Xiaomi Aktie: 3,1 Milliarden Yuan EV-Verlust
Xiaomi-Aktie nahe 52-Wochen-Tief: Speicherchip-Kosten explodieren, Gewinn bricht um 43 Prozent ein. Auch das EV-Geschäft schreibt tiefrote Zahlen.

- Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief
- Gewinneinbruch durch explodierende Chipkosten
- Smartphone-Absatz schrumpft um 20 Prozent
- Elektroauto-Sparte mit Milliardenverlust
Starke Ambitionen, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Anspruch und Realität massiv auseinander. Die Papiere des chinesischen Technologiekonzerns notieren aktuell bei 2,56 Euro. Damit trennen die Aktie nur noch wenige Cent vom 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat der Wert fast 43 Prozent eingebüßt. Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht.
Speicherchips fressen die Marge
Der Ursprung der Krise liegt in einem strukturellen Nachfrageschock auf dem Halbleitermarkt. Große Produzenten wie Samsung und Micron lenken ihre Fertigung auf KI-Rechenzentren um. Die Folge: akute Engpässe bei Smartphone-Speichern. Die Vertragspreise haben sich laut Xiaomi-Präsident Lu Weibing seit Ende 2025 verfünffacht.
Das reißt tiefe Löcher in die Bilanz. Im ersten Quartal brach der bereinigte Nettogewinn um 43 Prozent ein. Goldman Sachs warnt nun vor Schlimmerem. Die Investmentbank erwartet für das laufende Jahresviertel einen weiteren Gewinnrückgang von bis zu 50 Prozent. Analysten von JPMorgan rechnen obendrein mit weiter steigenden Speicherpreisen.
Kerngeschäft unter Druck
Die explodierenden Komponentenkosten treffen Xiaomi besonders hart. Etwa 62 Prozent der verkauften Smartphones kosten weniger als 200 US-Dollar. Xiaomi kann den Kostendruck in diesem Budgetsegment kaum an die Kunden weitergeben. Analysten von Jefferies prognostizieren daher einen massiven Rückgang der Margen im laufenden Jahr.
Parallel dazu schrumpft der Absatz. Xiaomi lieferte im Auftaktquartal weltweit rund ein Fünftel weniger Smartphones aus als im Vorjahr. Die Bruttomarge der Sparte fiel im gleichen Schritt auf gut zehn Prozent ab.
Elektroautos verbrennen Kapital
Auch das prestigeträchtige Elektroauto-Geschäft liefert keine Entlastung. Zwar erwirtschaftete die EV-Sparte zuletzt fast 20 Milliarden Yuan Umsatz. Operativ verbuchte das Segment jedoch einen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Das bedeutet ein Minus von rund 5.600 US-Dollar pro ausgeliefertem Fahrzeug.
Zeitgleich hinkt die Produktion den Zielen hinterher. Zwischen Januar und Mai lieferte Xiaomi gut 150.000 Fahrzeuge aus. Im Mai sanken die Auslieferungen sogar um elf Prozent gegenüber dem Vormonat. Um das Jahresziel von 550.000 Einheiten zu erreichen, bräuchte es ein beispielloses Produktionswunder.
Teure Gegenmaßnahmen
Das Management versucht gegenzusteuern. Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm läuft seit Anfang Juni. Bislang verpufft die Maßnahme wirkungslos an der Börse. Leerverkäufer haben ihre Positionen stattdessen auf rund neun Prozent des Streubesitzes ausgebaut.
Um das Ruder operativ herumzureißen, erhöht der Konzern seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung massiv. Das Jahresziel liegt hier bei 40 Milliarden Renminbi. Das Marktumfeld bleibt indes gnadenlos. Counterpoint Research rechnet noch bis Ende 2027 mit hohen Preisen für Speicherchips. Solange dieser Kostendruck anhält, bleibt eine fundamentale Kurserholung blockiert.
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