Xiaomi Aktie: Dragonscale-Batterie vorgestellt

Xiaomi stellt Dragonscale vor, koppelt die lebenslange Batteriegarantie jedoch an enge Bedingungen und meldet im Juli schwächere E-Auto-Verkäufe.

Die Kernpunkte:
  • Neue Batterie für Skynomad-Modelle
  • Garantie an mehrere Bedingungen geknüpft
  • Cloud-System überwacht Batteriezellen häufiger
  • Juli-Verkäufe bleiben unter Dezemberniveau

Xiaomi hat mit „Dragonscale“ eine neue Batterietechnologie vorgestellt, die zusammen mit den Partnern CALB und Sunwoda entwickelt wurde. Der Konzern verspricht dafür eine lebenslange Garantie – ein ungewöhnlich weitreichendes Versprechen, das die Debatte um Batteriesicherheit bei Elektrofahrzeugen neu befeuert. Debütieren soll die Batterie im SUV Skynomad, dessen Modelle N90 und N70 am 7. September präsentiert werden.

Der Haken steckt im Kleingedruckten. Kommt es durch einen Produktionsfehler zur Selbstentzündung, erhält der Kunde ein fabrikneues Fahrzeug des Modells Skynomad. Brennt das Auto hingegen nach einem Unfall, übernimmt Xiaomi lediglich die Differenz zwischen Versicherungsleistung und Marktwert.

Die Garantie gilt zudem nur für Erstbesitzer, ausschließlich bei nicht-kommerzieller Nutzung, verlangt Service in autorisierten Werkstätten und ein aktives Abonnement für Netzwerkdienste. Wer eines dieser Kriterien verfehlt, verliert den Anspruch.

Cloud-BMS als technisches Rückgrat

Technisch stützt sich das Versprechen auf ein Cloud-Batteriemanagementsystem, das die Zellen zehnmal häufiger abtastet als bislang üblich. Xiaomi positioniert die Batterie damit oberhalb der chinesischen Sicherheitsnorm GB 38031-2025. Die größte verfügbare Ausführung fasst 76 Kilowattstunden und kommt in den Versionen N90 und N70 zum Einsatz.

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Xiaomi sein Autogeschäft ohnehin in den Fokus rückt. Vor gut einer Woche hatte die Produktoffensive rund um IFA-Präsentationen die Aktie bereits um 2,8 Prozent nach oben getrieben, gestern kam die Nachricht zum Europa-Eintritt hinzu.

Beide Themen sind als Kurstreiber inzwischen verarbeitet – die Batteriegarantie liefert nun ein eigenständiges Signal, das auf die Wahrnehmung von Xiaomi als seriösem Autohersteller einzahlt, gerade mit Blick auf sicherheitssensible Käufer in Europa.

Verkaufszahlen zeigen Abkühlung im Sommer

Trotz der Produktnachrichten zeigen die operativen Zahlen ein gemischtes Bild. Die Verkäufe der Elektrofahrzeuge lagen im Juli bei 31.267 Einheiten, deutlich unter den 50.212 Einheiten vom Dezember 2025. Das relativiert die Euphorie um Rekordbestellungen einzelner Modelle wie das YU7, das in der Vergangenheit binnen 18 Stunden über 240.000 Vorbestellungen verbucht hatte.

An der Börse zeigt sich das Papier zuletzt robust: Am Freitag schloss die Aktie bei 3,11 Euro, ein Plus von 2,4 Prozent auf Tagesbasis. Damit notiert der Kurs 4,7 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,97 Euro, was auf eine kurzfristige Erholung hindeutet. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 28 Prozent zu Buche, ein Hinweis darauf, dass die jüngsten Produktnachrichten den langfristigen Abwärtstrend bislang nicht umgekehrt haben.

Für Anleger bleibt die Batteriegarantie zunächst ein Vertrauenssignal statt ein unmittelbarer Kurstreiber. Ob sich das Versprechen in höheren Absatzzahlen niederschlägt, dürfte sich frühestens nach dem Marktstart der Skynomad-Modelle am 7. September zeigen. Bis dahin bleibt die Diskrepanz zwischen ambitionierten Sicherheitsversprechen und den zuletzt schwächeren Verkaufszahlen die zentrale Beobachtungsgröße.

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