Xiaomi Aktie: 3,7 Millionen Aktien zurückgekauft

Xiaomi kauft nahe dem Jahrestief eigene Aktien zurück. Das neue 20-Milliarden-Programm startet verhalten, während operative Probleme den Kurs belasten.

Die Kernpunkte:
  • Rückkauf von 3,7 Millionen Aktien
  • Kurs nahe 52-Wochen-Tief
  • Neues Mandat über 20 Milliarden HK-Dollar
  • Umsatz- und Gewinneinbruch im ersten Quartal

Xiaomi kauft eigene Aktien zurück — und das ausgerechnet auf einem Kursniveau, das die Aktie seit einem Jahr nicht mehr gesehen hat. Das Kapitalmarktsignal ist klar. Aber es trifft auf einen operativen Hintergrund, der wenig Spielraum lässt.

Rückkauf nahe dem Tief

Am 10. Juni 2026 erwarb Xiaomi weitere 3,7 Millionen Class-B-Aktien für rund 97,4 Millionen HK-Dollar. Die Käufe erfolgten zwischen 26,26 und 26,38 HK-Dollar je Aktie. Die zurückgekauften Papiere sollen eingezogen werden — sie verschwinden also dauerhaft aus dem Umlauf.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Der Schlusskurs liegt bei 2,92 Euro, gerade einmal 1,94 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom selben Tag. Auf Jahressicht hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Der RSI von 32,1 signalisiert eine technisch angeschlagene Lage.

Großes Programm, langsamer Start

Das aktuelle Rückkaufmandat beschloss die Hauptversammlung am 2. Juni 2026. Es erlaubt Rückkäufe von bis zu 20 Milliarden HK-Dollar über zwölf Monate. Bis einschließlich 10. Juni wurden unter diesem Mandat insgesamt 14,3 Millionen Aktien zurückgekauft — das entspricht 0,06 Prozent der ausstehenden Aktien.

Das Vorgängerprogramm war deutlich ambitionierter umgesetzt worden: Xiaomi hatte darunter rund 399,6 Millionen Aktien für insgesamt etwa 14,6 Milliarden HK-Dollar erworben.

Parallel laufen kleinere Aktienausgaben aus Mitarbeiterprogrammen. Am 9. und 10. Juni gab Xiaomi insgesamt rund 397.000 neue Aktien im Rahmen von Share Awards aus. Die Zahl ist überschaubar — weniger als ein Zehntel der an einem Tag zurückgekauften Menge.

Operative Belastungen bleiben schwer

Das Rückkaufprogramm läuft gegen den Wind. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um knapp 11 Prozent auf 99,1 Milliarden Renminbi. Der Periodengewinn brach um 56,5 Prozent auf 4,7 Milliarden Renminbi ein. Als Gründe nannte Xiaomi gestiegene Komponentenpreise, geopolitische Unsicherheiten und intensiveren Wettbewerb.

Auf der Absatzseite lieferte der Konzern im Quartal 33,8 Millionen Smartphones und knapp 81.000 Elektrofahrzeuge aus. Das zeigt die Breite des Geschäfts — aber auch die Investitionslast, die Xiaomi gleichzeitig stemmt.

Das Rückkaufprogramm bleibt ein Signal, kein Versprechen. Xiaomi weist selbst darauf hin, dass Zeitpunkt, Umfang und Preis künftiger Käufe nicht garantiert sind. Ob das Board das Tempo nach den ersten Wochen beibehält, wird sich spätestens in den nächsten Börsenmeldungen zeigen — die 30-Tage-Volatilität von 42,44 Prozent lässt wenig Ruhe erwarten.

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