hersteller zu einem breiter aufgestellten Technologiekonzern machen.

An der Börse zeigt sich die Aktie von diesen strategischen Weichenstellungen bislang wenig beeindruckt. Am Freitag legte das Papier um 2,3 Prozent auf 2,90 Euro zu, bleibt aber mit einem Minus von 33 Prozent seit Jahresbeginn deutlich unter Druck.

Zum 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro aus dem vergangenen September klafft weiterhin eine Lücke von 56 Prozent. Die milliardenschweren Zukunftsinvestitionen belasten kurzfristig die Profitabilität – ob sie sich langfristig auszahlen, hängt maßgeblich vom Erfolg der Europa-Expansion und der Chip-Strategie ab.

Anzeige

Xiaomi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Xiaomi-Analyse vom 12. September liefert die Antwort:

Die neusten Xiaomi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Xiaomi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Xiaomi: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Xiaomi