Xiaomi Aktie: Chip-Ankündigung treibt Kurs 13,4 Prozent

Xiaomi-Chef Lei Jun kündigt marktreifen Eigenentwicklungs-Chip an. Die Aktie legt nach schwachen Q2-Zahlen zu, getragen von Hoffnungen auf sinkende Speicherpreise und das E-Auto-Wachstum.

Die Kernpunkte:
  • Eigener Chip nähert sich Marktreife
  • Aktie legt nach Q2-Zahlen zu
  • Margendruck durch hohe Speicherpreise
  • E-Auto-Sparte wächst, bleibt defizitär

Xiaomi-Chef Lei Jun hat am 19. August erklärt, der nächste selbst entwickelte Chip des Konzerns nähere sich der Marktreife. Konkrete Angaben zu Produkt, Spezifikationen oder Starttermin machte Xiaomi nicht. Dennoch wirkt die Ankündigung als weiteres Signal, dass sich der Konzern technologisch stärker auf eigene Entwicklungen stützen will – ein Thema, das Anleger nach den jüngsten Quartalszahlen mit besonderem Interesse verfolgen.

Die Zahlen zum zweiten Quartal, vor gut einer Woche veröffentlicht, hatten das Sentiment bereits deutlich gedreht. Seither hat die Aktie um 13,4 Prozent zugelegt. Am Freitag legte das Papier um 3,9 Prozent zu und schloss bei 3,16 Euro.

Auf Wochensicht steht ein Plus von 11 Prozent, über 30 Tage sind es 5,5 Prozent. Der Kurs notiert damit spürbar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,89 Euro, bleibt aber weiterhin unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,59 Euro zurück.

Kernvirus bleibt: Margendruck im Smartphone-Geschäft

Trotz der positiven Kursentwicklung zeigen die Q2-Zahlen selbst noch Belastungen. Reuters berichtete, dass der bereinigte Nettogewinn im Jahresvergleich um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan einbrach, während der Umsatz um 6,1 Prozent auf 108,9 Milliarden Yuan zurückging. Anhaltend hohe Preise für Speicherchips und andere Komponenten drückten weiter auf die Margen.

Zugleich sieht Xiaomi laut Reuters die Phase des stärksten Drucks im Smartphone-Geschäft als überstanden an. Der Konzern rechnet im zweiten Halbjahr mit einer Abschwächung der Speicherpreissteigerungen – ein Punkt, der als zentraler Treiber für die positive Marktreaktion gilt.

Genau diese Erwartung dürfte auch den Rahmen bilden, in dem die neue Chip-Ankündigung von Lei Jun eingeordnet wird: Eigene Halbleiterentwicklung könnte langfristig helfen, die Abhängigkeit von externen Komponentenpreisen zu verringern.

E-Auto-Sparte wächst, bleibt aber defizitär

Die Sparte „Smart EV, AI and Other New Initiatives“ erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 24,9 Milliarden Yuan, verzeichnete jedoch weiterhin einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden Yuan. Die kumulierten Auslieferungen der SU7-Serie überschritten zum 17. August die Marke von 500.000 Fahrzeugen.

Reuters berichtete zudem, dass die schnell wachsende E-Auto-Sparte künftig einen größeren Umsatzanteil am Gesamtkonzern liefern soll – ein strategischer Baustein, der die Diversifizierung weg vom margenschwachen Smartphone-Geschäft vorantreiben dürfte.

Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Auf der einen Seite steht die operative Schwäche im Kerngeschäft mit sinkendem Gewinn und Umsatz. Auf der anderen Seite wächst die Hoffnung auf strukturelle Verbesserungen – durch nachlassenden Speicherpreisdruck, eine wachsende E-Auto-Sparte und nun auch die Aussicht auf eigene Chip-Technologie.

Die Aktie bleibt mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 61 Prozent volatil, der RSI von 57,0 signalisiert dabei weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand. Seit Jahresbeginn liegt das Papier weiterhin 27 Prozent im Minus, was die Wegstrecke bis zu einer vollständigen Erholung verdeutlicht.

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