Xiaomi Aktie: 60.000 Auslieferungen monatlich nötig
Xiaomis Aktie erholt sich stark, doch das ambitionierte Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen erfordert eine deutliche Steigerung der Auslieferungen im zweiten Halbjahr.

- Aktie erholt sich um 37,89 Prozent
- Jahresziel: 550.000 Fahrzeuge
- Erst 34 Prozent des Ziels erreicht
- Neues SUV-Modell als Hoffnungsträger
Starke Rally, schwacher Tag – bei Xiaomi passt in dieser Woche wenig zusammen. Die Aktie hat sich innerhalb von 30 Tagen um 37,89 Prozent erholt. Am Donnerstag ging es dennoch um 4,48 Prozent runter, auf 3,41 Euro. Diese Gegensätze erzählen die eigentliche Geschichte hinter Xiaomi in diesem Sommer.
Zwei Narrative, ein Kurs
Der Markt kann sich bei Xiaomi offenbar nicht entscheiden: Ist das hier der Smartphone- und Ökosystem-Riese mit stabilem Massengeschäft, oder der Autobauer, der sein Wachstumsversprechen erst noch beweisen muss? Beide Narrative kämpfen gerade um die Deutungshoheit über den Kurs. Der Blick auf die längere Frist zeigt, wie ungelöst dieser Konflikt bleibt.
Vom 52-Wochen-Hoch trennen die Aktie noch immer 47,61 Prozent. Wer also die jüngste Erholung feiert, blendet aus, wie weit der Weg zurück noch ist.
Die Rechenaufgabe im Automobilgeschäft
Der eigentliche Stresstest für Xiaomi liegt im Autogeschäft. Und dort wird es in den kommenden Monaten sehr konkret. Für 2026 hat sich das Unternehmen ein Auslieferungsziel von 550.000 Fahrzeugen gesetzt. Das wäre ein Plus von rund 34 Prozent gegenüber den etwa 410.000 Fahrzeugen aus 2025.
Im ersten Halbjahr lieferte Xiaomi 185.055 Fahrzeuge aus. Das entspricht gerade einmal 34 Prozent des Jahresziels – nach der Hälfte der Zeit. Die Rechnung dahinter ist einfach, aber unbequem: Xiaomi müsste die Monatsauslieferungen in der zweiten Jahreshälfte auf rund 60.000 Einheiten steigern. Das liegt weit über dem aktuellen Tempo.
Wie groß der Abstand ist, zeigen die Juniwerte. Die Auslieferungen der Marke Xiaomi EV stiegen im Jahresvergleich um 36,45 Prozent, gegenüber dem Vormonat um 6,04 Prozent. Damit blieb der dritte Monat in Folge über der Marke von 30.000 Einheiten. Solides Wachstum, keine Frage – aber weit entfernt von der Größenordnung, die für das Jahresziel nötig wäre.
Als Hoffnungsträger für den Sprung ins zweite Halbjahr gilt ein neues Modell im großen SUV-Segment. Es kommt mit Extended-Range-Antrieb, der Reichweitenängste adressieren soll. Direkt tritt es damit gegen etablierte Anbieter im Premiumsegment an.
Warum das für den Kurs zählt
Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich die Aktie. Die Kursrally der vergangenen Wochen lässt sich als Vorschuss auf eine erfolgreiche zweite Jahreshälfte lesen. Der große Abstand zum 52-Wochen-Hoch zeigt zugleich: Der Markt kauft die Xiaomi-Story keineswegs bedingungslos.
Die kommenden Monatszahlen aus dem Automobilgeschäft dürften damit zum entscheidenden Gradmesser werden. Schafft Xiaomi den Sprung auf 60.000 Auslieferungen pro Monat, dürfte die Erholung weitergehen. Verfehlt das Unternehmen dieses Tempo deutlich, drohen neue Zweifel – und ein Kurs, der schnell wieder Richtung Tiefstand abdriften kann. Bei den heftigen Kursschwankungen der vergangenen Wochen ist beides jederzeit möglich.
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