Xiaomi Aktie: 5.600 Dollar Verlust pro Elektroauto
Xiaomi erreicht 52-Wochen-Tief nach Analystenabstufung. Hohe Verluste im Elektroauto-Segment belasten die Bilanz, während das Smartphone-Kerngeschäft sich stabilisiert.

- Jefferies stuft Xiaomi auf "Underperform" ab
- EV-Sparte verzeichnet hohe operative Verluste
- Smartphone-Segment zeigt Erholungstendenzen
- Aktie verliert seit Jahresbeginn fast 30 Prozent
Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen operative Realität und Börsenstimmung weit auseinander. Am Mittwoch markierte die Aktie mit 3,15 Euro ihr 52-Wochen-Tief, zeitgleich mit einer Abstufung durch Jefferies auf „Underperform“ und einem neuen Kursziel von 25,49 Hongkong-Dollar. Die Investmentbank begründet das skeptische Urteil mit nachlassender EV-Dynamik, sinkenden Smartphone-Margen und steigenden Komponentenpreisen.
Elektroautos wachsen — und kosten
Das EV-Segment ist Xiaomis größte Wachstumsstory und zugleich der schwerste Ergebnisbremser. Im ersten Quartal 2026 lieferte das Unternehmen rund 80.800 Fahrzeuge aus und erzielte damit einen Segmentumsatz von 19,9 Milliarden RMB — ein Plus von knapp sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Verlust im Segment lag bei 3,1 Milliarden RMB.
Auf jedes verkaufte Fahrzeug entfällt damit ein Verlust von rund 5.600 US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 900 Dollar. Die Bruttomarge des Segments fiel von 23,2 auf 20,1 Prozent. Dass die SU7-Neugeneration seit März über 80.000 Festbestellungen gesammelt hat und die YU7-Serie in zehn Monaten kumuliert 232.000 Einheiten absetzte, zeigt die Marktnachfrage — die Skaleneffekte greifen bislang aber nicht schnell genug, um die Verluste einzudämmen.
Kerngeschäft stabilisiert sich
Das Smartphone-Segment erzielte einen Umsatz von 44,3 Milliarden RMB. Die globalen Auslieferungen gingen auf rund 33,8 Millionen Geräte zurück, der durchschnittliche Verkaufspreis kletterte jedoch auf ein Rekordniveau — Ergebnis der konsequenten Premiumisierung. Das operative Ergebnis des Kerngeschäfts aus Smartphones und AIoT legte gegenüber dem Vorquartal um fast 200 Prozent zu.
Der bereinigte Nettogewinn für das Gesamtunternehmen lag bei 6,1 Milliarden RMB — unter Druck, aber oberhalb der Markterwartungen. Die Forschungsausgaben stiegen um 33,4 Prozent auf 9,0 Milliarden RMB, ein Zeichen dafür, wie stark Xiaomi in eigene Chips, KI und das Betriebssystem HyperOS investiert.
Kurs auf Jahrestief, Abstand zum Hoch wächst
Die Kursentwicklung spricht eine klare Sprache: Seit Jahresbeginn hat die Xiaomi-Aktie fast 30 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar rund 46 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 6,69 Euro liegt mehr als 50 Prozent entfernt. Der RSI von 67 deutet zwar auf eine gewisse Kaufdynamik hin — sie reicht aber nicht aus, um den übergeordneten Abwärtstrend zu brechen.
Entscheidend wird sein, ob Xiaomi im laufenden Quartal den Verlust je EV-Einheit spürbar senken kann. Das Vertriebsnetz umfasst inzwischen 490 Verkaufszentren in 143 chinesischen Städten — die Kapazitäten für höhere Stückzahlen sind vorhanden. Ob die Marge folgt, zeigen die Zahlen zum zweiten Quartal.
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