Xiaomi Aktie: 45 Hongkong-Dollar von Morgan Stanley

Trotz sinkender Umsätze und Gewinne bescheinigt Morgan Stanley Xiaomi großes Potenzial im KI-Haushaltsgeräte-Markt.

Die Kernpunkte:
  • Morgan Stanley bestätigt Overweight-Rating
  • Umsatz und Gewinn brechen ein
  • Neue SUV-Serie SkyNomad angekündigt
  • Milliardeninvestitionen in KI-Entwicklung

Zwei Nachrichten prallen bei Xiaomi aufeinander. Morgan Stanley traut dem Konzern einen Milliardenmarkt bei KI-Haushaltsgeräten zu. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen aber sinkende Umsätze und einen deutlich geschrumpften Gewinn.

Die Aktie reagierte am Freitag trotzdem stark. Sie schloss bei 2,95 Euro, ein Plus von 5,21 Prozent an einem Tag. Auf Sicht von sieben Tagen steht sogar ein Zuwachs von 11,30 Prozent zu Buche.

Analysten sehen Milliardenmarkt für KI-Geräte

Morgan Stanley bestätigte am 12. Juli die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 45 Hongkong-Dollar. Die Analysten zählen Xiaomi zu den größten Gewinnern im chinesischen Markt für KI-gesteuerte Haushaltsgeräte. Dieser Markt soll bis 2030 von rund 123 Milliarden auf etwa 150 Milliarden US-Dollar wachsen.

Laut der Studie könnten Xiaomis Einnahmen aus KI-Haushaltsgeräten im Inland bis 2035 die Marke von 200 Milliarden Renminbi überschreiten. Die Analysten sehen ähnliches Potenzial im internationalen Geschäft. Als Treiber nennen sie das Ökosystem des Konzerns, das Betriebssystem HyperOS und über eine Milliarde vernetzte Geräte. Den Kostendruck durch Speicherchips stufen sie als beherrschbar ein — er soll sich in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiter entspannen.

Xiaomi weist Preisgerüchte zum SUV zurück

Parallel zur Haushaltsgeräte-Strategie treibt Xiaomi seine Expansion im Automobilsektor voran. Am 9. Juli kündigte der Konzern offiziell die neue „SkyNomad“-Serie an, intern auch Pengcheng genannt. Drei Tage später wies Xiaomi Gerüchte zurück, wonach das neue SUV-Modell unter den Herstellungskosten verkauft werden könnte. Das Unternehmen nannte solche Berichte „unwissenschaftlich“ und realitätsfern.

Die SkyNomad-Modelle basieren auf der neuen „Kunlun“-Architektur. Die Sitze lassen sich drehen und verschieben — so verwandelt sich der Innenraum in ein Studio, Café oder einen Spielplatz. Als Elektrofahrzeuge mit Range Extender sollen sie eine kombinierte Reichweite von über 1.500 Kilometern nach CLTC-Norm erreichen. Geplant sind Versionen mit fünf und sieben Sitzen sowie eine Camping-Edition mit Aufstelldach.

Bis Ende Juni haben Testfahrzeuge bereits über 4,28 Millionen Kilometer unter realen Bedingungen zurückgelegt. Die offizielle Preisbekanntgabe und der Verkaufsstart stehen noch aus.

Schwache Zahlen, hohe Investitionen

Die Bilanz zeigt, wie teuer die Transformation ist. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um 10,9 Prozent auf 99,1 Milliarden Renminbi. Der bereinigte Nettogewinn brach um 43,1 Prozent auf 6,072 Milliarden Renminbi ein.

Xiaomi investiert trotzdem massiv in die Zukunft. Allein 2026 sollen mindestens 16 Milliarden Renminbi in die KI-Entwicklung fließen. Binnen drei Jahren will der Konzern die Marke von 60 Milliarden Renminbi überschreiten.

Die Barreserven lagen Ende des ersten Quartals bei über 220 Milliarden Renminbi. Dieser Puffer verschafft Xiaomi Spielraum für die teure Expansion in Elektromobilität und Künstliche Intelligenz.

Charttechnik bleibt angespannt

Trotz der starken Kursbewegung der vergangenen Woche bleibt die Aktie weit von alten Höchstständen entfernt. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 6,51 Euro, aktuell notiert Xiaomi rund 55 Prozent darunter. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 34,31 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 52,45 Prozent.

Der 50-Tage-Durchschnitt bei 3,01 Euro rückt nach dem jüngsten Anstieg wieder in Reichweite. Die Marktkapitalisierung liegt bei umgerechnet 72,12 Milliarden Euro. Die Volatilität der vergangenen 30 Tage lag bei 42,47 Prozent — ein Hinweis auf die Nervosität rund um das Papier.

In der kommenden Woche richtet sich der Blick vor allem auf konkrete Termine zur Markteinführung der SkyNomad-Serie. Bestätigen sich Preis und Verkaufsstart wie angekündigt, dürfte das die Diskussion um Xiaomis Doppelstrategie aus KI-Geräten und Elektromobilität weiter befeuern.

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