Xiaomi Aktie: 43-Prozent-Gewinneinbruch im Q1

Xiaomis Aktie verliert über 45 Prozent seit Jahresstart. Analysten senken Kursziele, während E-Auto-Sparte Verluste schreibt.

Die Kernpunkte:
  • Aktienkurs seit Januar um 45 Prozent gefallen
  • Nettogewinn im ersten Quartal um 43 Prozent eingebrochen
  • Analysten stufen Aktie auf Underperform ab
  • E-Auto-Sparte verbucht operativen Milliardenverlust

Xiaomi feiert am Montag den Start seines neuen Gaming-Smartphones in China. An der Börse herrscht indes Katerstimmung. Die Aktie ist in einen handfesten Abwärtstrend geraten. Margendruck und schrumpfende Gewinne belasten den Technologiekonzern schwer.

Chartbild im Keller

Der Ausverkauf nimmt dramatische Züge an. Am Freitag ging das Papier bei 2,46 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 45 Prozent. Ein RSI-Wert von unter 20 signalisiert eine massiv überverkaufte Lage.

Der fundamentale Auslöser liegt im schwachen Jahresauftakt. Der bereinigte Nettogewinn brach um 43 Prozent ein. Die Smartphone-Auslieferungen sanken parallel um rund 19 Prozent auf knapp 34 Millionen Einheiten. Kein anderer großer Konkurrent verlor so stark an Boden.

Analysten ziehen die Reißleine

Die Aussichten für das laufende Geschäft bleiben trübe. Goldman Sachs rechnet für das zweite Quartal mit einem Gewinneinbruch von 50 Prozent. Jefferies stufte die Aktie auf „Underperform“ ab. Die Bank senkte das Kursziel auf 25,49 Hongkong-Dollar.

Das Hauptproblem ist die Kostenstruktur. Die Preise für Speicherchips haben sich im Frühjahr teilweise verdoppelt. Xiaomi kann diese Mehrkosten kaum an die preissensible Kundschaft weiterreichen. Die Bruttomarge in der Smartphone-Sparte fiel folglich auf gut zehn Prozent.

Auch ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm verpufft bislang. Der Konzern erwarb zuletzt rund 30 Millionen eigene Anteile. Das entspricht gerade einmal 0,12 Prozent des ausstehenden Kapitals. Der Markt reagiert darauf völlig unbeeindruckt.

E-Autos als Milliarden-Grab?

Neben dem Kerngeschäft bereitet die Automobilsparte Sorgen. Dieser Bereich verbuchte zum Jahresstart einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Das entspricht rund 5.600 US-Dollar Minus pro ausgeliefertem Fahrzeug. Sinkende Verkäufe des teuren SU7 Ultra belasten die Profitabilität zusätzlich.

Um die schwächelnden Verkäufe anzukurbeln, startet Xiaomi eine neue Submarke namens Skynomad. Das erste Modell ist ein großer SUV mit Verbrennungsmotor zur Reichweitenverlängerung. Das Fahrzeug soll rund 200.000 Yuan kosten und eine Reichweite von 1.500 Kilometern bieten.

Ein riskantes Manöver. Der Großhandelsumsatz mit solchen Hybrid-Modellen brach im Mai um fast 25 Prozent ein. Es war der stärkste monatliche Rückgang seit fünf Jahren. Xiaomi drängt also in einen schrumpfenden Markt.

Am Montag versucht der Konzern zunächst, mit dem neuen Gaming-Smartphone Redmi K90 Ultra in China zu punkten. Echte Klarheit über die finanzielle Lage bringt jedoch erst der 26. August. Dann präsentiert Xiaomi die Zahlen für das zweite Quartal. Liefert das Management keine überzeugenden Antworten auf den Margenschwund, droht ein Test des jüngsten 52-Wochen-Tiefs.

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