Xiaomi Aktie: 550.000er-Ziel in Gefahr
Xiaomis Aktie fällt trotz ambitionierter EV-Pläne. Das Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen scheint angesichts schwächelnder Auslieferungen und roter Zahlen in Gefahr.

- Aktie nahe 52-Wochen-Tief
- EV-Auslieferungen im Mai rückläufig
- Jahresziel von 550.000 Einheiten gefährdet
- EREV-Einstieg als neue Strategie
Starke Nachfrage auf dem Papier, schwache Kurse in der Realität — bei Xiaomi klaffen Anspruch und Ergebnis gerade weit auseinander. Die Aktie notiert bei 2,73 Euro, nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 2,67 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 40 Prozent verloren.
Das Wachstumstempo reicht nicht
Im Mai lieferte Xiaomis EV-Sparte 32.759 Fahrzeuge aus. Das klingt solide — ist es aber nicht. Gegenüber April bedeutet das einen Rückgang von rund elf Prozent. Kumuliert über die ersten fünf Monate 2026 stehen 150.317 Einheiten, ein Plus von 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Jahresziel liegt bei 550.000 Fahrzeugen — rund 34 Prozent mehr als 2025. Das tatsächliche Wachstumstempo liegt weit darunter. Um das Ziel noch zu erreichen, müsste die zweite Jahreshälfte einen deutlichen Sprung liefern.
Erschwerend kommt hinzu: Das EV-Segment schreibt rote Zahlen. Im ersten Quartal 2026 erzielte die Sparte 19,9 Milliarden Yuan Umsatz — bei einem operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Das entspricht einem Minus von rund 5.600 US-Dollar pro ausgeliefertem Fahrzeug. Xiaomi nennt als Gründe geringere Volumen beim Hochpreismodell SU7 Ultra, staatliche Subventionen für die Kaufsteuer sowie steigende Komponentenpreise.
EREV-Einstieg als Ausweg — oder neues Risiko?
Als Antwort plant Xiaomi den Einstieg in das EREV-Segment. Extended-Range-Elektrofahrzeuge kombinieren einen Verbrennungsmotor als Generator mit einem Elektroantrieb. Xiaomi erhielt dafür bereits die chinesische Zulassung.
Das erste Modell soll intern den Codenamen „Kunlun N3″ tragen. Es handelt sich um einen 5,3 Meter langen SUV unter der neuen Submarke Skynomad — ausgerichtet auf Familien, die Xiaomis sportliche SU7- und YU7-Modelle nicht ansprechen. Die kombinierte Reichweite soll bei rund 1.500 Kilometern liegen. Der Preis ist auf rund 200.000 Yuan angesetzt, damit deutlich unter Wettbewerbern wie Li Auto und Aito, die typischerweise ab 250.000 Yuan starten.
Ein Problem: Markenname, Produktdetails und Zeitplan hat Xiaomi noch nicht offiziell bestätigt. Ein weiteres: Das EREV-Segment selbst schwächelt. Im Mai brachen die Großhandelsumsätze von EREV-Modellen um fast 25 Prozent ein — der stärkste monatliche Rückgang seit fünf Jahren. Der Marktanteil fiel auf sieben Prozent.
Vier neue Modelle, viele offene Fragen
Insgesamt plant Xiaomi für 2026 vier neue Fahrzeuge: einen überarbeiteten SU7 mit 902 Kilometern Reichweite, eine SU7 Executive Edition sowie zwei Extended-Range-SUVs in Fünf- und Siebensitzer-Variante. Präsident Lu Weibing bestätigte im Q1-Earnings-Call, dass ein neues Modell auf einer komplett neuen Plattform in der zweiten Jahreshälfte erscheinen soll.
Technisch ist die Aktie tief im überverkauften Bereich: Der RSI liegt bei 26,4. Der Kurs notiert rund 34 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 4,15 Euro. Die Auslieferungszahlen für Juni und Juli werden zeigen, ob der nötige Wachstumsschub überhaupt realistisch ist — oder ob das Jahresziel still und leise begraben wird.
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