Xiaomi Aktie: 43,1-Prozent-Gewinneinbruch auf 6,07 Milliarden Yuan
Xiaomi verzeichnet sinkende Umsätze und Gewinne im Kerngeschäft, während die Auto- und KI-Sparte wächst, aber Verluste schreibt.

- Umsatz und Gewinn im ersten Quartal gesunken
- Smartphone-Auslieferungen weltweit rückläufig
- Autosparte wächst, bleibt aber defizitär
- Milliardeninvestitionen in KI angekündigt
Xiaomi hat mit seinem jüngsten Quartalsbericht ein zwiespältiges Bild abgeliefert. Der Umsatz des ersten Quartals 2026 sank im Jahresvergleich um 10,9 Prozent auf 99,14 Milliarden Yuan, der bereinigte Nettogewinn brach sogar um 43,1 Prozent auf 6,07 Milliarden Yuan ein. Die Aktie reagierte an der Hongkonger Börse mit einem Kursrutsch von 4,57 Prozent auf 28,4 Hongkong-Dollar, nachdem die Zahlen veröffentlicht worden waren.
Smartphones schwächeln, Marge sinkt
Der Rückgang trifft vor allem das Kerngeschäft mit Smartphones und AIoT-Produkten, dessen Umsatz um 14,5 Prozent auf 79,28 Milliarden Yuan zurückging. Die weltweiten Smartphone-Auslieferungen fielen um 19,2 Prozent, die Bruttomarge in diesem Segment sank auf 10,1 Prozent. Immerhin erreichte der durchschnittliche Verkaufspreis pro Gerät mit 1.310 Yuan einen Rekordwert – im Preissegment über 3.000 Yuan hält Xiaomi mittlerweile einen Marktanteil von 23,5 Prozent. Nach Unternehmensangaben verbesserte sich das operative Ergebnis des Kerngeschäfts gegenüber dem Vorquartal um fast das Doppelte, was auf eine sequenzielle Stabilisierung hindeutet, auch wenn der Jahresvergleich negativ bleibt.
Autosparte wächst, bleibt aber defizitär
Die Fahrzeugsparte lieferte gemischte Signale. Der Umsatz aus Auto- und KI-Geschäft stieg um 6,9 Prozent auf 19,86 Milliarden Yuan, Xiaomi lieferte 80.856 Fahrzeuge aus. Das Modell SU7 führt laut Unternehmensangaben das Segment reiner Elektrolimousinen oberhalb von 200.000 Yuan an, während die sportlichere Variante YU7 GT auf der Nürburgring-Nordschleife eine neue Bestzeit für SUV aufstellte. Operativ schrieb der kombinierte Auto- und KI-Bereich dennoch einen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben des Konzerns kletterten im Quartal um 33,4 Prozent auf rund 9 Milliarden Yuan – ein deutliches Zeichen dafür, dass Xiaomi trotz schrumpfender Gewinne in die technologische Basis investiert.
Milliardenschwere KI-Offensive
Im Zentrum der Strategie steht das eigene Sprachmodell MiMo-V2.5-Pro, das Xiaomi als Open-Source-Version veröffentlicht hat. Nach Unternehmensangaben liegt es bei der Gesamtintelligenz gleichauf mit den weltweit führenden Modellen, die API-Preise wurden zudem an das Niveau des chinesischen Konkurrenten DeepSeek angepasst. Für das laufende Jahr plant Xiaomi Investitionen von mindestens 16 Milliarden Yuan in Künstliche Intelligenz, über die kommenden drei Jahre sollen es mehr als 60 Milliarden Yuan werden. Erstmals habe das KI-Geschäft im Berichtsquartal auch eigene Umsätze beigesteuert, hieß es. Das internationale IoT-Geschäft erwirtschaftete nach Unternehmensangaben knapp 10 Milliarden Yuan im Ausland. Rückenwind für die ambitionierte Investitionsstrategie liefert die Bilanz: Die Barreserven des Konzerns liegen bei mehr als 220 Milliarden Yuan.
Kursbild bleibt angeschlagen
An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus schwachem Kerngeschäft und teurer Zukunftswette deutlich wider. Xiaomi notiert aktuell bei 2,98 Euro und damit rund 54 Prozent unter dem Zwölfmonatshoch von 6,51 Euro, das im September 2025 markiert wurde. Kurzfristig zeigt sich allerdings eine Stabilisierung: Über die vergangenen 30 Tage legte der Kurs um 17,00 Prozent zu. Anleger dürften die kommenden Quartale genau beobachten, ob die milliardenschweren Investitionen in Fahrzeuge und Künstliche Intelligenz die schrumpfenden Erträge im angestammten Smartphone-Geschäft mittelfristig kompensieren können.
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