Xiaomi Aktie: 550.000er Ziel nach nur 150.000 bis Mai

Xiaomi startet eigenen Chip und eine neue Automarke, während der Aktienkurs nahe dem Jahrestief notiert und operative Ziele wackeln.

Die Kernpunkte:
  • Eigener Xuanjie-Chip für Falt-Smartphone
  • Neue Automarke Skynomad mit günstigem SUV
  • Absatzziel von 550.000 Fahrzeugen gefährdet
  • Leerverkäufer wittern Chancen bei Xiaomi

Starke Ambitionen, schwache Kurse. Xiaomi attackiert den Halbleitermarkt mit einem eigenen Chip und startet eine neue Automarke. Der Kapitalmarkt straft den Konzern ab. Die Aktie notiert bei 2,65 Euro. Das ist nur knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf rund 41 Prozent.

Eigener Chip und neue Automarke

Im zweiten Halbjahr 2026 bringt Xiaomi den Xuanjie-Prozessor auf den Markt. Der Chip wird beim Auftragsfertiger TSMC produziert. Er soll leistungstechnisch zur Konkurrenz von Qualcomm aufschließen. Das erste Gerät mit dem neuen Antrieb wird das Falt-Smartphone MIX Fold 5 sein. Ein Risiko bleibt. Apple und Qualcomm wechseln bald auf noch kleinere Architekturen. Xiaomi hinkt dann technologisch hinterher.

Parallel dazu vollzieht das Management einen Strategiewechsel im Autobereich. Die Behörden haben Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer genehmigt. Bisher lehnte Xiaomi diese Technologie strikt ab. Unter der neuen Submarke Skynomad rollt bald der große Familien-SUV Kunlun an. Der Preis soll bei etwa 200.000 Yuan liegen. Damit unterbietet Xiaomi die Konkurrenz deutlich. Die Trennung der Marken ergibt Sinn. Das sportliche Image der Hauptmarke bleibt geschützt.

Absatzziele wackeln

Der Markteintritt erfolgt spät. Der Absatz im Segment für Reichweitenverlängerer brach im Mai massiv ein. Selbst Branchenprimus Li Auto verzeichnet schwere Einbrüche. Auch Xiaomis operative Ziele wackeln. Das Management will im laufenden Jahr 550.000 Fahrzeuge ausliefern. Bis Mai schaffte der Konzern aber nur gut 150.000 Einheiten. Um das Jahresziel zu erreichen, braucht Xiaomi nun monatliche Rekordwerte.

Die Investmentbank Jefferies reagierte bereits. Die Analysten senkten ihre Auslieferungsprognose auf 495.000 Einheiten. Die Experten reduzierten obendrein den Bewertungsmultiplikator für die Elektroauto-Sparte. Dieser Bereich verbrannte im ersten Quartal operativ gut drei Milliarden Yuan. Dennoch hält das Unternehmen an seinem Kurs fest. Das Forschungsbudget für das Gesamtjahr liegt bei gewaltigen 40 Milliarden Yuan.

Leerverkäufer wittern ihre Chance. Sie halten mittlerweile rund neun Prozent der frei handelbaren Aktien. Der extrem niedrige RSI-Wert von 23,9 signalisiert zwar einen stark überverkauften Zustand. Eine Erholung braucht jedoch harte Fakten. Im August folgen die nächsten Quartalszahlen. Bereits vorher liefern die Juni-Auslieferungszahlen einen konkreten Hinweis auf die operative Entwicklung.

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